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Kritik an Kleingartenkonzept wächst

Burg Kritik an Kleingartenkonzept wächst

Kolonien in Burg wehren sich gegen die Umwandlung ihrer Gärten in Bauland. Entlang des Vinnhorster Wegs sollen bis zu 200 Parzellen umgewidmet werden.

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In der Kolonie Herrenhausen-Burg macht sich Unmut über das Kleingartenkonzept der Stadt breit.Fotos: Moers (2)

Burg. Burg. Mit dem Sonnenschein blüht das Leben in den Kleingärten am Vinnhorster Weg. Doch hinter dem Gartenzaun wächst in diesen Tagen gleichzeitig der Unmut der Gartenfreunde. Nachdem bekannt wurde, dass ein neues Kleingartenkonzept der Stadt die Umwandlung von rund 200 Parzellen entlang des Vinnhorster Weges in Bauland erwägt, herrscht große Unsicherheit. Für die kommende Woche ist ein Gipfeltreffen von Vertretern der betroffenen Kolonien Herrenhausen-Burg, Burgland und Rehhagen mit dem Bezirksverband anberaumt.

„Ich war stocksauer, dass wir von den Plänen erst aus der Zeitung erfahren haben“, ärgert sich Harald Frank, der Vorsitzende der „Nord-West-Gruppe“, einem Zusammenschluss Nordhannoverscher Kleingartenvereine. Zu keinem Zeitpunkt seien die Vorstände der Kolonien in die Entwicklung des „Kleingartenkonzepts 2016-2025“ eingebunden worden. In dem vor drei Wochen vorgestellten, achtzigseitigen Konzeptentwurf sind Kleingartenflächen aufgeführt, auf denen in den kommenden Jahren dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden soll. Entlang des Vinnhorster Wegs sind drei Kolonien betroffen. Die kleinste Kolonie Rehhagen würde beinahe die Hälfte ihrer Gärten verlieren - Planungen, die aus Sicht der Kleingärtner bislang über ihre Köpfe hinweg verhandelt wurden. „Die Stadt und der Bezirksverband entscheiden nach Gutsherrenart“, kritisiert ein Positionspapier der Kolonie Herrenhausen-Burg den bisherigen Prozess.

In der vergangenen Woche wandte sich eine Delegation der betroffenen Kleingärtner an den Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken. Ihre Forderung: der Erhalt der Kleingärten. Stattdessen soll die Stadt andere Brachflächen oder leer stehende Grundstücke für den Wohnungsbau nutzen. Die Bezirksratsfraktionen zeigten sich allesamt überrascht von dem Anliegen. „Wir hatten noch wenig Zeit, uns zu dem Thema eine Meinung zu bilden“, bat Bezirksbürgermeisterin Marion Diener um Verständnis bei den aufgebrachten Besuchern. Stadtbezirksmanagerin Rita Heitsch gab zu bedenken, dass die Angelegenheit außerhalb des Kompetenzbereichs der Bezirksräte läge. Das Konzept behandelt Kleingartenflächen in der gesamten Stadt. Ein Argument, dass der CDU-Vorsitzende Wolfgang Neubauer nicht gelten lassen will. „Wir sind sehr wohl verantwortlich, was mit den Kleingärten in unserem Stadtbezirk passiert“, kündigte er eine weitere Behandlung des Themas an. Vorerst mussten die Vertreter der Kolonie sich mit dem grundsätzlichen Wohlwollen des Gremiums zufriedengeben.

In den Kolonien selbst sind die Vorstände derzeit bemüht, an konkretere Informationen zu gelangen. Anfragen bei dem Bezirksverband blieben bislang ergebnislos. Auch eine Anfrage des Stadt-Anzeigers blieb unbeantwortet. Die allgemeine Verunsicherung lässt Gerüchte entstehen. „Als Vorstand wird man beschimpft, weil die Pächter nicht glauben, dass man nichts von dem Ganzen gewusst hat“, ärgert sich Michael Wefing, Vorsitzender der Kolonie Herrenhausen-Burg. Da kaum ein Pächter das vollständige Mammut-Konzept komplett durchgearbeitet hat, befürchten einige Pächter, dass sie schon im kommenden Jahr ausziehen müssen. „So wird es nicht kommen“, beruhigt Harald Frank. Nach dem ersten Schreck sollen Gespräche der Kolonie-Vorstände mit dem Verbandspräsidium am 17. Mai klären, wie es tatsächlich weitergeht. „Wenn sich zeigt, dass wir noch einige Jahre Ruhe haben, werden wir erst mal abwarten“, so Frank. Von Mario Moers

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Burg in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Geschichte: Burg ist geprägt von Ein- und Zweifamilienhäusern, die in den 30er Jahren gebaut wurden, und zahlreichen Kleingärten.
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