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Bothfeld Kiezkultur: Das ist das kreative Herz am Rohdenhof
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Kiezkultur: Das ist das kreative Herz am Rohdenhof
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15:43 25.07.2018
Die Kulturpädagogen Matthias Schmidt und Silke Leniger mit Vorstandsmitglied und Kassenwart Klaus Brauer (Mitte). Quelle: Uwe Janssen
Bothfeld

Dahlien malen? Nichts für Männer. „Das liegt am Thema Aquarell“, sagt Rosemarie Huisenga. Die Künstlerin und Leiterin des Malkurses im Kulturtreff Bothfeld hat sieben Damen zu Gast, die sich konzentriert über ihre Zeichenblätter beugen. Auf dem Tisch stehen jede Menge bunte Malkästen; Gläser und Pinsel, es sieht wirklich nach Arbeit aus. „Wir hatten auch schon Männer, bei Ölmalerei“, sagt Huisenga.

Die Aquarell-Gruppe, insgesamt sind es elf Teilnehmerinnen, kennt sich schon lange. Die Frauen sind sich hier begegnet, einige treffen sich mittlerweile auch privat. Genau so haben es sich die Mitarbeiter vorgestellt. Silke Leniger, Elke Wittrin und Matthias Schmidt schätzen die Eigendynamik, die in ihren Kursen entsteht. „Manche feiern hier sogar ihren Geburtstag mit den Kurskollegen nach“, sagt Leniger, die schon 25 Jahre dabei ist – oder anders gesagt: Die Kulturpädagogin hat nur die ersten sechs Jahre des Kulturfördervereins verpasst – unter anderem den Umzug vom Schulzentrum Bothfeld in das heutige Domizil auf dem Rohdenhof. Ein ehemaliges Kinderheim, in dem heute neben dem Kulturtreff eine Kindertagesstätte und eine Notaufnahme zur kurzfristigen Unterbringung von Jugendlichen ohne Dach über dem Kopf zu finden sind.

Wie sich die Arbeit des Kulturtreffs seitdem verändert hat, macht Leniger gern am Umfang des Programms deutlich: „Anfangs passte das ganze Programm auf einen Handzettel. Heute entsteht viermal im Jahr ein 30-seitiges Heft. Und das folgt jeweils einem Motto: „Heimat“ war eines, „Klangfarben“ gab es zum 30-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr, „Bewegung“ ist es aktuell.

Gut laufen auch die Sprachkurse, die zum Teil im Verbund mit der Volkshochschule angeboten werden. Der Englischkurs von Ute Gehrke ist beliebt, eine Teilnehmerin ist seit 15 Jahren dabei. Die Französischgruppe ist eigentlich zu klein geworden für einen Kurs, die verbliebenen Mitglieder treffen sich trotzdem weiter, um zu lernen.

Das Kurs- und Veranstaltungsangebot sind die beiden tragenden Säulen der Stadtteilarbeit. Auch Musikkabarettist Matthias Brodowy, sonst auf größeren Bühnen unterwegs, kommt immer wieder vorbei – er ist Bothfelder und unterstützt die Nachbarn gern. Doch an dieser Stelle zeigt sich auch, was fehlt: ein großer Saal. Der größte Raum ist ein schmuckloser Mehrzweckraum mit einer Bühne und suboptimal gehängtem Licht für 70 Leute, den man sich mit der Kindertagesstätte teilt. Das gehe schon, sagt Kulturpädagoge Matthias Schmidt, aber man hoffe, dass die Schule nebenan irgendwann einen neuen Saal bekommt, den man dann mitnutzen wolle. Allerdings wird das noch Jahre dauern.

Bei gutem Wetter kann man auf einen anderen, schönen Raum ausweichen – und tut das auch schon: die Reihe mit Mittagskonzerten läuft donnerstags im Innenhof des Gebäudes am Klein-Buchholzer Kirchweg, unter wuchtigen Bäumen. Die Bothfelder kommen gern.

An Neu-Bothfelder richtet sich das „Kulturpaket“: Bei diesem speziell auf Flüchtlinge ausgerichteten Programm, bei dem es um Nähen, Singen, Tanzen, Trommeln oder Kochen geht, kooperieren die Bothfelder mit dem Kulturtreff Vahrenheide und dem Stadtteiltreff Sahlkamp. Der Zugang ist sehr niedrigschwellig, ohne Anmeldung, einfach kommen und mitmachen ist das Motto. Die Resonanz ist noch verhalten. „Am besten“, sagt Schmidt, „werden musikalische Angebote zum Mitmachen angenommen.“

Fest steht: Der Kulturtreff ist Teil des Stadtteilgeschehens. Er gehört dazu. Das haben sich die Mitarbeiter durch Beharrlichkeit verdient, die drei Festangestellten, die sich zwei Vollzeitstellen teilen, und auch die vielen freien Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer, ohne die keine Kulturarbeit möglich wäre.

Was, wann, wo?

Am 18. August beginnt „Mach dein Lied!“, ein sechstägiger Workshop für Interessierte ab 16 Jahren. Er ist Teil des „Kulturpakets“.

Am 23. August sind Sayaka Schmuck und Til Renner zu Gast, ein Klarinetten-Duo der NDR-Radiophilharmonie, das ein Repertoire von Klassik bis Jazz mitbringt.

Am 13. September spielen Ludwig Döll (Violoncello) und Alexander Rubin (Akkordeon) Musik von Astor Piazzolla – und mehr.

Klein-Buchholzer Kirchweg 9

Kontakt: (0511) 6476262 oder kulturtreff.bothfeld@t-online.de

Infos: www.kulturtreffbothfeld.de

Alle vorgestellten Kultureinrichtungen der Stadtteile finden Sie auf unserer Themenseite.

Von Uwe Janssen

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