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Bemerode Wie 1200 Grad heiße Bronze zu Kunst wird
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode Wie 1200 Grad heiße Bronze zu Kunst wird
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00:15 07.05.2017
Der Künstler und sein Werk: Wolfgang Mehl gießt heiße Bronze in die Form. Quelle: Rüdiger Meise
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Hannover

„Vorsicht, Kinder, bitte auf die andere Seite, es könnte heiß werden“, ruft Wolfgang Mehl. Er klappt seinen Gesichtsschutz herunter und hebt zusammen mit Hans-Joachim Sauer den Schmelztiegel an, der mit flüssiger Bronze gefüllt ist. Das ist ein Gemisch aus zehn Teilen Zinn und 90 Teilen Kupfer. Dazu benutzen die beiden eine lange Stange, in deren Mitte der Tiegel in einem Ring hängt. Den Männern ist die Anstrengung anzumerken. Kein Wunder, schließlich wiegt das Ganze über 50 Kilo. Es sieht aus wie ein kleiner Lavastrom, als Wolfgang Mehl und Hans-Joachim Sauer die 1200 Grad heiße Bronze vorsichtig in den Formkasten gießen. Dicke Rauchwolken steigen auf. „So, geschafft“, ruft Mehl und klappt seinen Gesichtsschutz wieder nach oben. Die Gäste applaudieren.

So entsteht eine Skulptur

Der Live-Bronzeguss ist Auftakt einer zweitägigen Ausstellung in seiner Wohn- und Arbeitsstätte in der Namedorfsstraße in Bemerode. Zweimal im Jahr öffnet der 69-Jährige seine Räumlichkeiten für Ausstellungen, an denen sich auch Künstlerkollegen beteiligen. „Ich bin gelernter Kunstgießer“, erzählt er auf dem Rundgang durch das Erdgeschoss, in dem sich Atelier, Ausstellungsräume und die Gießerei befinden. 20 Jahre arbeitete er in einer Kunstgießerei und goss dort für alle Künstler der Region Skulpturen - unter anderem die Skulptur „Zwei Leute im Regen“ von Ulrike Enders in der Georgstraße.

Mehl benötigt drei bis fünf Tage, bis eine Skulptur fertig ist. „Zuerst mache ich eine grobe Skizze, dann schneide ich das Modell grob in Styropor. Darauf kommt Gips in mehreren Schichten, das ich immer wieder raspele und schleife.“ Danach lässt er das Modell erst mal ein paar Tage stehen und überlegt sich, ob es ihm wirklich gefällt. „Und wenn es mir nicht gefällt, schmeiße ich es einfach weg, das kommt durchaus vor.“ Findet das Modell dann doch Gnade vor seinen Augen, sind noch weitere aufwändige Arbeitsschritte wie die Bildung einer Negativform nötig, bevor die Skulptur dann endgültig gegossen werden kann.

Mehl arbeitet auch mit Holz

Mehl beschäftigt sich aber auch mit anderen Materialien wie etwa Holz. So stehen in einem Raum der Galerie alte, von Mehl bearbeitete Baumstämme. „Dieser ist mein ältester, er wurde von Fachleuten auf 4000 Jahre geschätzt“, berichtet Mehl und weist auf einen schwarzen etwa 30 Zentimeter dicken Stamm. „Ich habe ihn erst mal tiefgefroren, als ich ihn bekam, damit er nicht reißt.“ Viele seiner Holzarbeiten stammen von Treibholz, das er von Nordseestränden mitbrachte. Vor allem seine jährlichen Besuche in Dänemark inspirieren Mehl, dort entwickelt er die Ideen für seine Bronzearbeiten.

„Das Schöne ist, dass ich von der Kunst nicht leben muss“, erzählt der bescheiden wirkende Mann mit dem freundlichen Lächeln. „Und meine Frau hat mich immer unterstützt, das ist auch sehr wichtig!“ Der Rundgang endet vor dem Haus. Dort hat der Künstler zahlreiche Skulpturen platziert, einige von imposanter Größe. „Und so sieht die fertige Skulptur aus, die ich eben gegossen habe“, sagt er und zeigt auf eine kleinere Arbeit. Sie besteht aus zwei Figuren, die nebeneinander sitzen und ihren Arm um die Schulter des anderen gelegt haben, und heißt schlicht „Paar“.

Von Sonja Steiner

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