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Nach Sabotageakt mit Nägeln: Polizei hat keine Spur

Radrennen in Döhren Nach Sabotageakt mit Nägeln: Polizei hat keine Spur

Knapp einen Monat nach dem Sabotageakt beim Radrennen „Rund in Döhren“ hat die Polizei noch keine heiße Spur. Bei dem Rennen am 9. September hatten Unbekannte Nägel auf die Fahrbahn gestreut. Zwei Rennradfahrer waren daraufhin gestürzt und hatten sich verletzt. Zehn andere beklagten Schäden an ihren Rädern.

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Hannover. Vor der Kurve an der Kreuzung Donau-/Innstraße wurden etwa ein Zentimeter lange Nägel auf der Rennstrecke des Radrennens "Rund in Döhren" gefunden. „Wir hatten 80 Fahrer am Start. Es hätte gut passieren können, dass mehrere Teilnehmer übereinander fallen“, erklärt der Organisator des Wettbewerbs, Reinhard Kramer. Ein solcher Unfall hätte nicht nur Schürfwunden zur Folge gehabt. Daher hatte der Hannoversche Radsport-Club direkt nach dem Rennen Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt seitdem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Wieso der Täter die Nägel in die Kurve gestreut hat, ist völlig unklar. „Ich kann nur spekulieren: Wir mussten Straßen sperren und rund 20 Autos abschleppen lassen. Vielleicht hat sich da jemand in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt gefühlt“, mutmaßt Kramer. Allerdings habe sich noch niemand in der 27-jährigen Geschichte des Rennens offiziell über die Verkehrseinschränkungen beschwert. „Eine andere Ursache kann ich mir aber nicht vorstellen“, sagt Kramer.

Zwei Stürze und ein Schaden von 2.000 Euro

Die Nägel auf der Rennstrecke wurden erst gefunden, nachdem sich die Reifenschäden häuften. Als die Nägel schließlich von der Straße entfernt wurden, waren zwei Fahrer bereits gestürzt. Da im Radsport sehr leichte, dünne Reifen verwendet werden, können sie dementsprechend leicht beschädigt werden. Insgesamt wurden zwölf bis 15 Fahrradreifen im Wert von jeweils rund 150 Euro zerstört. Diejenigen, die die Nägel ausgelegt haben, verursachten also nicht nur zwei Fahrradstürze, sondern auch einen Schaden von rund 2000 Euro.

Obwohl die Strecke gut gesichert und abgesperrt war, können derartige Vorfälle schwer verhindert werden. „Ich kann nur an die Vernunft der Bewohner und Zuschauer appellieren“, sagt Kramer, der in seiner knapp 60 Jahre langen Tätigkeit im Radsport schon zwei ähnliche Fälle miterlebte. Während der „Nacht von Hannover“ und „Rund in Herrenhausen“ wurden ebenfalls Nägel auf die Rennbahn gestreut - allerdings ist das Jahrzehnte her. „Alle Vorfälle dieser Art, die ich erlebt habe, hatten glücklicherweise keine schwerwiegenden Folgen“, sagt Kramer.

Von Swantje Schurig

Voller Boshaftigkeit

Es gibt Menschen, die sich ungerecht behandelt fühlen, in ihrer Freiheit eingeschränkt oder belästigt. Und die aus diesem Grundgefühl heraus Taten begehen, die unmoralisch sind und verboten und heimtückisch. In den vergangenen Jahren beispielsweise wurden in der Südstadt immer wieder vergiftete oder mit Nägeln gespickte Hundeköder ausgelegt – wahrscheinlich von einem Täter, auf den diese Beschreibung passt. Vor Kurzem wurden die Sportler des Radrennens „Rund in Döhren“ zu Opfern eines solchen Menschen (Seite 2). In einer Kurve hatte der Täter Nägel verstreut. Mehrere Fahrer stürzten, viele andere stellten Beschädigungen ihrer Räder fest. Der Vorfall ging glimpflich aus – es hätte weit schlimmer kommen können.

Vielleicht hatte sich der Täter über Absperrungen geärgert. Viel zu oft wird bei Attacken im öffentlichen Raum von einem „feigen Anschlag“ geredet. Hier aber passt der Begriff. Das Einzige, was gegen solche Taten wohl helfen kann, ist Wachsamkeit.

Ein Kommentar von Rüdiger Meise

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Döhren in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Döhren wurde im Jahr 983 als „Thurnithi“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Döhrener Turm wurde 1382 errichtet. Seit 1907 gehört der Ort zu Hannover.
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