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Döhren Bürgermeisterin Kellner bestätigt - AfDler fehlt
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Bürgermeisterin Kellner bestätigt - AfDler fehlt
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13:33 17.11.2016
Von Michael Zgoll
Der neu gewählte Bezirksrat Döhren-Wülfel: Britta Waase (CDU, untere Reihe von links), Ellen Maschke-Scheffler (CDU), Stefanie Matz (CDU), Michael Rinker (Grüne), Gabriele ­Jakob (CDU), Claudia Meier (Grüne), Antje Kellner (SPD), Brigitta Miskovic (SPD), Sven Rühmeier (SPD), Ali Abdullah Banihashem (SPD). Obere Reihe von links: Gerd Sommerkamp (CDU), Serge Zanot (Die Partei), Björn-Christian Seela (FDP), Jens Schade (SPD), Tanja Bunduls (SPD), Sarah Röttger (Grüne), Manfred Milkereit (Die Linke), Angelo Alter (Beisitzer SPD). Nicht auf dem Bild: AfD-Mitglied Mario Seebode. Quelle: Philipp von Ditfurth
Döhren-Wülfel

Addiert man die Sitze von SPD (sechs), Grünen (drei) und des Linken-Vertreters Manfred Milkereit (eine), landet man genau bei zehn – sehr wahrscheinlich also, dass die in geheimer Wahl abgegebenen Voten von diesen Bezirksräten stammen. Auf die Gegenkandidatin der CDU, Gabriele Jakob, entfielen fünf Stimmen; so viele Köpfe zählt auch die Bezirksratsfraktion der Christdemokraten. Eine Stimme wurde für den Vertreter der Spaß-Gruppierung Die Partei gezählt; da sich deren Vertreter Serge Zanot selbst zur Wahl vorgeschlagen hatte, spricht vieles dafür, dass er auch für sich selbst votiert hat. Die letzte Stimme war eine Enthaltung – vom FDP-Bezirksratsherrn Björn-Christian Seela.

Bei der Wahl zum stellvertretenden Bezirksbürgermeister ergab sich ein ähnliches Bild. Hier setzte sich Claudia Meier von den Grünen mit zehn Stimmen durch. Ellen Maschke-Scheffler (CDU) bekam fünf Stimmen, Serge Zanot (Die Partei) eine, und eine Enthaltung komplettierte das Ergebnis.

Antje Kellner betonte in ihrer Antrittsrede, dass sie eine nahbare und immer ansprechbare Bürgermeisterin sein wolle. Ein Schwerpunkt der Arbeit des Bündnisses, das SPD, Grüne und Linke geschlossen haben, sei das Engagement für die sozial Schwachen im Stadtbezirk. Dieses habe – unabhängig von der Hilfe für Flüchtlinge – hohe Priorität. Mit Blick auf die aktuelle kommunalpolitische Debatte, die Zuwendungen für Vereine auf den Prüfstand zu stellen, richtete die 60-Jährige einen Appell an die ehrenamtlich tätigen Bürger im Bezirk: „Lassen Sie sich nicht entmutigen.“ Die freie Journalistin verwies zudem darauf, dass der Umgangston im Bezirksrat in der vergangenen Wahlperiode kollegial und menschlich fair gewesen sei. Sie baue darauf, dass sich das Gremium künftig in gleicher Form für die Anliegen von Döhren-Wülfel starkmachen werde.

Dem im September neu gewählten Gremium gehören neun Männer und neun Frauen an; mit Abstand am stärksten vertreten ist das weibliche Geschlecht in der CDU-Fraktion (vier von fünf Köpfen). Zu den neun Bezirksräten, die sich schon in der vergangenen Wahlperiode regelmäßig bei den Sitzungen im Freizeitheim Döhren eingefunden haben, gesellen sich nun neun Neulinge.

Mit Spannung erwartet worden waren in der konstituierenden Sitzung nicht nur die Bürgermeister-Wahlen, sondern auch das erstmalige Auftreten der Vertreter von Die Partei und der Alternative für Deutschland“ (AfD). Spaß-Politiker Zanot wurde dem Ruf seiner Partei, die Gremienarbeit nicht allzu ernst zu nehmen, denn auch gleich gerecht. Er begründete seinen Vorstoß, sich selbst als Bürgermeisterkandidat – und später als Stellvertreter – auf den Wahlzettel setzen zu lassen, mit dem Satz: „Macht ist sexy, und sexy bin ich auch.“

Der ferngebliebene AfD-Vertreter Mario Seebode hatte sein Fehlen hingegen nirgendwo angekündigt oder sich entschuldigen lassen. Die Rechtspopulisten mussten in Döhren-Wülfel bereits einen Bezirksratssitz verfallen lassen, weil sich nur ein Kandidat für die AfD-Liste gefunden hatte – ist die Abwesenheit von Seebode bei der konstituierenden Sitzung ein Indiz, dass er das Gremium links liegen lassen will? Nach den Kommunalwahlen waren seine Sympathien für rechtsradikale und rechtsextreme Strömungen öffentlich geworden. So hatte der 38-Jährige im sozialen Netzwerk Facebook eine politische Nähe zum NPD-Politiker Udo Voigt erkennen lassen; auch war er als Fan verschiedener Rechtsrock-Bands in Erscheinung getreten, die Musik mit ausländerfeindlichen und rassistischen Texten verbreiten.

Wie der AfD-Kreisvorsitzende Jörn König auf Nachfrage erklärte, habe man den Fall geprüft, aber keine Anhaltspunkte für ein Parteiausschlussverfahren gefunden. „Die Sache ist nicht schön“, räumte König ein, „aber das muss die AfD aushalten – zumal Seebode nichts Verbotenes getan hat.“

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