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Döhren Bau des Wasserkraftwerks am Leinewehr verzögert sich
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Bau des Wasserkraftwerks am Leinewehr verzögert sich
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00:15 05.03.2017
Von Michael Zgoll
Die zero:e-Siedlung in Wettbergen soll vom Kraftwerk profitieren. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Kritische Fragen zum Zeitplan für den geplanten Bau eines Wasserkraftwerks am Döhrener Leinewehr haben in der vergangenen Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel die Grünen gestellt. Fraktions­chefin Claudia Meier wollte wissen, warum das Planfeststellungsverfahren - das im Herbst 2016 starten sollte - noch nicht eingeleitet wurde. Außerdem fragte sie die Verwaltung, in welchem Zeitrahmen Investor und Stadt das Vorhaben denn nun realisieren wollen. Die Antworten führten im Thurnithisaal des Döhrener Freizeitheims zur kurzen, aber erregten Debatte.

Wie eine Verwaltungssprecherin mitteilte, habe das Planfeststellungsverfahren im Vorjahr noch nicht begonnen, weil der Investor - die Firma AUF Eberlein & Co. - die Unterlagen noch nicht eingereicht hatte. Inzwischen jedoch habe das Unternehmen Entwurfsunterlagen übersandt und die Untere Wasserbehörde der Region Hannover als zuständige Planfeststellungsbehörde gebeten, deren Vollständigkeit zu überprüfen. Sollten keine weiteren Papiere erforderlich sein, könnte der Investor den regulären Plan in diesem März einreichen. Abgeschlossen werden könnte das Planfeststellungsverfahren dann im Herbst 2018, ein Baubeginn wäre demnach im Sommer 2019 möglich. Je nach Witterung und Baufortschritt, so die Sprecherin, könnte das kleine Wasserkraftwerk im Herbst 2019 oder im Sommer 2020 in Betrieb genommen werden.

Protest seit Jahren

Doch ob dieser Zeitplan realistisch ist, scheint äußerst fraglich. So hatte der Landessportfischerverband bereits 2010 angekündigt, gegen den Bau der Wasserkraftanlage klagen zu wollen. Eine solche Klage ist nach Auskunft der Verwaltungssprecherin allerdings erst nach Beendigung des Planfeststellungsverfahrens möglich; sie hätte aufschiebende Wirkung und würde den Baubeginn verzögern.

In der Bezirksratssitzung meldeten sich aus den Reihen des Publikums einige Anwohner zu Wort, die schon seit Jahren gegen das Kraftwerk opponieren. „Die Stadt hat ihre Informationspolitik eingestellt, im Internet findet man nur noch völlig veraltete Infos aus dem Jahr 2014“, kritisierte etwa Jochen Büttner, der sich schon früher über eine „Projektgruppe Leinemasch“ des Heimatbundes gegen die Anlage ausgesprochen hatte. Wolfgang Scheffler, Sprecher einer Anwohnerinitiative, wiederholte einen bereits früher geäußerten Verdacht: Das Kraftwerk werde nicht rentabel arbeiten, und dann müssten es Stadt oder Stadtwerke übernehmen.

„Wir haben uns aus umwelt- und wirtschaftspolitischen Gründen bereits gegen den Bau des Wasserkraftwerks ausgesprochen“, betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Jakob. Die Debatte um das Projekt währe nun schon fast zehn Jahre; sobald es neue Pläne gebe, müsse der Nachbarschaftsdialog wieder aufleben. Einen anderen Standpunkt vertrat SPD-Fraktionschef Jens Schade: „Es gibt laufende Verträge, und da kommt die Stadt nicht wieder raus.“ Außerdem bedeute der Bau eines Kraftwerks in Döhren keinen einschneidenden Eingriff in die Natur, schließlich existiere an dieser Staustufe der Leine schon seit dem 14. Jahrhundert ein Wehr. Claudia Meier von den Grünen wies darauf hin, dass die Stadt den Bau eines Wasserkraftwerks im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet zero:e park in Wettbergen fördere und bezuschusse.

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