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Bemerode Wo man sich Wörter wünscht
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00:15 12.09.2016
Von Martina Sulner
Kunstbeamtin bei der Arbeit: Sigrid Sandmann im „Wortfindungsamt“. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Die ersten Mutigen trauen sich gleich nach Eröffnung in die „Amtsstube“. Dort sitzt Sigrid Sandmann hinterm Schreibtisch und nimmt Anträge entgegen. Allerdings: Sonderlich furchteinflößend wirkt dieses Büro nicht - ganz im Gegenteil: Die 56-Jährige arbeitet in einem pinkfarbenen Bauwagen vor dem Kronsberger Stadtteilzentrum Krokus. Dort hat die Künstlerin bis zum 16. September ihr „Wortfindungsamt“ geöffnet. Jeder kann dort hingehen und sich ein Lieblingswort wünschen. Sandmann und ihre Assistentin nehmen den Begriff entgegen und drucken ihn gratis auf ein Schild. Das kann man einen Tag nach Antragstellung abholen und irgendwo im Stadtteil hinhängen oder aufstellen.

Menschen kommen ins Gespräch

Das "Wortfindungsamt"

Das Kunstprjekt steht bis zum 16. September am Thie 6. Geöffnet ist täglich von 14 bis 18 Uhr. Am 12. September bleibt das „Amt“ geschlossen.

Dass die Menschen über die weißen Schilder mit der schwarzen Aufschrift stutzen und vielleicht sogar über die Begriffe ins Gespräch kommen, ist bei diesem Kunstprojekt ausdrücklich erwünscht. Jo Kenklies hat sich zum Beispiel „ausNAMsweise“ gewünscht - ohne „h“ in der Mitte. Ihm gefiele es, wenn die Anwohner sich über die Schreibweise wunderten, sagt er, „wenn sie vielleicht an Namen denken“.

Selbstbewusst gehen die Freundinnen Marina und Rahamat die Holztreppe Richtung „Amt“ hoch. Am Schreibtisch, auf dem ein alter Stempel, Anspitzer und Locher liegen, tragen sie ihre Wünsche vor. Rahamat hat sich das Wort „Ballettspiel“ überlegt. Weil sie in dieser Woche ihren ersten Ballettkurs begonnen hat, erzählt die Achtjährige. Marina, zwei Jahre älter, wünscht sich das Wort „Anna“. Doch Sigrid Sandmann erklärt ihr geduldig, dass sie auf die Schilder keine Namen drucke. „Überleg dir doch über Nacht ein anderes Wort und komm morgen wieder“, rät sie dem Mädchen. Eigentlich nimmt Sandmann nahezu jedes Wort entgegen, es muss auch nicht der Duden-Schreibweise entsprechen. Neben Namen lehnt sie jedoch auch rassistische und sexistische Begriffe ab.

Sigirid Sandmann nimmt Wünsche entgegen

Da muss sie bei Renate Jahn keine Sorge habe. Die Rentnerin wünscht sich den Begriff „Seepferdchen“. „Meine Enkelin macht gerade ihr Seepferdchen-Abzeichen“, sagt sie, und für die Kleine wolle sie das Schild aufstellen. Der Gedanke daran bereitet der Frau sichtbar gute Laune. Sie kommt auch mit einem Extra-Anliegen ins „Wortfindungsamt“, in dem Besucher normalerweise nur ein Wort vorschlagen dürfen. Renate Jahn fragt nach, ob Sigrid Sandmann für sie noch ein zweites Schild mit der Aufschrift „Turnvater“ druckt - als Anspielung auf den Turnvater Jahn. Die freundliche „Kunstbeamtin“ nimmt den Antrag auf.

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