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Babynotarztwagen mit neuesten Geräten ausgestattet

Bult Babynotarztwagen mit neuesten Geräten ausgestattet

Der hannoversche Babynotarztwagen ist aufgerüstet: Durch Spenden der Dr.-August-und-Erika-Appenrodt-Stiftung sowie der Familie Alten aus Wennigsen erhielt das Fahrzeug zwei Transportinkubatoren für Früh- und Neugeborene.

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Experte für Frühgeborene: Oberarzt Jens Siegel vom Kinderkrankenhaus hat den neuen Inkubator mitentwickelt.

Bult. An der Entwicklung war Jens Siegel vom Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult maßgeblich beteiligt.

Siegel, Oberarzt in der Neugeborenenmedizin, hatte während seiner Facharztausbildung in den Neunzigerjahren oft Neugeborenentransporte mit dem damaligen Babynotarztwagen begleitet. Ihm fiel auf, dass sich die Früh- und Neugeborenen und deren kleine Köpfe bei jedem Schlagloch oder bei einer stärkeren Bremsung unkontrolliert bewegten, was zu Folgeschäden führen kann. Der Mediziner setzte sich daraufhin mit Ingenieuren der Volkswagen AG, der Firma Draeger und der Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeuge GmbH in Verbindung, um ein Fahrzeug mit Inkubator (auch Brutkasten genannt) zu entwickeln, das einen schonenderen Transport der Neugeborenen ermöglicht.

Nach mehreren Testreihen stellte sich schließlich heraus: Neugeborene in der Mitte eines Wagens und quer zur Fahrtrichtung zu transportieren ist die schonendste Position in einem Fahrzeug. Auch langsames Fahren verbessert den Komfort beim Transport. Alle Erkenntnisse flossen in den hannoverschen Babynotarztwagen mit ein. Dieser erlaubt das seitliche Einladen des Kindes im Transportinkubator. Außerdem gilt das Fahrzeug als ganz besonders erschütterungsarm.

Auch der Transportinkubator wurde unter Mithilfe von Siegel weiterentwickelt und von der Firma Draeger in Serie gebaut - heute wird er weltweit vertrieben. Er unterscheidet sich von den normalen Inkubatoren durch seine Kompaktheit und durch besondere Eigenschaften für den Transport. Die neueste Generation eines Transportinkubators, die nun dem Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult zur Verfügung steht, zeichnet sich durch eine verbesserte Technik im Bereich der Atemgasanfeuchtung, der Wärmezufuhr, der Bedienbarkeit und der Sicherheit für die Neugeborenen aus. Bislang konnte man für die Babys in Transportinkubatoren nur auf „normale“ Atemluft zurückgreifen. „Jetzt kann die Beatmungsluft angewärmt und befeuchtet werden, was für die Atmungsorgane des Frühgeborenen sehr viel schonender ist“, erklärt Experte Siegel. Zudem sind die Kinder während des Transports über ein Sicherheitssystem im Inkubator angeschnallt.

Der Babynotarztwagen transportiert Früh- und Neugeborene aus den verschiedenen Geburtsklinken in der Landeshauptstadt Hannover und im Umland in ein Fachkrankenhaus für Frühgeborene wie das Perinatalzentrum Hannover-Kirchrode oder das Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult. Bei Notfällen im häuslichen Bereich kommt der Spezialwagen ebenfalls zum Einsatz. Der Notarztwagen wird in Hannover von der Berufsfeuerwehr unterhalten und bereitgestellt. Die Besatzung des Babynotarztwagens besteht in der Regel aus einem Arzt und einer Kinderkrankenpflegerin der Bult-Klinik sowie zwei Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr Hannover.

Der Babynotarztwagen ist rund 500-mal im Jahr im Einsatz. Ein solches spezielles Transportsystem muss von allen rund 130 Perinatalzentren mit der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) für Früh- und Neugeborene in Deutschland für den akuten Notfall vorgehalten werden.

Von Mathias Klein

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Bult in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil: Bult (2.975), Südstadt (38.600)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Der Name des Stadtteils Bult leitet sich vom niederdeutschen Wort „Bulte“ ab, was so viel wie Hügel bedeutet.
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