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Döhren Döhrener Autorin feiert Erfolg mit Debütroman
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Döhrener Autorin feiert Erfolg mit Debütroman
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02:15 20.03.2016
Maja Loewe hält ihren Roman in den Händen. Quelle: Melanie Huber
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Nordstadt/Döhren

„Das ist ja wie bei Magritte“, freut sich Maja Loewe, als sie sich im Café Kopi in der Nordstadt unter einen Lampenschirm setzt, der wie eine Melone geformt ist. Sie hebt ihr Buch in die Höhe: Auf dem Cover ist eine geöffnete Tür am Meer zu sehen - eine Anlehnung an René Magrittes Gemälde „La Victoire“ von 1938. Darüber befindet sich ein verschiedenfarbiges Augenpaar, das dem Betrachter verstört entgegenblickt.

„Die Augen des Iriden“ heißt der Debütroman der Wahl-Hannoveranerin. Vor Kurzem landete die Geschichte um den 16-jährigen Henry, der aufgrund einer Pigmentstörung der Regenbogenhaut (Iris-Heterochromie) in der Lage ist, in Bilder einzutauchen, auf der Longlist des Phantastik-Literaturpreises Seraph. Seit 2012 wird die Auszeichnung für deutschsprachige Phantastik-Literatur jährlich zum Start der Leipziger Buchmesse an vielversprechende und etablierte Autoren verliehen.

Reisefreudige Kulturwissenschaftlerin

„Ich war ziemlich überrascht, mein Buch auf der Longlist zu sehen“, erzählt Maja Loewe. „Auf die Shortlist hat es der Roman zwar nicht geschafft, aber das ist auch okay so. Dann muss ich nicht kurzfristig nach Leipzig fahren - bei den Hotelpreisen gerade.“ Die 38-Jährige lacht. Dabei war Maja Loewe, die bürgerlich einen anderen Namen trägt, vor einigen Jahren noch recht reisefreudig. Sie hat zahlreiche Länder gesehen, war Touristenführerin, Flugbegleiterin, Kunstvermittlerin und Erlebnispädagogin. Dazwischen hat die gebürtige Lübeckerin ihr Diplom in Kulturwissenschaften an der Hildesheimer Uni abgelegt.

„An einen Ort gebunden war ich nie“, sagt die Autorin. Bis sie schwanger wurde und sich in Hannover niederließ. „Plötzlich hatte ich nur noch meinen Kopf als einzige Reisemöglichkeit“, erzählt sie. Und der strotzt nur so vor Ideen - und kulturellen Querverweisen. „Als Jugendliche habe ich den Kurzfilm ‚Der flämische Meister‘ von Susan Seidelman gesehen. Mich hat es fasziniert, dass die Hauptfigur Teresa einfach so in ein Bild hineingehen und sich darin bewegen konnte. Das wollte ich auch. Vor fünf Jahren hatte ich den Einfall zu ‚Die Augen des Iriden‘“.

Durch Crowdfunding-Projekt zur Veröffentlichung

Dank des Crowdfunding-Projekts „Gedankenwildwuchs 2014“ des Luzifer-Verlags und des Papierzierer-Verlags, bei dem interessierte Leser Debütanten finanziell zur Veröffentlichung verhelfen konnten, hat es dieser Einfall an die Öffentlichkeit geschafft. Und er hat es in sich: Ihre Geschichte beschäftigt sich äußerst lebhaft mit (kunst-)geschichtlichen Fakten, Verschwörungstheorien und der Idee des „iconic turn“ (dt. ikonische Wendung - die Wende vom Wort zum Bild). Das haut selbst Mystery-erprobte Leser um. Maja Loewe lacht: „Eigentlich ist das Buch eher eine Mischung aus Dan Brown, Harry Potter und Indiana Jones.“ Aber ihre Augen, die funkeln wissend.

Maja Loewe: Die Augen des Iriden. Papierzierer Verlag, 14,95 €.

Von Melanie Huber

Die Seraph-Preisträger 2016

Der Verein Phantastische Akademie mit Sitz in Mannheim verleiht jährlich den Phantastik-Literaturpreis Seraph in den Kategorien „Bestes Debüt“ und „Bestes Buch“. In diesem Jahr wurde der Preis außerdem in der Kategorie „Bester Independent Autor“ vergeben, in Kooperation mit Neobooks. Der Nachwuchspreis „Bestes Debüt“ ist mit einem Preisgeld von 2000 Euro prämiert, der Independent-Preis mit 3000 Euro. Am 17. März fand die Preisverleihung zum ersten Mal zusammen mit der Leipziger Buchmesse statt. Die Preisträger:

  • Bestes Debüt: David Illger: „Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts“ (Hobbit-Presse/Klett Cotta)
  • Bestes Buch: Nina Blazon: „Der Winter der schwarzen Rosen“ (cbt)
  • Bester Independent-Autor: Hannah Kuhlmann: „Nachtschatten“

Weitere Informationen zur Phantastischen Akademie gibt es hier.

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