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Bothfeld Stadt verschiebt Straßensanierung um Jahre
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Stadt verschiebt Straßensanierung um Jahre
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00:15 11.07.2016
Die Kurze-Kamp-Straße ist eine der wichtigsten Einkaufsstraßen in Bothfeld. Quelle: Archiv
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Bothfehld

Vertreter aller Parteien reagierten auf diese Mitteilung mit Unverständnis und Empörung. Schließlich hätte die Renovierung nach bisheriger Planung schon längst stattfinden sollen. Für deutlichen Unmut sorgt auch die Informationspolitik der Stadtverwaltung.

Nur auf eine Anfrage der CDU-Fraktion erfuhren die Lokalpolitiker überhaupt von der Verschiebung. Die Christdemokraten um Ratsherr Felix Blaschzyk hatten sich gewundert, dass in der Kurze-Kamp-Straße nicht schon längst gebaut wird, und daraufhin bei der Verwaltung nachgehakt. Schließlich hatte die Stadt im Februar 2015 noch verkündet, dass die Bauarbeiten im Januar 2016 beginnen sollen. „Die Fertigstellung ist dann für Mitte 2016 anvisiert“, hieß es damals in einer Antwort der Verwaltung auf eine Grünen-Anfrage.

Nun hat die Stadt laut eigenen Angaben aber gar kein Geld für die Straßenerneuerung verfügbar, und auch die Vorbereitungen dauern noch an. „Die Planungen der Kurze-Kamp-Straße sind fast abgeschlossen“, teilte Stadtplaner Sascha Kruse mit. Mit den Arbeiten könne aber frühestens 2019 begonnen werden. „Aufgrund der nur sehr begrenzt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel können im Doppelhaushalt 2017/18 voraussichtlich keine Mittel für die Maßnahme veranschlagt werden“, erläuterte Kruse.

„Die Situation ist total unbefriedigend und überraschend“, kommentierte Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg (SPD). Er bat Kruse, den „großen Unmut“ aus dem Stadtbezirk und speziell aus Bothfeld der Rathausspitze auszurichten. „Warum ist die Kurze-Kamp-Straße auf der Prioritätenliste so weit abgestiegen?“, wollte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Imke Knoll wissen. Die anwesenden Verwaltungsmitarbeiter blieben ihr jedoch eine Antwort schuldig. Unbeantwortet blieb auch Knolls Frage: „Wann hätten wir von der Verschiebung erfahren, wenn es diese Anfrage nicht gegeben hätte?“

"Wo sind die Mittel hingeflossen?"

Die beiden Bothfelder Ratspolitiker wunderten sich ebenfalls, denn schließlich hatten sie die Haushaltssatzung 2016 mitbeschlossen. Hier ist im Teilhaushalt 66 auch eine Investitionsmaßnahme für die Kurze-Kamp-Straße aufgeführt. „Dass keine Haushaltsmittel eingestellt wurden, kann kein Grund sein“, kommentierte CDU-Ratsherr Blaschzyk und bezeichnete die Situation als „nicht hinnehmbar“. „Der Zustand der Kurze-Kamp-Straße ist beklagenswert, gerade für Radfahrer ist sie teilweise nicht verkehrssicher“, argumentierte Blaschzyk.

Auch sein SPD-Ratskollege Florian Spiegelhauer zeigte sich irritiert. „Wo sind die Mittel hingeflossen? Irgendwo müssen sie ja sein“, sagte er. Spiegelhauer will sich mit der Verschiebung nicht abfinden. „Wir werden sehen, ob wir kurzfristig noch etwas machen können“, lautete sein Schlusswort.

Die Geschäftsleute aus Bothfeld sind ebenfalls unzufrieden. „Es ist unverständlich, dass das Projekt um fast vier Jahre verschoben wird“, sagte Hans-Jürgen Wittkopf, der Vorsitzende der Gemeinschaft Bothfelder Kaufleute (GBK). Der Bodenbelag sei teilweise sehr uneben. „Die Reparatur der Straße ist nötig und wichtig“, betonte er.

Ein Kommentar von Enno Janssen

Die Kurze-Kamp-Straße ist nicht irgendeine Straße. Sie ist noch immer eine der wichtigsten Einkaufsmeilen in Bothfeld. Doch seit Jahren ist die Straße leider auch ein Sanierungsfall. Eine Reparatur ist überfällig und sollte eigentlich bis Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein. Und jetzt das: die Stadt sagt, sie hat kein Geld, und muss die Sanierung auf 2019 verschieben. Schlimmer noch: Nur zufällig ist die erhebliche Verzögerung in der jüngsten Sitzung des Bezirksrates bekannt geworden, weil ein Politiker nachgefragt hat, wann es denn nun losgehe mit den Bauarbeiten.

Kein Wunder also, dass Vertreter aller Parteien und die Gemeinschaft Bothfelder Kaufleute empört sind. Warum nur ist die Kurze-Kamp-Straße auf der Prioritätenliste so weit unten? Gerade vor dem Hintergrund, dass in unmittelbarer Nähe der Einkaufsmeile ab 2017 eines der größten Baugebiete Hannovers entsteht, ist eine Verzögerung der Sanierung unverständlich und nicht hinnehmbar. Denn auch für die vielen neuen Anwohner wird die Kurze-Kamp-Straße die Lebensader sein.

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