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Edeka-Supermarkt muss doch nicht schließen

Döhren Edeka-Supermarkt muss doch nicht schließen

Der Edeka-Supermarkt an der Borgentrickstraße in Döhren muss nun doch nicht schließen. In Nachverhandlungen um die Mietkosten haben sich der Ladenbetreiber und der neue Vermieter doch noch einigen können und den Mietvertrag für zunächst drei Jahre verlängert.

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Der Edeka-Markt ist in einem ehemaligen Kino untergebracht.

Quelle: Michael Zgoll

In diesem Döhrener Rund liefen früher Kinofilme

Hannover. Der Wucherpfennig-Markt an der Borgentrickstraße 8–10 bietet eine Besonderheit – er ist in einem früheren Kino untergebracht. Der Europa-Palast wurde 1928 eröffnet und war mit seinen knapp 1000 Plätzen für einige Zeit das größte Lichtspielhaus in Hannover. In den Sechzigerjahren löste der Siegeszug des Fernsehens ein großes Kinosterben aus, dem zahlreiche Vorführstätten in den Stadtteilen zum Opfer fielen – wie auch der Europa-Palast in Döhren. Allerdings wurde dieser Saal nicht abgerissen: 1971 zog hier ein Supermarkt ein.

Von den umliegenden Häusern im Hinterhof ist die Kuppel noch bestens zu sehen, und auch im Ladeninneren kann man das Rund der Außenmauern noch erkennen – etwa im hinteren Bereich, wo die Weinregale stehen. Hebt man eine der Platten der abgehängten Decke ab, stößt man auf einen bis zu fünf Meter hohen Hohlraum, der bis zur früheren Kinokuppel reicht. Und der Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter, erzählt Geschäftsführer Thorsten Wucherpfennig, befindet sich im ehemaligen Film-Vorführraum.

Eine Umwandlung dieses ehemaligen Kinos in Wohnraum, wie sie im Zuge einer möglichen Schließung des Edeka-Markts diskutiert wurde, würde einen Investor sicher vor erhebliche bautechnische Probleme stellen. Und fraglich erscheint auch, ob sich eine solche Investition im Vergleich zu den aus einem Gewerbebetrieb resultierenden Mieteinnahmen rechnen würde.

Der Edeka-Supermarkt an der Borgentrickstraße wird – entgegen den bisherigen Ankündigungen – doch nicht zum 30. September geschlossen. Wie Geschäftsführer Thorsten Wucherpfennig sagte, habe es weitere Verhandlungen mit dem Vermieter gegeben. Das Ergebnis: Der 600-Quadratmeter-Markt bleibt den Döhrenern zumindest bis zum Spätsommer 2020 erhalten, da der Mietvertrag um drei Jahre verlängert wurde.

Vor zwei Jahren optisch aufgewertet

Wucherpfennig hatte den Markt in einer Seitenstraße der Hildesheimer Straße im Jahr 2000 von Kaiser/Tengelmann übernommen. Und erst vor rund zwei Jahren hatte das Familienunternehmen die florierende Zweigstelle – eine von derzeit neun Wucherpfennig-Filialen in Hannover – optisch aufgewertet. „Dieser Laden ist ein Nahversorgermarkt, der auf den täglichen Bedarf ausgerichtet ist“, erläutert Thorsten Wucherpfennig.

Einen eigenen Parkplatz bietet dieser Supermarkt nicht, auch ist der Lieferverkehr in den frühen Morgenstunden manchen Nachbarn aus den umliegenden Häusern ein Dorn im Auge. Letztendlich aber sind viele Döhrener froh, dass es den Edeka-Laden in dieser Straße gibt. Denn wenngleich der Betreiber bei der relativ geringen Ladengröße in bestimmten Sortimentsbereichen nur ein Grundangebot vorhalten kann, bietet er aber Extras wie eine Wurst- und Käsetheke mit Bedienung und legt großen Wert auf frische Produkte.

Mietvertrag für drei Jahre

Die Miete, die Wucherpfennig bislang zahlte, soll dem Vernehmen nach relativ niedrig gewesen sein. Der neue Besitzer der Immobilie, ein Investor aus Berlin, wollte diese nun verdoppeln – was der Supermarkt-Betreiber nicht akzeptierte. Nach einjährigen Verhandlungen hat man nun aber einen Kompromiss gefunden, der für beide Seiten tragfähig ist. „Wir sind glücklich, dass wir den Markt in der Borgentrickstraße halten können, wenigstens zunächst einmal für drei Jahre“, sagt Wucherpfennig.

Im Falle einer Geschäftsaufgabe, wie sie jüngst im Bezirksrat Döhren-Wülfel diskutiert worden war, hätten alle zwölf Mitarbeiter des kleinen Supermarkts einen Arbeitsplatz in anderen Filialen gefunden, so der Geschäftsführer. Jetzt aber seien natürlich alle froh, dass es am alten Standort weitergeht.

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Döhren in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Döhren wurde im Jahr 983 als „Thurnithi“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Döhrener Turm wurde 1382 errichtet. Seit 1907 gehört der Ort zu Hannover.
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