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Groß-Buchholz Bezirksrat setzt Zeichen für Flüchtlinge
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz Bezirksrat setzt Zeichen für Flüchtlinge
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02:15 19.12.2015
Benita Kawalla (von links) mit Bezirksbürgermeister Henning Hofmann und den ehrenamtlichen Koordinatoren des Flüchtlingsheims im ehemaligen Oststadtkrankenhaus, Johannes Meyer, Detlev Hannes, Ursula Rothenhöfer und Wolf Liebetrau. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Groß-Buchholz

Benita Kawalla hat vor ein paar Monaten ihr Abitur gemacht. Mit der Vorbereitung darauf wäre die 17-Jährige sicher schon gut ausgelastet gewesen. Doch die junge Frau tat weiterhin das, was sie bereits zwei Jahre zuvor begonnen hatte: Flüchtlingen zu helfen. Seit 2013 ist sie jede Woche in der Unterkunft am Annateich und gibt Menschen, die in Hannover Zuflucht suchen, Deutschunterricht. Für ihr Engagement wurde Kawalla jetzt vergangene Woche mit dem Preis des Integrationsbeirats Buchholz-Kleefeld geehrt. Der Bezirksrat vergab zugleich seinen eigenen Bürgerpreis - und setzte auch damit ein deutlichen Zeichen: Die Ehrung ging an das Willkommens-Netzwerk für das Flüchtlingsheim im ehemaligen Oststadtkrankenhaus.

Kawalla singt gern, das tut sie in der Kleefelder Chorgemeinschaft. „Dort gab es damals einen Aufruf“, berichtete sie bei der Ehrung. Es wurden Menschen für das neue Flüchtlingsheim in der Nähe des Annabads gesucht, wo rund 50 Asylsuchende untergebracht sind. Kawalla dachte nicht lange nach, sondern meldete sich freiwillig. Sie hilft seitdem den Bewohnern bei Behördengängen und gibt immer montags Sprachunterricht, darunter auch einer sehr temperamentvollen Gruppe von Frauen aus Ghana. „Andere hätten da vielleicht die Geduld verloren, sie aber blieb dabei“, lobte Bezirksbürgermeister Henning Hofmann. Das Engagement in Kleefeld gab Kawalla auch nach dem Abitur nicht auf. Sie macht inzwischen ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Oberricklinger Wilhelm-Busch-Schule. Auch dort gibt es eine Kooperation mit einem benachbarten Flüchtlingsheim. Aus dem Heim kommen Kinder zum Deutschunterricht an die Schule - und den Unterricht gibt Benita Kawalla.

Die Stadt kommt kaum mit der Einrichtung von Unterkünften für Flüchtlinge und Asylsuchende nach. Deren Betreiber stellen zwar eigene Sozialarbeiter für die Betreuung der Bewohner ein. Doch ohne die Hilfe von Ehrenamtlichen ist ein erträglicher Alltag für Menschen, die die deutsche Sprache nicht sprechen und die hiesigen Bedingungen nicht kennen, kaum zu schaffen. Allenthalben haben sich deshalb Willkommensnetzwerke für einzelne Unterkünfte gebildet. Deren Helfer organisieren Spenden, kümmern sich um Kinderbetreuung und Kulturangebote, geben Kurse oder unternehmen Ausflüge.

Auch die inzwischen 300 Mitglieder des Netzwerks für die Unterkunft im ehemaligen Oststadtkrankenhaus, wo rund 750 Menschen untergebracht sind, tun das. „Dass es dort sehr friedliche Verhältnisse gibt, ist auch Ihnen zu verdanken“, sagte Hofmann an die Adresse von vier Koordinatoren des Groß-Buchholzer Netzwerkes gerichtet. Johannes Meyer vom Stadtkirchenverband und die Anwohner Detlev Hannes (Einzelbetreuung für die Bewohner), Ursula Rothenhöfer (Deutschunterricht) und Wolf Liebetrau (Kleiderkammer) nahmen den diesjährigen Bürgerpreis entgegen. Ihr Netzwerk gibt es seit einem Jahr. Was die Helfer antreibt, fasste Benita Kawalla für sich so zusammen: „Das Abitur ist etwas für mich. Aber diese Hilfe - die ist für die anderen Menschen.“

Der Bürgerpreis und der Integrationspreis sind mit jeweils 500 Euro dotiert. Bezirksrat und Integrationsbeirat ehren damit jedes Jahr Menschen und Initiativen aus Buchholz-Kleefeld für ihr nachbarschaftliches Engagement.

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