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Bezirksrat für illegale Piktogramme

Döhren Bezirksrat für illegale Piktogramme

Eine beispielhafte Parkplatzmarkierung in Döhren wurde bei der Stadt weder beantragt noch genehmigt.

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Illegales Piktogramm in Döhren: Der Bezirksrat Döhren-Wülfel will die Markierung, die am Illerweg Ecke Lechstraße aufgebracht ist, häufiger aufmalen.

Quelle: Michael Zgoll

Döhren. Auf rechtlich dünnes Eis hat sich der Bezirksrat Döhren-Wülfel in seiner jüngsten Sitzung begeben. Er forderte die Verwaltung auf, ein Handicap-Piktogramm auf ausgewählte Straßenkreuzungen zu malen, um potenziell falsch parkende Autofahrer von Bordsteinabsenkungen fernzuhalten. Was die Politiker bei ihrem einstimmigen Beschluss übersehen hatten - oder übersehen wollten: Ein beispielhaft fotografiertes Piktogramm an der Ecke von Illerweg und Lechstraße prangt illegal auf dem rot gepflasterten Bürgersteig. Laut Pressesprecher Alexis Demos wurde dieses Malwerk bei der Stadt weder beantragt noch genehmigt. Jetzt könnte es passieren, dass der Schuss der Bezirksräte nach hinten losgeht - und die Verwaltung die Döhrener Muster-Markierung entfernen lässt.

Der Beschluss des Bezirksrats basiert auf einem Antrag der Grünen und ist überschrieben mit dem Schlagwort „Gelebte Inklusion“. Die Verwaltung solle den Überweg für Menschen mit Handicap oder Kinderwagen freimachen, heißt es da, insbesondere an Straßenüberquerungen in der Nachbarschaft von Apotheken, Ärztehäusern und Kitas sowie nahe dem Fiedelerplatz und der Post in der Abelmannstraße. Eine Rollstuhlfahrer-Kennzeichnung stelle eine Hemmschwelle dar, die Straße vor einer Bordsteinabsenkung zuzuparken, meinen die Politiker.

Doch die Stadt will von dieser Initiative nichts wissen. Ein Piktogramm mit dem Rollstuhlfahrersymbol dürfe nur in Zusammenhang mit der Beschilderung „Parkplatz“ und dem Zusatzzeichen „Nur Schwerbehinderte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung und Blinde“ verwendet werden, sagt Sprecher Demos. Heißt: Ein nicht mit der deutschen Schilderlandschaft vertrauter Autofahrer mit Handicap könnte denken, am Illerweg sei für ihn persönlich ein spezieller Parkplatz markiert worden.

Abgesehen davon sei die in Döhren aufgemalte Markierung auch noch fehlerhaft, so Alexis Demos. Das Piktogramm am Illerweg ähnele zwar dem Zusatzzeichen gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO), sei aber spiegelverkehrt aufgebracht worden.

Die Verwaltung erlaubt sich zudem den Hinweis, dass das Parken in Kreuzungsbereichen und vor Bordsteinabsenkungen laut StVO eh verboten ist. Verkehrszeichen dürften andererseits nur dort angeordnet werden, wo dies aufgrund besonderer Umstände zwingend geboten sei, so der Pressesprecher. Ein illegales Rollstuhlfahrer-Symbol könne aber sicher nicht für eine derartige Verdeutlichung herhalten - höchstens eine weiße Zickzack-Markierung, wie man sie von Einfahrten kennt.

Die Fraktionen im Bezirksrat Döhren-Wülfel müssen nun überlegen, wie sie mit diesem Bannspruch der Verwaltung umgehen - und ob sie möglicherweise auf den Zickzack-Kurs der Stadt einschwenken.

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Döhren in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Döhren wurde im Jahr 983 als „Thurnithi“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Döhrener Turm wurde 1382 errichtet. Seit 1907 gehört der Ort zu Hannover.
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