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Aus den Stadtteilen Zukunft von Jugendzentrum für ein Jahr gesichert
Hannover Aus den Stadtteilen Zukunft von Jugendzentrum für ein Jahr gesichert
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08:00 18.12.2017
Am Nikolaustag protestierten Eltern und junge Nutzer gegen die Schließung des Evangelischen Jugendzentrums. Quelle: Franson
Linden-Mitte

 Gute Nachricht für die Besucher des Evangelischen Jugendzentrums: Die Zukunft der Einrichtung ist für ein weiteres Jahr gesichert. Der Stadtkirchentag, das synodale Parlament, hat beschlossen, die finanzielle Förderung zunächst bis Ende 2018 zur Verfügung zu stellen. Auch die Stadt Hannover hilft bei der Finanzierung. Allerdings muss das von behinderten Jugendlichen als Treffpunkt genutzte Zentrum seinen angestammten Standort  am Lindener Berg zum Jahreswechsel verlassen. Der Stadtkirchenverband hat als Ersatz neue Räume bei der Titus-Gemeinde in Vahrenheide in Aussicht gestellt. 

Die 50 geistig beeinträchtigten jungen Leute, die sich bis zu fünfmal pro Woche in dem Zentrum getroffen haben, und ihre Eltern haben die vergangenen Wochen in großer Sorge verbracht. Sie befürchteten das endgültige Aus für die Einrichtung. Denn die evangelische Kirche, die das vor rund 25 Jahren eröffnete Zentrum bisher getragen hatte, ist in Finanznot. Die Verantwortlichen hatten angekündigt, den Treff zu schließen. Bereits im Frühjahr 2016 stand die Einrichtung auf dem Spiel: Die Kirche hatte das Haus am Lindener Berg an die Baufirma Grundlach verkauft, die dort ein Wohnprojekt für Obdachose und Studenten einrichten will. Doch die Jugendlichen und ihre Eltern protestierten. Sie erreichten, dass der Treff bis dato bestehen bleiben konnte. 

Auch dieses Mal zeigten sich die Betroffenen kämpferisch. Sie informierten die Öffentlichkeit über ihr Anliegen und ließen bei den Verantwortlichen nicht locker. Vor der entscheidenden Sitzung des Stadtkirchentags waren sie am Nikolaustag zu einer Protestaktion zum Kirchenzentrum am Mühlenberger Markt gekommen. Mit großer Mehrheit hat das Gremium nun beschlossen, dass die Finanzlücke mit einem Griff in die Rücklagen geschlossen werden soll. 

Für den laufenden Betrieb des Zentrums sind mehr als 185 000 Euro erforderlich; davon übernimmt der Stadtkirchenverband rund 126 000 Euro, knapp ein Drittel schießt die Stadt dazu. Die Entscheidung, das Jugendzentrum zu schließen, sei auch ein politisches Signal gewesen, sagt Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann: „Wir müssen deutlich markieren, dass wir als Kirche allein diese beispielhafte Arbeit für junge Menschen mit Handicaps nicht leisten können.“ Offenbar sei die Botschaft angekommen, meinte er mit Blick auf die aktuelle finanzielle Beteiligung der Stadt.  

Die wird wohl auch künftig nötig sein. Heinemann betonte, dass der Kostenanteil, den der Stadtkirchenverband zurzeit noch tragen muss, auf Dauer zu groß sei. Die Summe könne nicht langfristig durch Rücklagen gedeckt werden. Die Finanzierung des Jugendzentrums ab 2019 ist demnach wieder ungewiss. 

„Wir haben einen Bonbon bekommen, aber leider nicht die gewünschte Pralinenschachtel“, sagt Therese Makarczuk-Krol, deren Tochter den Treff regelmäßig besucht. Es überwiege die Freude, dass es weitergeht. Aber es sei sehr anstrengend, jedes Jahr aufs Neue kämpfen zu müssen. So sieht es auch Irmtraud König, eine andere Mutter. Gudrun Werner sagt, für ihren Sohn sei das Zentrum „ein Stück Heimat“. Es sei der einzige Ort in Hannover, wo sich behinderte junge Menschen in ihrer Freizeit mit pädagogischer Begleitung treffen könnten. Sie kämen denn auch aus dem gesamten Stadtgebiet und sogar aus dem Umland. „Die Stadt müsste für eine solche Einrichtung mehr Geld geben“, findet sie.  

Von Juliane Kaune

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