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Döhren Eine Chance für Falschparker
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Eine Chance für Falschparker
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00:15 25.10.2015
Von Michael Zgoll
Falschparker in der Fiedelerstraße - hier will die Stadt bald Verbotsschilder aufstellen. Quelle: Michael Zgoll
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Döhren

Das passiert der Verwaltung auch nicht jeden Tag: Dass ihr vorgeworfen wird, zu schnell zu arbeiten und einem Wunsch aus der Politik „in vorauseilendem Gehorsam“ allzu gründlich nachgekommen zu sein. Schauplatz für dieses Szenario war jüngst der Thurnithisaal im Freizeitheim Döhren, in dem der Bezirksrat Döhren-Wülfel tagte. Der Disput drehte sich um Falschparker auf dem nördlichen Abschnitt der Fiedelerstraße.

Die SPD-Fraktion hatte moniert, dass Autofahrer ihre Wagen in diesem Streckenabschnitt häufig dort parken würden, wo es nicht vorgesehen ist: In Längsrichtung in Bereichen, wo keine Parkflächen ausgewiesen sind - etwa vor Pflanzkübeln. Generell müssen Fahrzeuge in diesem Teil der Fiedelerstraße im rechten Winkel zur Fahrbahn abgestellt werden, dafür gibt es Parkbuchten. Doch da es hier zu wenig Stellplätze gibt, so die Beobachtung der Sozialdemokraten, würden Kraftfahrer ihre Autos oft in Längsrichtung auf der Fahrbahn abstellen und damit Engpässe und gefährliche Verkehrssituationen heraufbeschwören.

Die Antwort der Verwaltung formulierte Bezirksratsbetreuer Gert Selig kurz und knapp: Um Falschparker abzuschrecken, werde die Stadt an den entsprechenden Stellen Halteverbotsschilder aufstellen. Das aber provozierte eine Gegenreaktion mehrerer Politiker. Tenor: Das Halteverbot solle doch bitte nur tagsüber gelten, nicht abends und nachts.

CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob verstieg sich zu einer kühnen Behauptung: „Döhren ist nach der Südstadt der Stadtteil mit dem höchsten Parkdruck.“ Jakob war es denn auch, die den vorauseilenden Gehorsam der Verwaltung beklagte und anregte, Autofahrern das Parken zu späterer Stunde doch an jeder Stelle der Fiedelerstraße zu gestatten. Schützenhilfe bekam die CDU-Frau sogar von den Grünen. Der Fraktionsvorsitzende der Ökopartei, Björn Johnsen, gab zu Protokoll, dass auch Bündnis 90 / Die Grünen es begrüßen würde, wenn Bürger nach 18 Uhr ihre Fahrzeuge auf Flächen in der Fiedelerstraße abstellen dürften, die eigentlich nicht dafür vorgesehen sind. Und wie reagierte die Verwaltung? Gert Selig versprach, die Anregung eines Halteverbots nur für die Tagesstunden an den zuständigen Fachbereich weiterzuleiten.miz

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