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Döhren Geld für Kletterhalle reicht wieder nicht
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Geld für Kletterhalle reicht wieder nicht
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00:15 03.04.2016
An der Peiner Straße hat der Bau der Kletterhalle begonnen. Quelle: Samantha Franson
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Döhren

Es schien endlich alles gut zu sein. Nach 15 Jahren Tauziehen um eine eigene Kletterhalle setzten Vertreter der Sektion Hannover des Deutschen Alpenverein (DAV) im Februar stolz den ersten Spatenstich auf dem Grundstück neben dem Üstra-Betriebshof in Döhren. Doch nun gibt es offenbar erneut Probleme mit der Finanzierung. In einem Schreiben an die hannoverschen DAV-Mitglieder, das dem Stadt-Anzeiger vorliegt, informiert der Vorstand darüber, dass zusätzliche Kosten hinzugekommen seien, mit denen man vorher nicht gerechnet habe. Diese Mehrkosten in noch unbekannter Höhe gefährdeten den Bau der geplanten Außenkletterwand und die Gestaltung des Grundstücks. Die Vereinsspitze schlägt deshalb in dem Schreiben vor, die zusätzlichen Kosten mittels einer Umlage in Höhe eines Jahresbeitrags zu decken. Dieser beträgt bis zu 70 Euro für Einzelmitglieder und 105 Euro für Familien.

Wie es in dem Schreiben heißt, soll es für die Mehrkosten mehrere Ursachen geben: Zum einen soll der Generalplaner ursprünglich nicht darüber aufgeklärt haben, dass die Erschließungskosten für das Grundstück - eine Brachfläche, die ehemals von der Üstra genutzt wurde - nicht durch die Kosten für die technischen Gewerke gedeckt sind. Dazu kämen bislang unbekannte Steuern und andere Gebühren für den Erbbauvertrag. Und schließlich fordere die Baubehörde zusätzliche bauliche Maßnahmen und umfangreiche Statik-Berechnungen, die in diesem Ausmaß beim Bau einer Kletterhalle noch nie fällig gewesen sein sollen. Die Stadt wollte sich auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers nicht dazu äußern. „Es handelt sich um ein noch laufendes Baugenehmigungsverfahren mit mehreren Teilbaugenehmigungen. Aus Gründen des Datenschutzes sind detailliertere Angaben nicht möglich“, sagte Sprecher Dennis Dix.

So soll die Anlage an der Peiner Straße aussehen. Quelle: DAV

Die rund 3900 Mitglieder sollen nun in einer Versammlung am 29. April darüber beraten, ob sie dem Vorschlag des Vorstandes folgen und doppelte Jahresbeiträge zahlen wollen, um das Gesamtprojekt Kletterhalle zu retten. Dazu heißt es in dem Schreiben: „Der Sektionsvorstand ist einhellig der Meinung, dass ein Verzicht auf Außenkletterwand und Grundstücksgestaltung den Gesamterfolg des Projektes erheblich beeinträchtigen würde.“

Auf Nachfrage gibt sich der Vorsitzende Manfred Bütefisch überrascht: „Das Vorhaben ist in keiner Weise gefährdet“, betont er. Zudem gebe es noch Alternativen zum doppelten Jahresbeitrag. Mehr dazu und zu den Ursachen der Fehlkalkulation wolle er vor der Mitgliederversammlung allerdings nicht sagen.

Die Kosten für den Bau der Halle sollten zuletzt rund 1,77 Millionen Euro betragen. 590 000 Euro sollen aus einem Bankdarlehen kommen, mit 526 000 Euro beteiligt sich der DAV-Dachverband und 474 000 Euro stammen aus Mitgliederkrediten. Dazu kommen noch Eigenkapital und Spenden.

Der DAV rechnet mit rund 25 000 Besuchern jährlich und Einnahmen von etwa 300 000 Euro. Damit sollen laufende Kosten sowie Zinsen und Tilgung gedeckt werden. Diese Kalkulation scheint jedoch so passgenau zu sein, dass ein neuer Kredit zur Deckung weiterer Kosten den wirtschaftlichen Rahmen sprengen würde. In seinem Brief an die Mitglieder kommt der Vorstand zu dem Schluss, dass eine weitere Verschuldung nicht möglich sei.

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