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Neue Hürden beim Bau der Kletterhalle

Überprüfung des Sicherheitskonzepts Neue Hürden beim Bau der Kletterhalle

Beim Bau der Kletterhalle in Döhren waren schon in der Vergangenheit einige unerwartete Hürden zu überwinden. Jetzt verlangt das Land die Überprüfung des Sicherheitskonzepts.

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Die Kletterhalle des Alpenvereins an der Peiner Straße in Döhren wächst in die Höhe.

Quelle: Michael Zgoll

Hannover. Über eine aktuelle Erschwernis berichtete Manfred Bütefisch, Vorsitzender der hannoverschen Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV), in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel. Demnach verlangt das Niedersächsische Sozialministerium, dass das Sicherheitskonzept des Hallenbetreibers von einer unabhängigen Organisation überprüft wird - ein laut Bütefisch vollkommen unübliches Anliegen. „Es ist ärgerlich, dass der Alpenverein im laufenden Verfahren ständig mit neuen Forderungen konfrontiert wird“, klagte der Vorsitzende. Immerhin scheint nach langer Suche ein derartiger Experte gefunden zu sein, wie Bezirksratsbetreuerin Gundula Müller bestätigte: „Es handelt sich um einen Bergführer und Fachmann, der auch bei Lawinenunglücken herangezogen wird.“

Bütefisch skizzierte vor den Politikern noch einmal das Genehmigungsverfahren für den Bau der Halle an der Peiner Straße. Im Juli 2015 hatte der Alpenverein den Bauantrag eingereicht. Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann habe damals versprochen, die Stadt werde die Genehmigung innerhalb von drei Monaten erteilen. Ein halbes Jahr später sei die Vereinsführung darauf hingewiesen worden, dass sie ein Sicherheitskonzept nachweisen müsse. Nach Verhandlungen mit der Stadtverwaltung habe man sich darauf geeinigt, dass der Kletterfachverband des Alpenvereins dieses Konzept erstellen könne, so wie es bundesweit Praxis ist. Diese Abnahme liege inzwischen auch vor. Dann aber sei das Sozialministerium auf den Plan getreten und habe die Überprüfung durch eine externe Organisation verlangt.

Bütefisch verwies darauf, dass in jüngerer Vergangenheit eine derartige externe Kontrolle weder beim Bau des Uni-Klettercampus Am Moritzwinkel noch bei der Errichtung der Hildesheimer DAV-Kletterhalle verlangt worden sei. „Wo bleibt hier die Gleichbehandlung?“, fragte er. Immerhin koste eine solche Überprüfung voraussichtlich noch einmal einen Betrag im mittleren vierstelligen Bereich.

Der Vorsitzende wies ferner darauf hin, dass der TÜV die Abnahme des Sicherheitskonzepts abgelehnt habe, weil es in diesem Bereich überhaupt keine Standards gebe. Das Sozialministerium dagegen habe auf die für Hochseilgärten existierenden DIN-Normen verwiesen. „Eine Kletterhalle und ein Hochseilgarten haben aber höchstens so viel miteinander zu tun wie Fußball und Tischtennis - bei beiden ist ein Ball im Spiel“, ätzte Claudia Carl, zweite Vorsitzende der hannoverschen Alpenvereins-Sektion.

Der Stadt sei es offenbar selbst unangenehm, die Kletterer ständig mit neuen Forderungen zu konfrontieren, meinte Bütefisch. Dass das Thema „Überprüfung des Sicherheitskonzepts“ unnötig verkompliziert worden sei, habe eindeutig das Land zu verantworten. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Schade fragte, ob das Staatshochbauamt bei der Genehmigung der Uni-Kletterhalle und der Anlage in Hildesheim nun rechtswidrig gehandelt habe - oder ob man vielleicht doch zu viel verlange von der hannoverschen DAV-Sektion.

Auch wenn nun offenbar doch ein Experte parat steht, um das Sicherheitskonzept für die Döhrener Halle zu prüfen - der Alpenverein will weiterhin bei Sozialministerin Cornelia Rundt darauf hinwirken, doch noch von dieser Überprüfung befreit zu werden. So oder so: Am Dienstag, 20. September, soll an der Peiner Straße Richtfest gefeiert werden. Schon Ende November könnte der 15 Meter hohe und knapp zwei Millionen Euro teure Holzbau neben dem Straßenbahndepot eröffnet werden - wenn denn alle Genehmigungen vorliegen.

Michael Zgoll

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  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
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  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Döhren wurde im Jahr 983 als „Thurnithi“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Döhrener Turm wurde 1382 errichtet. Seit 1907 gehört der Ort zu Hannover.
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