Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Bothfeld Nicolaibühne sucht Männer mit Sinn für Morde und Humor
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Nicolaibühne sucht Männer mit Sinn für Morde und Humor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 19.10.2017
Diana Doil (re.) gibt Anweisungen zum Textvortrag: Die Nicolaibühne probt derzeit ein Stück über Luther. Quelle: Johanna Stein
Hannover

„Immer lustig und mit vielen Morden“ - so beschreiben die Ensemblemitglieder der Bothfelder Nicolaibühne ihre Stücke. Ihre erste Premiere feierte die Theatergruppe im Jahr 2000 mit dem Stück „Mord ohne Leiche“ - die erste von vielen Krimikomödien, die die Zuschauer danach noch im St.-Nicolai-Gemeindehaus zu sehen bekamen.

Zuschauer wollen Spaß

„Das Publikum will lachen, keinen Shakespeare“, sagt Diana Doil, eines von zwölf Mitgliedern der Nicolaibühne - und verkürzt damit bewusst plakativ das Repertoire des großen Dramatikers. Denn dass Shakespeare neben seinen Königsdramen und den vielen anderen tiefen Tragödien auch eine ganze Reihe von Komödien geschrieben hat, ist natürlich den theaterkundigen Darstellern der Nicolaibühne nicht entgangen. Damit das Bothfelder Publikum allerdings auch in Zukunft noch etwas zu lachen hat, sucht die Theatergruppe jetzt dringend nach neuen Mitspielern und auch Helfern für Requisiten, Bühnenbild und das Soufflieren.

Die Gruppe freut sich ganz generell über Zuwachs, besonders jedoch über männlichen. „Gern unter 65 - eben jemanden, der glaubhaft den jugendlichen Liebhaber spielen kann“, sagt Alexandra Ostrowski und lacht. Derzeit machen nur zwei „Quotenmänner“ bei der Nicolaibühne mit, oft müssen daher Schauspielerinnen für die Bühne ihre maskuline Seite entdecken. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass die Gruppe ein Stück einfach umschreibt.

Info

Wer mitspielen möchte, kann sich unter Telefon (01 76) 69 37 84 90 oder per E-Mail ostrowski@dergaertner.net bei Alexandra Ostrowski melden.

Dass ihnen das Schreiben gefällt, haben die Schauspieler gerade auch bei ihrem Stück „Bei Luthers in der Kirche“ gemerkt, das fünf Gruppenmitglieder gemeinsam verfasst haben. Beim Reformationsfest der Gemeinde am 31. Oktober wird es aufgeführt. In Zukunft noch weitere Stücke selbst zu schreiben, können sich die Schauspieler der Nicolaibühne gut vorstellen. „Dann müssen wir nicht immer ein bestehendes Stück vergewaltigen und alle Rollen umschreiben“, meint Ostrowski.

Jede Vorstellung ausverkauft

Ihre großen Theaterstücke spielt die Gruppe meist im Februar - neun Tage lang vor Rosenmontag. Besonders beliebt sind die Nachmittagsvorstellungen an den Wochenenden, dann tischen die Darsteller auch selbst gebackene Torten auf. Ausverkauft ist aber jede Vorstellung, und darauf sind sie stolz. Die Zuschauer verzeihen auch kleine oder größere Pannen - die Theatergruppe weiß nach 17 Jahren von einigen zu berichten. So ist eine Mitspielerin schon mal hinter den Kulissen eingeschlafen und verpasste ihren Einsatz, ein anderes Mal nickte sogar jemand auf der Bühne ein. Versprecher und zusammenkrachende Stühle bleiben ebenfalls nicht aus. Oder es wird mal ein Teil des Textes ausgelassen - unter Umständen auch fünf Seiten. Eines aber ist jedes Mal gewiss: Die Morde liefert das Stück, und für den Witz sorgen dann die Spieler.

Von Johanna Stein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 17-Jähriger ist am Freitagabend gegen 23.30 Uhr von einem 18-Jährigen auf dem Prinz-Albrecht-Ring (Bothfeld) nahe der Sporthalle überfallen worden: Nach einem Faustschlag ins Gesicht forderte der Täter vom Opfer das Smartphone und flüchtete damit.

24.09.2017

Das Gelände der ehemaligen Freiherr-von-Fritsch-Kaserne am Nordrand von Bothfeld wird mehr und mehr zur Ruinenlandschaft. Die Bundeswehr hatte das Areal bereits 2001 verlassen. Jetzt will ein Investor hier ein Wohngebiet für 1.500 Menschen errichten: die Gartenstadt Hannover-Nord.

Susanna Bauch 05.09.2017

Der Rat der Stadt und der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide haben die Region dazu aufgefordert, die geplanten Hochbahnsteige in Bothfeld schneller fertigzustellen. Beide Gremien dringen darauf, dass die geplanten Hochbahnsteige an den Haltestellen Kurze-Kamp-Straße und Bothfeld bereits 2018 und nicht erst ab 2019 stehen.

07.06.2017