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Calenberger Neustadt Die Hanomacke wird 30
Hannover Aus den Stadtteilen Calenberger Neustadt Die Hanomacke wird 30
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02:15 27.02.2016
Von Karsten Röhrbein
Die Hanomacke auf dem Conti-Campus der Leibniz-Universität Hannover feiert 30-jähriges Jubiläum. Quelle: Schaarschmidt
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Calenberger Neustadt

In der Hanomacke, einem der ältesten selbst verwalteten Cafés der Leibniz-Uni, geht es heute ein bisschen förmlicher zu als sonst: Der Trägerverein der Institution auf dem Conti-Campus feiert mit vielen ehemaligen Helfern und Förderern schließlich 30-jähriges Bestehen.

Das selbst verwaltete Studentencafé Hanomacke am Conti-Campus der Leibniz-Uni Hannover wird 30. 

Dort, wo sonst Studenten zwischen den Vorlesungen einen Kaffee trinken oder lernen, begrüßt das Hanomacke-Vorstandsteam um Yona Amthor rund 170 alte „Mackies“ – darunter etwa auch Regionspräsident Hauke Jagau. Der kann sich noch sehr gut an seine Thekenschichten auf dem Hanomag-Gelände in Linden-Süd erinnern, wo die Juristen vor dem Umzug auf den Conti-Campus am Königsworther Platz untergebracht waren. „Die Hanomacke war der einzige Ort, wo man als Jura-Student damals einen Kaffee bekommen konnte“, erinnert sich Jagau. Seine Vorgänger hatten sich die Cafeteria Anfang der Achtziger mit einer Hörsaalbesetzung erstreikt – und die Hanomacke schnell zu einem beliebten Treffpunkt gemacht.

Regionspräsident Hauke Jagau, Landtagsdirektor Udo Winkelmann, Harald Kuhne, Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium und Rechtsanwalt Thomas Hinderlich.

„Am Sonntag vor dem Semesterstart haben wir dort immer die Möbel instand gesetzt“, berichtet der heutige Regions­präsident. Mit ehemaligen Kommilitonen wie Udo Winkelmann, Direktor des niedersächsischen Landtags, Harald Kuhne, Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium, und dem Rechtsanwalt Thomas Hinderlich klönt Jagau jetzt über alte Uni-Zeiten, über Professoren und natürlich über die Hanomacke-Partys. „Eine Flasche Duprès-Sekt kostete bei uns damals 10 Mark“, erinnert sich Jagau – damit wurde auf bestandene Prüfungen angestoßen. 1986 gründete das Hanomacke-Team den Trägerverein – um die Einnahmen der Partys ordnungsgemäß verbuchen zu können.

Als die Juristen 1995 auf den Conti-Campus umzogen, zog auch die Hanomacke mit: Seit mehr als 20 Jahren ist die Cafeteria dort Treffpunkt für angehende Juristen, Wiwis, Germanisten, Anglisten und andere Studenten. Tagsüber schenkt das Thekenteam Kaffee aus. Eine Tasse kostet 50 Cent – den Preis hat die Hanomacke seit 2002 nicht erhöht. Abends, etwa bei den wöchentlichen „Beerpong“-Turnieren am Donnerstag, gibt es dann Bier. Und das nicht zu knapp: Wenn

2006 stand das Café kurz vor dem Aus

40 Teams gegeneinander antreten und Tischtennisbälle in die Plastikbecher der Gegner werfen, gehen schon mal 60 Kisten Bier über den Tresen. „Wir waren der größte Einzelabnehmer für Flensburger“, erinnert sich Anwalt Christian Wischhöfer, der lange in der Hanomacke aktiv war und seine Vorstandsnachfolger auch heute noch gerne berät. Nicht nur Getränkebestellungen und Thekenschichten müssen koordiniert werden, es gibt auch viel Papierkram – bis hin zur Schanklizenz. Wischhöfer macht das trotzdem viel Spaß. „Ich habe hier viel gelernt“, sagt der 39-jährige Jurist. Das sieht auch Jan Rosentreter so: „Wie ich Mitarbeiter motiviere, dass sie sich wohlfühlen, das hilft mir auch heute in der Kanzlei“, sagt der heutige Immobilienrechtsexperte, der 1998 seine erste Schicht in der Hanomacke hatte.

Die Hanomacke auf dem Conti-Campus der Leibniz-Universität Hannover feiert 30-jähriges Jubiläum.

2006 stand das selbstverwaltete Café vor dem Aus: Die Uni plante, die Cafeteria zu Arbeitsräumen umzugestalten. Doch die Studenten wollten den beliebten Treffpunkt nicht einfach räumen: Mehr als 1200 Unterschriften kamen zusammen. Am Ende gab es einen Kompromiss: Ein Drittel der Fläche wurde in einen Lern- und Arbeitsbereich umgewandelt.
Längst engagieren sich nicht nur Juristen ehrenamtlich in der Hanomacke. Yona Amthor studiert Wirtschaftswissenschaften, ihr Vorstandskollege Francesco Agostino Life Science.

„Jeder, der eine Idee hat, ist willkommen“

Benjamin Maiwald ist das erste Vorstandsmitglied, das nicht studiert hat: Der gelernte Einzelhandelskaufmann ist stellvertretender Geschäftsführer eines Bio-Supermarkts. Als er zum ersten Mal in die Hanomacke kam, gefiel ihm die offene Atmosphäre so gut, dass er dort seit fünf Jahren aktiv ist. „Ich habe hier als Erstsemester sofort Anschluss gefunden“, berichtet Michelle Hoyer (27), die sich bei den regelmäßigen Blutspendeterminen ums Büfett kümmert. Allerdings sei es nicht einfach, immer genügend Freiwillige zu finden: „Es gibt nicht mehr so viele Freistunden wie früher.“ Wer nach vier Semestern nicht die Zwischenprüfung macht, dem droht in einigen Fächern inzwischen die Zwangsexmatrikulation. Zwei Stunden pro Woche hinter der Theke zu stehen sei dennoch machbar, meint die 25-jährige Anika Behrendt. Die Anglistik- und Politikstudentin hat in der Hanomacke Schwarzlicht-Partys etabliert. „Jeder, der eine Idee hat, die er umsetzen will“, so betont Behrendt, „ist hier willkommen.“

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