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Döhren Frauen sind sauer über Studio-Schließung
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Frauen sind sauer über Studio-Schließung
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02:15 02.10.2016
Von Michael Zgoll
„Viele sind supersauer“: Kundinnen ärgern sich über den Stil des Betreibers. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Die Empörung ist groß: Die Kundinnen von Mrs. Sporty in Döhren haben überaus kurzfristig erfahren, dass ihr geliebtes Fitnessstudio seine Tore schließt. Ob sie wirklich davon erfuhren, war allerdings Glückssache. Nur diejenigen, die eine E-Mail-Adresse haben, wurden Mitte September - also vor zwei Wochen - von der Spontanschließung verständigt. Doch war es noch nicht einmal der Inhaber, der seinen Kundinnen die unfrohe Kunde überbrachte, sondern zwei Studentinnen, die dort als Trainerinnen beschäftigt sind. „Für viele Frauen aus Döhren-Wülfel ist das Studio über die Jahre zu einer sozialen Anlaufstation geworden, darum sind jetzt ganz viele traurig oder supersauer, dass sie Knall auf Fall vor die Tür gesetzt wurden“, sagt Kundin Christiane Rall.

Anzeichen für eine bevorstehende Schließung, so sagen verschiedene Kursteilnehmerinnen, habe es nicht gegeben. Die Begründung in der Kündigungs-E-Mail stößt auf Unverständnis. Dort ist die Rede von der „aktuelle Mitarbeitersituation, die uns zwingt, einen unserer beiden Clubs aufzugeben. Aus vertraglichen Gründen hat es leider den Mrs.-Sporty-Club in Hannover-Döhren getroffen.“ Die andere Filiale des Inhabers, ein 50-jähriger Immmobilienmakler aus Kleefeld, befindet sich in der List.

"Es hat sich nicht gerechnet"

Der Geschäftsmann begründet die kurzfristige Schließung mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation im Döhrener Fitnessstudio: „Es hat sich einfach nicht gerechnet.“ Das liege vor allem daran, dass es nicht genug Kundinnen gab: „Die Mitglieder hätten selbst mehr neue Kunden werben müssen, dann hätte es vielleicht funktioniert.“ Es gebe in Hannover eine sehr hohe Dichte von Fitnessstudios, sagt der 50-Jährige, und er habe während seiner fünfjährigen Zeit in Döhren viel Lehrgeld zahlen müssen. Auch sein Vorgänger habe - nach dreijähriger Unternehmertätigkeit in der Landwehrstraße - das Handtuch geschmissen. Ihm persönlich sei es dagegen nicht gelungen, einen Nachfolger zu finden: „Dabei haben wir bis zum Schluss gekämpft.“

Dass es keine Kündigung in angemessener Frist und Form gab, begründet der Inhaber damit, dass er die vergangenen sechs Wochen auf einem Lehrgang in Frankfurt war und keine Zeit hatte. „Ich werde den Mitgliedern aber noch einen schönen Abschiedsbrief schreiben“, verspricht er. Selbstverständlich würden diejenigen, die mit ihren Beiträgen in finanzielle Vorleistung getreten seien, das zu viel gezahlte Geld zurückerhalten. Das unter den Fitness-Fans kursierende Gerücht, dass die Vermieterin den Mietvertrag nicht verlängern wollte, verwies der 50-Jährige in das Reich der Fabel.

Kein Kündigungsschreiben

Die Mrs.-Sporty-Zentrale in Berlin hat für ihre Studios im Internet die Parole „Vertrauen ist der Anfang von allem“ ausgegeben. Doch für die Holterdiepolter-Schließung in Döhren fühlt sie sich nicht zuständig. So teilte die Zentrale den Kundinnen mit, dass die Franchisepartner eigenständige Unternehmer seien, die für ihre Entscheidungen selbst verantwortlich sind. Man habe den Geschäftsmann aber kontaktiert.

Die beiden Studentinnen, die in Döhren als Trainerinnen tätig waren, haben Glück: Sie kommen im Lister Studio unter. Doch den Kundinnen aus der Landwehrstraße nützt das wenig, die List ist weit. „Von uns wurde immer gefordert, dass wir uns vertragstreu verhalten“, schimpft Christiane Rall, „aber der Geschäftsführer hält es nicht für nötig, den Mitgliedern wenigstens ein ordentliches Kündigungsschreiben oder einen Auflösungsvertrag zuzuschicken.“ Dafür überlasse er es seinen Mitarbeiterinnen, den Scherbenhaufen aufzukehren.

Ob das Abschiedsfest am heutigen Donnerstag die Wogen glätten kann, darf bezweifelt werden. Und auch die Idee einer 31-jährigen Kundin, das Fitnessstudio auf eigene Faust weiterzuführen, ist noch sehr vage. Einer betriebswirtschaftlichen Prüfung hat sie ihren Einfall jedenfalls noch nicht unterzogen.

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