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Bothfeld "Dieses Baugebiet wird ein Gewinn"
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld "Dieses Baugebiet wird ein Gewinn"
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17:44 21.08.2016
Von Conrad von Meding
Der Entwurf von Blauraum für Stadthäuser und Eigentumswohnungen nahe dem TuS-Gelände. Quelle: HAZ
Hannover

So also wohnt man künftig in Hannovers Nordosten. In gestapelten Stadthäusern oder hochwertigen Eigentumswohnungen nahe der Bezirkssportanlage Bothfeld. In rot geklinkerten Mietshäusern mit Loggien nahe der Stadtbahnhaltestelle Kurze-Kamp-Straße oder in modern-weißen Geschossmietwohnungsbauten nahe des Stadtfriedhofs Bothfeld. Die Jury im Architektenwettbewerb für Bothfelds größtes Baugebiet Hilligenwöhren hat getagt und festgelegt, wie das 92.000 Quadratmeter große Areal künftig besiedelt werden soll. „Dieses Baugebiet wird ein Gewinn für den Stadtteil“, sagt Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg in einer ersten Stellungnahme.

Heftige Kritik aus angrenzendem Künstlerviertel

Noch bis vor Kurzem hat es teils heftige Kritik der Anwohner aus dem östlich angrenzenden Künstlerviertel gegeben. Sie fürchteten die Dimension der Bebauung: Bis zu 600 Menschen sollen in den rund 250 Wohneinheiten künftig leben. Dafür wird die große Wiese zwischen der vom TuS Bothfeld 04 und dem Tennisverein Grün-Weiß betriebenen Bezirkssportanlage im Süden und dem Waldrand an der Stadtbahnhaltestelle Stadtfriedhof Bothfeld bebaut - das Naturidyll vor der Haustür weicht einem Häusermeer. Allerdings wächst Hannover Prognosen zufolge bis 2030 um etwa 30.000 Menschen. Hilligenwöhren zählt neben den großen Baugebieten Wasserstadt Limmer (1800 Wohnungen) und Kronsberg (3000 Wohnungen) zu den Hoffnungsträgern der Wohnungswirtschaft. Vergleichbar ist es in der Dimension mit den Kleefelder Hofgärten (216 Wohnungen) oder Am Listholze (150 Wohnungen).

Bothfelder Projekt wagt ungewöhnlichen Schritt

Das Unternehmen Gundlach als Grundstückseigentümer und Bauherr in den Hilligenwöhren hat für das Bothfelder Projekt allerdings einen ungewöhnlichen Schritt gewagt. Der Jurysitzung im Architektenwettbewerb wurde ein Bürgerdialog vorgeschaltet: Interessierte durften sich die Pläne anschauen und Anregungen artikulieren. 200 Bürger kamen der Einladung Mitte August nach und diskutierten über die Pläne, erst am nächsten Tag legte die Jury fest, welches Planerbüro den Zuschlag erhält. „Wir sind mit diesem von uns für mehr Bürgerdialog initiierten Schritt neue Wege gegangen und haben uns sehr über die rege Beteiligung der interessierten Bürger gefreut“, sagt Gundlach-Geschäftsführer Lorenz Hansen.

Sehr unterschiedliche Entwürfe

Aus insgesamt zwölf zum Teil sehr unterschiedlichen Entwürfen wurde ausgewählt. Für den Bereich der 90 Eigentumswohnungen und Stadthäuser nahe an der „autoarmen Siedlung“ Carl-Loges-Straße ist die Arbeit des Büros Blauraum-Architekten aus Hamburg ausgezeichnet worden. Die 160 geplanten Mietwohnungen teilen sich in zwei Baufelder auf. Für den nördlichen Bereich entlang der Straßenbahntrasse hat das Büro Gruppeomp-Architekten aus Hannover den Zuschlag erhalten, dort wird der Schwerpunkt auf eine vielfältige Durchmischung auch mit geförderten Wohnungen gelegt. Für den südlichen Bereich an der Bischof-von-Ketteler-Straße nahe am Edeka-Markt ist Alles-Wird-Gut-Architektur (Wien) in Kooperation mit Laser Architekten (Hannover) prämiert worden.

Gundlach hat sich verpflichtet, eine Kita zu errichten, die schon jetzt zuweilen überlastete Kreuzung im Südosten auszubauen und zudem das gesamte Baugebiet „als ökologisches Musterprojekt im Sinne des klimaangepassten Bauens“ zu gestalten. Über Quadratmeterpreise ist bisher noch nichts bekannt. Der Bau soll bereits 2017 starten, allerdings in mehreren Abschnitten erfolgen.

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