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Burg Englischkurs wird zum Outdoor-Abenteuer
Hannover Aus den Stadtteilen Burg Englischkurs wird zum Outdoor-Abenteuer
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00:15 07.08.2016
Emma (v.l.), Gina und Jana überlegen, ob Kapuzinerkresse im Salat schmeckt – schön sieht’s auf jeden Fall aus. Quelle: Steiner
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Hannover

Im Garten des Schulbiologiezentrums kriechen 14 Jugendliche auf der Suche nach Zutaten für ein Mittagessen durch die Pflanzreihen. „Who’s doing the pizza?“ ruft Lee Robinson. „And who the salad?“ Die Englischdozentin teilt Plastikschüsseln aus und geht von Beet zu Beet, erklärt Pflanzen und weist auf leckere Gemüsesorten hin, die gut als Pizzabelag schmecken. Bei dem fünftägigen Ferienangebot „English Outdoors“ lernen die Elf- bis 14-Jährigen viel über Pflanzen und Tiere - alles auf Englisch, versteht sich.

Kinder sollen nur Englisch sprechen

„Wir haben in Kooperation mit der Volkshochschule ein Konzept entwickelt, bei dem naturwissenschaftlicher Unterricht und Spracherwerb zusammengehen, weil wir das für eine ganz sinnvolle Kombination halten“, erläutert Umweltbiologin Anke Malethan. „Dabei ist auch der Gruppenprozess ein wichtiger Aspekt.“ Dafür dient der Montag als „Warm-up“. An diesem Tag bauen die Kinder als Erstes eine wasserfeste Höhle. „Als Material haben sie nur ein Seil und eine kleine Plane mitbekommen und sich alles andere im Wald zusammengesucht.“ Je länger die Kinder dabei sind, desto mehr Englisch wird gesprochen. „Am Mittwoch sollen sie nur noch Englisch sprechen, und wer das tut, bekommt eine Belohnung. Wer sich nicht daran hält, muss einen Cent bezahlen“, erklärt die Londonerin Lee Robinson und blickt für einen Moment sehr streng. Dann lacht sie und sagt: „Ich arbeite normalerweise mit Unternehmen und bin extrem strukturiert, das hier ist etwas anderes, da muss man erst mal fünf Schritte zurücktreten und die Dinge ihren Gang nehmen lassen.“

"Das find ich toll"

Die erste Stunde am Morgen ist für die Theorie vorgesehen, denn ganz ohne Büffeln geht es nicht, aber sonst spielt sich alles an der frischen Luft zwischen Teich und Wald, Pflanzen und Tieren ab. Genau das Richtige für Emma (12) aus der Südstadt: „Ich lerne hier ganz andere englische Worte als in der Schule und bin total viel draußen, das find ich toll.“ Tobias (13) aus Vahrenwald hat der Kurs im vergangenen Jahr so gut gefallen, dass er zum zweiten Mal mit dabei ist. Und die 13-jährige Gina aus der List ergänzt: „Es gefällt mir besonders gut, dass man hier anders lernt als in der Schule - und das im Zusammenhang mit Pflanzen und Tieren.“

Dazu gehören nicht nur Käfer, Schmetterlinge, Fliegen und Bienen, sondern auch Gänse, Hühner und sogar Meerschweinchen. Mit dem Kescher werden Rückenschwimmer und Stichlinge gefangen, unter dem Mikroskop betrachtet und wieder freigelassen. Genaue Beobachtung lohnt sich auch bei Bienen und anderen Insekten, deren Aufgabe die Bestäubung von Blüten ist. Hier lernt die Gruppe, wie wichtig dieser Prozess für unser Ökosystem ist.

"Es ist viel Learning by Doing"

„Es ist viel Learning by Doing“, sagt Anke Malethan mit Blick auf das Erlernen der Sprache. Das gilt allerdings auch fürs Schnippeln von Gemüse. Während Peer (14) aus dem Heideviertel nicht so recht weiß, wie er den Schnittlauch schneiden soll, kämpft Tobias mit dem Lauch. Bertrand (12) aus Neustadt am Rübenberge schimpft „The tomato is awful“, während er versucht, eine frische, aber leicht matschige Tomate in Stücke zu schneiden. Doch schließlich ist es geschafft, und die Pizza kann in den Ofen - belegt mit vielen frischen Zutaten. Auch wenn deren englische Bezeichnungen noch nicht im Gedächtnis verankert sind - dem Geschmack tut’s keinen Abbruch. Und am Nachmittag geht es weiter mit der Insektenkunde - natürlich „in English“.

Von Sonja Steiner

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