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Ist hier ein Serientäter am Werk?

Brandserie in Kleingärten Ist hier ein Serientäter am Werk?

Seit März 2016 brennen im Westen Hannovers immer wieder Kleingartenlauben. Allein im vergangenen Dezember entstand so ein Sachschaden in Höhe von 65.000 Euro. In mindestens neun Fällen ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Ob die Taten miteinander in Zusammenhang stehen, sei noch unklar, sagt die Polizei.

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Nur noch Ruinen verbleiben nach einem Laubenbrand an der Christel-Keppler-Strasse.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Angesichts der zahlreichen Laubenbrände in Davenstedt, Badenstedt und Linden glaubt die Polizei kaum noch an Zufälle. Bis vor Kurzem vermuteten die Brandermittler bei drei von elf Feuern, die seit 2016 in den Kleingartenkolonien in den westlichen Stadtteilen ausgebrochen waren, noch einen technischen Defekt als Brandursache.

Auf Nachfrage der HAZ stellte die Polizei zu Beginn der Woche klar: „Aufgrund der Gesamtumstände, der Tatortnähe und zeitlichen Nähe gehen wir nun auch in zwei weiteren Fällen von Brandstiftung aus.“ Laut Polizeisprecher Mirko Nowak handelt es sich um einen Geräteschuppenbrand vom 16. Dezember 2016 und einen Laubenbrand vom 18. Januar.

Eine Chronologie der Ereignisse

  • 13. März 2016, 18 Uhr: Ein 69-Jähriger entdeckt eine Rauchwolke in der Kolonie Lindener Alpen (Am Lindener Berge) und alarmiert die Feuerwehr. Eine Laube brennt komplett nieder, das benachbarte Gartenhaus wird beschädigt. Die Ursache bleibt aufgrund der schweren Verwüstungen unklar. Schaden: 15.000 Euro.
  • 31. Juli, 13.40 Uhr: An einem Sonntagnachmittag stehen fast zeitgleich zwei Lauben in der Kolonie Schwarze Flage (Meerrettichweg) in Flammen. Ein Gartenhaus brennt komplett nieder. Wenige Hundert Meter weiter kann das Feuer lediglich einen Anbau zerstören, dann haben die Einsatzkräfte die Lage im Griff. Schaden: 15.000 Euro und 3000 Euro.
  • 29. Oktober, 5 Uhr: Eine Gartenlaube in der Kolonie Tiefland (Schwarze Flage) geht in Flammen auf. Diesmal kommt die Feuerwehr zu spät, das Haus brennt komplett nieder. Die Kripo kann in den Trümmern keine Brandursache mehr feststellen. Schaden: 15.000 Euro.
  • 13. Dezember, 19 Uhr: Der Vorbau einer Gartenhütte in der Kolonie An der Saline (Davenstedter Straße) gerät in Brand. Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus. Schaden: 5000 Euro.
  • 16. Dezember, 13 Uhr: Der Geräteschuppen einer Gartenlaube in der Kolonie Nötelshöhe (Richard-Partzsch-Weg) brennt. Die Flammen beschädigen auch einen Pavillon auf einer Nachbarparzelle. Die Brandermittler vermuten zunächst einen technischen Defekt, mittlerweile glauben sie aber eher an Brandstiftung. Schaden: 20.000 Euro.
  • 29. Dezember, 13.15 Uhr: Eine Gartenlaube in der Kolonie Ihlpohl I (Am Ihlpohl) wird durch ein Feuer nahezu vollständig zerstört. Die Polizei ist sich nach wie vor sicher, dass hier ein technischer Defekt vorliegt und schließt eine vorsätzliche Tat aus. Schaden: 10.000 Euro.
  • 18. Januar 2017, 15.30 Uhr: Ein 83-jähriger Kleingärtner in der Kolonie An der Saline (Davenstedter Straße) stellt fest, dass dichter Qualm aus der Gartenlaube seines Nachbarn dringt. Die alarmierte Feuerwehr kann das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Die Brandermittler vermuten zunächst, dass ein technischer Defekt an der elektrischen Installation das Feuer verursacht hat. Inzwischen hält die Kripo eine Brandstiftung für wahrscheinlicher. Schaden: 2500 Euro.
  • 20. Januar, 14 Uhr: Eine Laube in der Kolonie Wald-Eck (Körtingsdorfer Weg) brennt an einem sonnigen Freitag nieder. Das Feuer zerstört auch eine benachbarte Laube. Die Polizei ist sich sicher, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. Schaden: 15.000 Euro.
  • 20. Januar, 15.10 Uhr: Während die Feuerwehr noch einige Hundert Meter entfernt im Einsatz ist, geht auch eine Laube in der Kolonie Eintracht (Am Ihlpohl) in Flammen auf. Sie brennt vollständig aus. Offensichtlich war auch hier ein Feuerteufel am Werk. Der Vorfall erinnert an die Brandstiftung im Juli 2016, als ebenfalls zwei nahe gelegene Lauben brannten. Schaden: 10.000 Euro.
  • 24. Januar, 14 Uhr: Die Feuerwehr eilt zu einem Laubenbrand in der Kolonie Altes Dorf (Droehnenstraße). Als die Einsatzkräfte eintreffen, steht das Gartenhaus bereits in Vollbrand, sie können die Laube nicht mehr retten. Wegen des hohen Zerstörungsgrads ist die Brandursache nicht mehr festzustellen. Schaden: 10.000 Euro.

In Badenstedt sind zwei Gartenlauben abgebrannt.

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Polizei bittet um Hinweise

Bislang kann die Polizei noch keine Ermittlungserfolge vorweisen. Weil es so gut wie unmöglich ist, die Brandstifter auf frischer Tat zu ertappen, ist die Kriminalpolizei auf Hinweise angewiesen. Obwohl mehrere Taten mitten am Tag verübt wurden, gibt es aber bislang keine Zeugen, die den Beamten mit ihren Beobachtungen weiterhelfen konnten.

Daher wiederholt die Polizei ihren Aufruf: Wer verdächtige Personen in den Kleingärten beobachtet hat, wird gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst Hannover unter Telefon 1 09 55 55 in Verbindung zu setzen.

Von Christian Link

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Davenstedt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, 11. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 31.600
  • Einwohner je Stadtteil: Davenstedt (10.606), Ahlem (9.586 Ew.), Badenstedt (11.434 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 3.211 Einwohner/km²
  • Postleitzahl : 30453, 30455
  • Geschichte: Badenstedt war bis 1920 selbstständig. Seitdem gehört es zu Hannover.
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