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Bothfeld Polnische Botschaft im Geha-Carré
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Polnische Botschaft im Geha-Carré
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00:17 28.11.2015
Der polnische Supermarkt „Delikatessen Kaktus“ eröffnet im Geha-Carré in Bothfeld.  Quelle: Christian Link
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Hannover

Robert Cioczek spricht kein Deutsch und hat noch nie in einem Supermarkt gearbeitet. Trotzdem hat der zweifache Familienvater vor Kurzem den polnischen Lebensmittelladen „Delikatessen Kaktus“ im Geha-Carré an der Noltemeyerbrücke eröffnet. Hunderte Bothfelder stöberten gleich am ersten Tag in den Regalen und warfen einen ausgiebigen Blick in die osteuropäische Supermarktwelt.

Sein berufliches Standbein hat Cioczek eigentlich 1000 Kilometer entfernt von Hannover. Im polnischen Lublin, nahe der ukrainischen Grenze, betreibt er einen Lebensmittelgroßhandel. Der war ihm allerdings nicht genug, weshalb er sich in Deutschland nach einem Supermarktstandort umschaute. Zufälligerweise entdeckte er den ehemaligen Schlecker-Markt an der Sutelstraße, der seit dem Auszug des Drogisten leer stand. „Der Mietpreis ist gut“, sagt Cioczek. Nach Informationen des Stadt-Anzeigers liegt er bei 10 Euro pro Quadratmeter.

„Ich habe eine Stadt gesucht, in der viele Polen wohnen“, sagt Cioczek, was Verkäuferin Violetta Meszko aus dem Polnischen übersetzt, die für ihren Chef dolmetscht. Insgesamt zehn Mitarbeiter sind bei „Delikatessen Kaktus“ fest angestellt, allesamt polnische Muttersprachler. Das Ladenteam fand Cioczek über Facebook und Stellenanzeigen im Internet.

Der Standort nahe dem Geha-Platz ist zwar zentral und verkehrsgünstig gelegen, allerdings gibt es in der Nachbarschaft auch starke Konkurrenz. Gegenüber steht ein Bioladen, ein paar Hundert Meter weiter befindet sich der Einkaufspark Klein-Buchholz. „Für uns sind das keine Konkurrenten, weil die so gute polnische Produkte gar nicht haben“, sagt Cioczek selbstbewusst. Er freut sich darüber, dass es durch das Einkaufszentrum viele Parkplätze auch für seine Kunden gibt.

Mit drei Kassen, 340 Quadratmetern Verkaufsfläche, Wurst- und Käsetheke wirkt das neue Geschäft wie ein ganz normaler Supermarkt. Allerdings liegen in den Regalen mehr als 3000 polnische Produkte mit entsprechender Verpackung. Das geht von typischen Spezialitäten über Gemüse und Bier bis hin zum polnischen Playboy im Zeitschriftenregal. Wer kein Polnisch beherrscht, kommt bei den Zutaten einiger Waren manchmal ins Rätseln. Die Preisschilder seien erst spät geliefert worden, erklärt Verkäuferin Meszko. Nach und nach sollen alle Produkte eine deutsche Beschreibung erhalten, damit kein Kunde seine Pierogi (polnische Maultaschen) mit der falschen Füllung kauft oder sich nachher über seine Barszcz czerwony (rote Suppe) wundert.

Die frischen Teigtaschen und der frische polnische Kuchen waren schon am ersten Tag schnell vergriffen. „Wir hatten nicht erwartet, dass wir davon so viel verkaufen“, sagt Meszko. Besonders beliebt war auch die Fleischtheke, wo traditionelle Wurstwaren wie Krakauer oder Kabanos ausliegen. Schließlich sind nicht nur die Verpackungen echt polnisch, sondern auch der Inhalt. Selbst bekannte Produkte von internationalen Herstellern haben für den osteuropäischen Markt eine leicht veränderte Rezeptur. Mit einer Ausnahme: Die Brot- und Backwaren sind typisch deutsch. Der Teig wird von der Harry-Brotfabrik in Bornum angeliefert und vor Ort frisch aufgebacken. Täglich frische Brötchen aus Polen anzuliefern, wäre dann doch zu umständlich.

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