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Bothfeld Harry Grunenberg (SPD) bleibt Bezirksbürgermeister
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Harry Grunenberg (SPD) bleibt Bezirksbürgermeister
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02:15 12.11.2016
Das ist der neue Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide (von links): Heval Yilmaz (Linke), Christopher Steiner, Imke Knoll, Lutz-Rainer Hölscher (alle Bündnis 90/Die Grünen), Elisabeth Generotzky, Claudia Heinrich, Klaus Hedrich, Harry Grunenberg, Sabrina Lukac, Adis Ahmetovic (alle SPD), Jutta Barth, Ernegrit Emmelmann, Eike Bredow, Felix Blaschzyk, Marina Armagan, Echtibar Ganijev (alle CDU), Wolfgang Butz (FDP) und Frank Jacobs (AfD). Es fehlt: Kai Marc Depenbrock (SPD). Quelle: Christian Link
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Zunächst forderte die CDU bei der Wahl zum Bezirksbürgermeister eine geheime Abstimmung, ohne einen eigenen Gegenkandidaten aufzustellen. Anschließend meldeten sie eigene Ansprüche auf den Posten des stellvertretenden Stadt­bezirksoberhaupts an.

Das taktische Manöver der geheimen Wahl verpuffte jedoch wirkungslos: Amtsinhaber Harry Grunenberg (SPD) wurde mit elf von 18 Stimmen wiedergewählt – also mit einer Stimme mehr, als SPD (7) und Grüne (3) Mandate haben. Und das, obwohl SPD-Bezirksratsherr Kai Marc Depenbrock fehlte und gar nicht an der Abstimmung teilnahm. Der alte und neue Bezirksbürgermeister, der den Stadtbezirk überparteilich vertreten soll, nahm die sechs Gegenstimmen bei einer Enthaltung nicht persönlich. „Ich habe Verständnis dafür, schließlich müssen sie hier Position beziehen“, sagte Grunenberg.
Der SPD-Politiker bewies nicht nur politisches Stehvermögen: „Ich bin eigentlich immer noch im Krankenhaus. Ich habe nur eineinhalb Stunden frei bekommen, um mich wählen zu lassen“, erklärte der frisch operierte Grunenberg seinen Auftritt mit Krücken. Für ihn stehe noch eine Folge-OP an.

Bei der Wahl zum stellvertretenden Bezirksbürgermeister schickte die CDU die Bezirksrat-Novizin Ernegrit Emmelmann ins Rennen. Die 66-Jährige hatte 2003 zusammen mit Ehemann Michael und Sohn Jens-Michael den Einkaufspark Klein-Buchholz gegründet. „Jetzt bin ich eine Reihe zurückgetreten und möchte mich verstärkt um die Kommunalpolitik kümmern“, sagt Emmelmann bei der Vorstellung. Im Stadtbezirk ist sie allerdings schon wohlbekannt. Bei der Kommunalwahl erhielt sie die zweitmeisten Einzelstimmen im Stadtbezirk. Mit 1423 Stimmen landete sie hinter Harry Grunenberg (2218) und vor Jutta Barth (1397).

„Es wäre angemessen, den Platz des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters der zweitstärksten Fraktion zu überlassen“, sagte die neue CDU-Fraktionsvorsitzende Jutta Barth vor der Abstimmung. Ihre Partei habe jedoch vergeblich auf ein Gesprächsangebot der SPD zur Neugestaltung des Bezirksrats gewartet, nachdem die Bürger Rot-Grün im Stadtbezirk eigentlich abgewählt hätten. „Sie haben es nur einem glücklichen Zustand zu verdanken, dass sie weiterhin die Mehrheit halten“, sagte Barth und bezog sich auf zwei Mandate der Alternative für Deutschland (AfD), die diese nicht besetzen konnte und verfallen lassen musste. Außerdem wies Barth darauf hin, dass durch eine Stellvertreterin Emmelmann auch „das Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen gewahrt bleibt“.

„Wenn Sie eine Mehrheit haben wollen, hätten Sie uns fragen sollen – und nicht umgekehrt“, entgegnete Lutz-Rainer Hölscher, der von seiner Grünen-Fraktion zur Wiederwahl als Stellvertreter vorgeschlagen wurde. „Ich denke, ich habe das Amt gut ausgeübt“, sagte er. Bei der darauffolgenden geheimen Abstimmung war offenbar auch die rot-grüne Mehrheit dieser Ansicht. In beiden Wahlgängen konnte sich Hölscher mit zehn zu acht Stimmen gegen Emmelmann durchsetzen.

350 Termine für die Lokalpolitik

Bei der 47. und letzten Sitzung des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide in der vergangenen Wahlperiode hieß es Abschied nehmen. Neun Mitglieder verließen das Gremium und wurden mit Blumenstrauß verabschiedet. „Es war ein ganz großes Engagement und viel Arbeitseinsatz vorhanden, um den Stadtbezirk voranzubringen“, lobte Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg die ehrenamtlichen Politiker aus dem Stadtbezirk. „Für ein durchschnittliches Bezirksratsmitglied müssten das 350 Termine in den vergangenen fünf Jahren gewesen sein“, sagte Grunenberg. Er selbst liege bei ungefähr 1000 Terminen. „Das ist aber nichts besonderes, das ist bei allen Bezirksbürgermeistern ähnlich.“

Den größten Umbruch gibt es bei der CDU. Gleich fünf Fraktionsmitglieder werden dem Gremium nicht mehr angehören: Kevin Kratzsch, Brigitte Warnecke, Sabine Kapitza, Burkhard Schmidt und Gerhard Waldmann. Waldmann gehörte zwischen 1991 und 2016 viermal dem Bezirksrat an. „Es waren gute Jahre, ich habe das sehr gerne macht“, verabschiedete sich der CDU-Politiker. Die SPD-Fraktion verlassen Meral Huch, Regina Hogrefe und der bisherige Vorsitzende Florian Spiegelhauer.

Bei den Grünen scheidet Dominik Stanke aus. Bei der FDP räumt Alexander Diefenbach seinen Platz. Er war für den verstorbenen Bezirksratsherrn Thomas Fischer nachgerückt.

Wiedergewählt: Harry Grunenberg und sein Stellvertreter Lutz-Rainer Hölscher.

Von Christian Link

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