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Bothfeld „Wir brauchen mehr Personal“
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld „Wir brauchen mehr Personal“
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04:56 28.11.2015
Bitte recht freundlich: Kinder verschönern den Tunnel unter dem Kleefelder Bahnhof. Quelle: Camelot
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Hannover

Es gibt Orte, an denen sind Kinder nicht so gern, der Tunnel des Kleefelder Bahnhofs gehört dazu, der Roderbruchmarkt und dunkle Ecken entlang des Osterfelddamms. Die Stadtverwaltung weiß das jetzt von Amts wegen - sie hatte zwei Jahre lang rund 1000 Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk befragt. Auch Freizeitverhalten und Lieblingsorte flossen in das jetzt vorliegende Handlungskonzept für die Kinder- und Jugendarbeit ein. Für alle 13 Stadtbezirke listete die Stadt Angebote für junge Menschen auf. In Buchholz-Kleefeld liegen Licht und Schatten eng beieinander. Ein Fazit: „Es ist klar, dass wir mehr Personal in den Jugendeinrichtungen brauchen“, sagte Jugendbildungskoordinatorin Dagmar Knoche-Hentschel vorige Woche in der Sitzung des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld.

Das Handlungskonzept hat vor allem eine Aufgabe; es listet auf, was da ist - und was gebraucht wird (siehe Text rechts). Den Schwerpunkt legte die Stadtverwaltung auf die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ob die Stadt aber auch mehr Geld in die Hand nimmt und Veränderungen vornimmt, das bleibt zunächst offen. Das müssten die politischen Gremien erst noch entscheiden.

Einiges kommt allerdings doch schon in Bewegung. Im September lud der Jugendtreff Camelot der Arbeiterwohlfahrt Kinder zum Kleefelder Bahnhof ein. Zusammen mit einem Graffiti-Künstler bemalten sie die Fliesen im bislang so düster anmutenden Bahnhofstunnel. Freundlicher soll es dort werden; im nächsten Jahr wird die Verschönerung fortgesetzt. Auch für den Roderbruch wollen die städtischen Jugendarbeiter Jugendliche befragen. „Wir wollen dunkle Ecken aufhellen, die Kinder bisher als unangenehm empfinden. Durch neue Lichtpunkte zum Beispiel“, sagte Knoche-Hentschel. Es gibt auch Orte im Stadtbezirk, die von Kindern und Jugendlichen besonders aufgesucht werden. Dazu zählen das Eisstadion, die Bäder und etliche Spielplätze.

Es gibt Jugendeinrichtungen im Roderbruch und in Kleefeld, deren Mitarbeiter für verschiedene Altersgruppen auch unterschiedliche Angebote bereithalten. Und deren Aufgaben wachsen. „Wir stoßen da an Grenzen“, sagt die Camelot-Leiterin Julia Preusse. Ihr Jugendtreff etwa ist an drei Tagen pro Woche geöffnet. Es könnten mehr sein, sagt sie, der Bedarf sei da. Auch die Ganztagsschulen entlasteten nicht immer. „Für viele Kinder ist der Rahmen nicht geeignet. Sie wollen einfach mal raus aus dem Schulbereich“, sagt Preusse. Wenn das Camelot mal gerade keine speziellen Aktionen anbietet, sondern allen Interessierten offen steht, dann kommen bis zu 35 Kinder. Aber mehr offene Angebote könne sie nicht machen. „Dafür reicht unser Stundenkontingent nicht aus.“ Deutlich werde das auch, wenn Preusse mal an Orte geht, wo sich Kinder aufhalten. Diese aufsuchende Jugendarbeit klappt nur, wenn Preusse in dieser Zeit auch das Camelot schließt. Ohne Betreuer kann der Jugendtreff nicht offen bleiben.

An Grenzen stoßen auch jene Jugendeinrichtungen, die sich zunehmend mit den jungen Flüchtlingen im Stadtbezirk beschäftigen. Die Jugendtreffs betreuen jetzt schon einzelne Flüchtlinge. „Sechs bis acht sind es täglich bei uns“, sagt Preusse. Hinzu kommen Angebote, die jungen Familien in Unterkünften wie dem Oststadtkrankenhaus gemacht werden. Das Camelot oder das Projekt Hallo Einstein etwa bieten auch Sprachkurse an. „Auch die Eltern junger Flüchtlinge sollen angesprochen und unterstützt werden“, betonte Knoche-Hentschel. Dabei sei die richtige Balance wichtig, sagte sie. Was sie meint: Auf der einen Seite sehen die Jugendsozialarbeiter den wachsenden Betreuungsbedarf für junge Asylsuchende und Flüchtlinge; auf der anderen müssen sie den Jugendlichen aus den Stadtteilen gerecht werden. Auch dieses Thema wird die Jugendarbeit der Zukunft prägen. Neu ist jetzt, dass sich die verschiedenen Einrichtungen, deren Trägervereine und die Stadt enger miteinander vernetzen wollen. Alle drei Jahre soll das Handlungskonzept neu aufgelegt und damit überprüft werden.

Von Marcel Schwarzenberger

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