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Brink-Hafen Beißender Geruch lässt Anwohnern die Augen tränen
Hannover Aus den Stadtteilen Brink-Hafen Beißender Geruch lässt Anwohnern die Augen tränen
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00:15 04.05.2017
Von Bärbel Hilbig
Die Firma Befesa bereitet Aluminiumschlacke auf, dabei entweicht Ammoniak. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Mitarbeiter des Hauptzollamts Hannover klagen seit geraumer Zeit über beißenden Ammoniakgeruch rund um ihr Gebäude. Der penetrante Geruch tritt nur an manchen Tagen auf, häufig morgens, und führt zu tränenden Augen bis hin zu Brechreiz. „In manchen Räumen ist es dann nicht auszuhalten. Der Geruch ist wirklich heftig und zieht auch in die Kantine“, berichtet Personalratsvorsitzender Olaf Wietschorke. Das Dienstgebäude des Hauptzollamts mit rund 300 Mitarbeitern liegt im Industriegebiet Brink-Hafen in Nähe der Befesa Salzschlacke GmbH, von der die Dämpfe ausgehen.

Der Personalrat des Hauptzollamts hat sich Anfang März per Brief an die Gewerbeaufsicht Hannover gewandt, weil die Geruchsbelästigung Anfang des Jahres an drei Tagen besonders intensiv ausfiel. Eine Antwort hat Wietschorke bisher nicht erhalten. Aktuell habe sich die Situation aber entspannt.

Bereits seit zwei Jahren beschweren sich Anwohner in Vinnhorst verstärkt über beißende Ammoniakdämpfe, die von der Befesa über den Mittellandkanal ins Viertel Friedenau ziehen. „Wenn der Wind ungünstig steht, können wir nicht im Garten bleiben“, berichtet Petra Jakubowski. Als sie einmal dennoch ihren Rasen zu Ende mähte, habe sie noch am nächsten Tag unter gereizten Augen und geschwollenen Nasenschleimhäuten gelitten. Nach ihrer Einschätzung hat die Intensität des Gestanks vor zwei Jahren stark zugenommen. In den Jahren 2015 und 2016 sei die Belastung stark und häufig aufgetreten, sagt Jakubowski.

Anlieger sammeln Unterschriften

Die Anlieger sammelten Unterschriften, besuchten den Bezirksrat Nord, zweimal den Umweltausschuss und beschwerten sich beim Gewerbeaufsichtsamt. Zuletzt schickten sie Ende September 2016 einen Brief an die Aufsichtsbehörde. Seit dem Winter habe sich die Situation aber verbessert, sagt die Anliegerin.

Im Bezirksrat Nord hat die CDU kürzlich nach den Ergebnissen von Messungen gefragt, die ein Fachgutachter im Auftrag der Firma Befesa vorgenommen hat. Die Messungen, die bereits zwischen Ende 2015 und Mitte 2016 liefen, brachten keine Überschreitungen zutage. In Wohngebieten seien Geruchsemissionen während 10 Prozent der Jahresstunden hinnehmbar, sagt Ulrich Leimeister vom Gewerbeaufsichtsamt, was natürlich unangenehm sei. „Wir gehen aber nicht von gesundheitsbeeinträchtigenden Belastungen aus.“

Befesa bereitet in einer Halle Aluminiumschlacke auf, bei deren Trocknung Ammoniak entweicht. Die Firma hat im März die Lüftungsschlitze auf der Nordseite der Halle geschlossen und Düsen versetzt, die Gerüche niederschlagen sollen. In einem anderen Werk testet Befesa eine Methode, die bei Erfolg weitere Besserung verspricht. „Das ist technisch schwierig, sonst hätten wir längst etwas angeordnet“, sagt Leimeister. CDU-Fraktionschefin Angelika Jagemann kritisiert, die Gewerbeaufsicht habe trotz häufiger Nachfragen lange nicht über den Stand der Dinge informiert.

Warum nicht früher?

Nachbarn in Friedenau und Mitarbeiter umliegender Firmen leiden seit Jahren unter den Ammoniakgerüchen, die bei einer Recycling-Firma in Brink-Hafen entstehen. Trotz etlicher Aktivitäten und Beschwerden der Betroffenen erweckten das Unternehmen und ebenso die Gewerbeaufsicht lange den Eindruck, sich nicht weiter um die Belange der Nachbarn zu scheren. Es mag ja sein, dass die Gerüche nicht gesundheitsschädlich sind. Aber tränende Augen und gereizte Schleimhäute erwecken einen anderen Eindruck. Ein von der Firma in Auftrag gegebenes Gutachten untersuchte einfach, an wie vielen Tagen welche Nachbarn bei den vorherrschenden Winden in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Belastung liegt demnach weit unter den Grenzwerten. Der Aufbau der Tests erschien dem Gewerbeaufsichtsamt nicht ganz stichhaltig. Amt und Firma wollen nun, auch wenn es rechtlich womöglich nicht zu erzwingen wäre, Verbesserungen erreichen. Das ist gut. Mehr Offenheit im Vorfeld hätte den Anliegern aber bereits früher ihre Sorgen genommen.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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