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Döhren Mitglieder zahlen weiter für Kletterhalle
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Mitglieder zahlen weiter für Kletterhalle
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00:15 06.05.2016
Die Visualisierung zeigt, wie die Kletterhalle einmal aussehen könnte. Quelle: Sperling Info Design
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Döhren

Nach einer fast sechsstündigen Mitgliederversammlung am vergangenen Freitagabend votierte die Mehrheit der 181 stimmberechtigten Anwesenden für die Erhebung einer Umlage in Höhe eines zweiten Jahresbeitrags, um das Projekt Kletterhalle in seiner ursprünglichen Form zu retten. Doch der Widerstand war groß - mehr als 50 Mitglieder sprachen sich gegen die Umlage aus. Das taten sie hauptsächlich, weil sie mit dem Gebaren des Vorstands in dieser Sache unzufrieden sind.

In der Einladung zur Versammlung hatte der Vorstand darauf hingewiesen, dass in der Finanzierung plötzlich Lücken aufgetaucht seien, die durch die vorhandenen Geldmittel nicht gefüllt werden könnten. Außer ein paar Stichworten enthielt der Brief allerdings keinerlei Erklärung, woher die Zusatzkosten plötzlich kamen und wie hoch das Defizit insgesamt ist. Auf Nachfrage verwies der Erste Vorsitzende Manfred Bütefisch auf die anstehende Mitgliederversammlung, bei der alles genau erläutert würde. Seinen Vorschlag zur Lösung des Problems machte der Vorstand allerdings schon vorab sehr deutlich: Von einem Verzicht auf wesentliche Teile des Konzepts wie der Außenkletterwand sei dringend abzuraten, weshalb die Mitglieder einer Umlage zustimmen sollten. Das provozierte schon vor der Versammlung Widerstand, vier Gegenanträge wurden eingereicht.

Bei der Versammlung schließlich bekamen die Mitglieder eine umfangreiche Auflistung der Kosten zu sehen. „Wir wollen in diesem komplexen Projekt so viel Transparenz wie möglich“, sagte Projektcontroller Gerhard Ernst. Demnach entwickelten sich die Löcher im Finanzierungskonzept aus mehreren Ursachen. Zum einen habe der Generalplaner schlicht vergessen, dass für das Gelände am Üstra-Betriebshof noch eine Grunderwerbssteuer zu entrichten sei. 13 200 Euro kämen dadurch hinzu. Auch habe er fälschlicherweise angenommen, dass das Herrichten der Strom- und Wasseranschlüsse in den Bauwerkkosten enthalten sei. Das sei aber ein Extraposten und koste noch einmal 43 100 Euro. Hinzu kämen zusätzliche Verwaltungskosten für Notar, Genehmigungen und Steuern in Höhe von 16 500 Euro und eine Verteuerung der Baukosten. Insgesamt fehlt dem Alpenverein damit eine Summe von 229 800 Euro für die Halle.

In der anschließenden Debatte fiel auf, dass sich der Unmut der Kritiker nicht vorrangig gegen das Konzept der Kletterhalle, sondern gegen den Umgang mit den Mehrkosten richtete. Wie ein Generalplaner derart Elementares wie die Grunderwerbssteuer habe vergessen können, fragte ein Mitglied. Ein anderer Teilnehmer riet, wenn man kein Geld habe, müsse man eben mit der Sparvariante leben.

Doch es gab auch Stimmen, die den Vorschlag des Vorstands verteidigten. Das Außengelände und der Komfort seien das, womit die Kletterhalle punkten könne. Deshalb sei es sinnvoller, alles in einem Guss fertigzustellen, als später immer wieder nachzubessern. „Wir haben im November fast alle dafür gestimmt, lasst uns diese Aufbruchsstimmung doch jetzt nicht mit Klein-Klein zerreden“, forderte eine Frau.

In der Abstimmung lagen schließlich die Befürworter dieser Variante vorn, doch damit ist die Sache nicht vom Tisch. Denn dem Vorschlag, weitere Umlagen zugunsten der Kletterhalle für die Zukunft auszuschließen, wurde eine Absage erteilt. „Ich gehe deshalb davon aus, dass wir in den nächsten Versammlungen wieder über Umlagen für die Halle reden werden“, sagt Sektionsmitglied Uwe Lampe. Daher fürchten viele, dass dem mittlerweile auf 3850 Anhänger angewachsenen Verein ein neuer Mitgliederschwund droht.

Schon 2012, nach der ersten Umlage für die Halle, waren rund 200 Mitglieder ausgetreten. Doch ein Austritt würde derzeit für den Einzelnen nichts verbessern: Jeder muss die Umlage zahlen, auch wenn er sich entscheidet, den Verein zu verlassen.

Von Isabel Christian

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