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Döhren Humor-Ritter mit Startschwierigkeiten
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Humor-Ritter mit Startschwierigkeiten
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00:15 14.02.2016
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Hannover

Für Roger Cericius war es sichtlich eine seiner schwersten Reden. Als Ritter des Ordens „Humoris Causa“ feierte der Vorsitzende des Freundeskreises Hannover am Sonnabend beim Karneval der Funkenartillerie Blau-Weiß Premiere in der Bütt. „Ich bin ein Kommunikations-Mensch. Ich rede auch mit mir selbst“, ulkte der Ehrengast in seiner Antrittsrede. Nach karnevalistischem Brauch nahm er darin kein Blatt vor den Mund. Die Müllabfuhr, Reiner Calmund und der unfreiwillig komische neue Werbefilm der Region Hannover wurden zur Zielscheibe des Humor-Debütanten. „Ich habe lange darüber nachgedacht, womit ich diesen Orden verdient habe“, nahm der in der Südstadt geborene Netzwerker sogar sich selbst aufs Korn. Die Funkenartillerie Blau-Weiß und über 400 Besucher zollten dem Witz-Ritter anschließend anerkennenden Applaus - selbstverständlich mit einem schmissigen dreifachen „Döhren Alaaf!“.

Nachdem den blau-weißen Narren das Freizeitheim vor zwei Jahren zu klein geworden war, feierte die Funkenartillerie auch in diesem Jahr wieder im Wülfeler Hangar No.5. Der Veranstaltungssaal hat sich inzwischen als Hochburg des närrischen Treibens etabliert. Eine Woche zuvor hatten die Leinespatzen dort ihre Prunksitzung abgehalten. Am Sonnabend lud nun seine Tollität Prinz Markus I. (Markus Gödeke) zum Fest. Mit gerademal 20 Lenzen ist der Regent der jüngste in der Geschichte des Traditions­vereins. Prinz Markus I. tritt in die Fußstapfen seiner Vaters, Michael (I.) und seines Großvaters Franz Grieß. Seine närrischen Sporen hat sich der Tischler als Jugendleiter der Funkenartillerie verdient. Zwei hübsche Funkenmariechen zur Seite, achtete der Prinz darauf, dass während des fünfstündigen Programms keine Unlustigkeit aufkam. Fesche Tänzerinnen, stramme Funken und hausgemachte Büttenreden sorgten für gute Laune im Saal. Zu den Gästen zählten auch SPD-Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner, der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Toepffer, Bürgermeister Klaus-Dieter Scholz, Üstra-Arbeitsdirektor Wilhelm Lindenberg - der im modischen Herrenrock erschien - und die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Monika Stadtmüller. Letztere erntete als „Humoris Causa“-Trägerin des Vorjahres mit einer pointenreichen Abschiedsrede den ein oder anderen Tusch. Ihre Schilderung von Hannover als „Stadt der verbauten Plätze und gesperrten Straßen“ traf den Nerv der Narren.

Für seine langjährigen Verdienste um den hannoverschen Karneval wurde Rudolf Heise vom Präsidenten des Komitees Hannoverscher Karneval, Joachim Meyer, zum Ehrenpräsidenten ernannt. Seit 1953 ist der 80-Jährige aktiver Karnevalist in der Funkenartillerie Blau-Weiß. In der Session 1966 regierte er als Prinz Karneval in Döhren. Im selben Jahr war er Mitgründer des Komitees Hannoverscher Karneval. Er sei einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen, sagte Heise in seiner Dankesrede - und unterstrich die Bedeutung des Komitees. „Ich hoffe auch für die Zukunft, dass die Gemeinschaft des hannoverschen Karnevals immer Vorrang hat“, sagte Heise, gerührt von der hohen Auszeichnung.

Mit beeindruckenden tänzerischen Leistungen überzeugten die Garden und ihre Solisten. Die drei Mariechen Anna Clarkson, Nicole Dujmovic und Funkenmariechen Josefin Jaspers unterstrichen mit ihren energiegeladenen Auftritten, dass der moderne Gardetanz eine ernst zu nehmende Sportart ist. Den größten Applaus bekam allerdings eine kleine Biene. Im gelb-schwarzen Maja-Kostüm zauberte die dreijährige Tiana Estelle Achilles dem Publikum ein Strahlen ins Gesicht. Ihr tapsig-süßer Auftritt mit der Kindergarde zählte zu den Höhepunkten.

Bei den Büttenreden konnte sich Roger Cericius einiges abschauen: Vom „Checker“ Kilian Torney bis zur „Knallschote“ Ralf Döring fuhren die Blau-Weißen alles auf, was sie zu bieten haben. „Kommt ein Mann zum Augenarzt“, begann einer der Witze. „Sagt der Doktor freundlich: ,Wo fehlt’s Ihnen denn? Ist die Alte nicht mehr scharf genug?‘ Der Mann ist empört: „Das geht Sie gar nichts an, ich brauche eine neue Brille!“

Von Mario Moers

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