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Döhren Bezirksrat fordert erhalt der Bücherei-Öffnungszeiten
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Bezirksrat fordert erhalt der Bücherei-Öffnungszeiten
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00:15 02.10.2017
Von Michael Zgoll
Die Döhrener Bibliothek ist eine von drei Stadtteilbüchereien, deren Netto-Öffnungszeiten sich verringern. Quelle: Michael Thomas (Archiv)
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Hannover

„Wir können die Büchereien nicht von 9 bis 20 Uhr öffnen, das lassen unsere Ressourcen nicht zu.“ Dies sagte die Leiterin der Stadtbibliothek Hannover, Carola Schelle-Wolff, in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel. Sie war gekommen, um das neue Öffnungszeiten-Konzept der Büchereien zu erläutern - und den Kritikern aus Döhren-Wülfel den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Bücherei an der Peiner Straße gehört zu drei von 18 städtischen Einrichtungen, die eine Stundenkürzung hinnehmen müssen.

Doch die Erklärungen der Bibliothekschefin verfingen nicht. Zwar gab es eine Mehrheit von 14 zu eins, die Beschlussdrucksache der Verwaltung anzunehmen; allerdings votierte die Mehrheit von SPD und Grünen auch für einen Änderungsantrag der Sozialdemokraten. Demnach stimmt das Gremium dem Konzept nur zu, wenn die Stadt die Öffnungszeiten für Döhren-Wülfel nicht verringert.

Nach dem neuen Plan werden die Öffnungszeiten aller hannoverschen Büchereien insgesamt um 8,3 Prozent auf 546 Stunden erhöht. Damit einher geht eine Vereinheitlichung: So sollen ab dem 1. Januar 2018 mittwochs alle Stadtteilbüchereien geschlossen bleiben. Ferner beinhaltet das Grundmuster montags und donnerstags Öffnungszeiten von 11 bis 19 Uhr, dienstags und freitags von 11 bis 17 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr.

Längere Ausleihe

In den meisten Zweigstellen können Leser am Sonnabend somit eine Stunde länger als bisher Bücher ausleihen und zurückbringen, in der Zentralbibliothek sogar bis 19 Uhr. Damit kann man sich die Öffnungszeiten der Bücherei an der Hildesheimer Straße 12 besonders gut merken: Sie ist von montags bis sonnabends täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Wie Schelle-Wolff erklärte, hatte Döhren bislang mit 38 besonders viele Stunden geöffnet, während andere Einrichtungen ihre Türen nur für 20 Stunden geöffnet hatten. Dieses Ungleichgewicht soll nun ausgeglichen werden. Abgesehen davon könnten Schulen und Kindertagesstätten jederzeit individuelle Termine bekommen. Der Mittwoch in Döhren falle weg, um auch hier zu einer Vereinheitlichung zu kommen. So brauche man diesen Tag für Dienstbesprechungen und Fortbildungsveranstaltungen der Bibliotheksmitarbeiter, außerdem sei der Mittwoch ein Ausgleichstag für den Sonnabend. Generell seien annähernd gleiche Öffnungszeiten auch hilfreich, um personelle Engpässe - etwa bei Erkrankungen - besser ausgleichen zu können. Schelle-Wolff wies zudem darauf hin, dass in Döhren kein Personalabbau geplant sei.

Nichtsdestotrotz beharrten SPD und Grüne darauf, die Öffnungszeiten in Döhren nicht zu verringern; in anderen Stadtbezirken würden die Zeiten sogar verlängert. Zudem gebe es in Döhren keinen Ausgleich durch schulinterne Öffnungszeiten wie etwa in der Stadtbibliothek Roderbruch.

Öffnungszeiten sind fair

Ja, auf den ersten Blick mag man meinen, dass die Bücherei Döhren mit dem neuen Öffnungszeiten-Konzept der Stadt schlecht wegkommt. Sie gehört zu 3 von 18 Einrichtungen, die Stunden abgeben müssen. Dabei fällt auch der Mittwoch weg, an dem die Türen in der Peiner Straße bislang von 10 bis 14 Uhr geöffnet waren. Ist der Mehrheitsbeschluss des Bezirksrats Döhren-Wülfel, gegen die Kürzungen zu votieren, deshalb gerechtfertigt?

In Wahrheit ist dies ein Paradebeispiel für Kirchturmpolitik, die nur den eigenen kleinen Beritt im Auge hat. Unterzieht man sich der Mühe, in der Verwaltungsvorlage die Öffnungszeiten aller Einrichtungen zu addieren, wird eine wesentlich gerechtere Aufteilung als früher sichtbar. Lag die Spanne unter den Zweigstellen ehedem zwischen 20 und 35 Stunden, pendelt sie nun zwischen 28 und 32. Die Zentralbibliothek mit ihren 48 Stunden bildet eine Ausnahme, die sicher gerechtfertigt ist.

Die Politiker aus Döhren-Wülfel möchten nun also das bisherige Stundenkontingent von 35 für ihren Stadtbezirk beibehalten. Möchten somit mehr Stunden als jede andere Zweigstelle beanspruchen. Doch einen sachlichen Grund für diese Forderung gibt es nicht. SPD und Grüne im Bezirksrat tun sich keinen Gefallen, sich fast schon reflexartig gegen jede minimale Verschlechterung in ihrem Verantwortungsbereich zu wehren – ein Blick über den Tellerrand hinaus kann manchmal hilfreich sein.

Ein Kommentar von Michael Zgoll

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