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Groß-Buchholz Einbruchserie und Brand verängstigen Kleingärtner
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz Einbruchserie und Brand verängstigen Kleingärtner
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00:15 17.04.2016
Vor zwei Wochen ging diese verlassene Hütte auf einem Nachbargrundstück in Flammen auf. Quelle: Mario Moers
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Hannover

Einmal fehlten 15 frische Eier, ein anderes Mal verursachten die Diebe 5000 Euro Schaden in einer Gartenlaube. Insgesamt 40-mal wurde in den vergangenen drei Monaten in die Gärten der Kolonie „Buchholzer Mühle“ eingebrochen - zuletzt stiegen Diebe sogar in das Vereinsgebäude der Kolonie ein. Besonders nachdem kürzlich eine verlassene Hütte auf einem angrenzenden Grundstück in Flammen aufging, herrscht unter den Kleingärtnern am Mittellandkanal große Beunruhigung. Einige spekulieren, dass möglicherweise Flüchtlinge aus dem benachbarten ehemaligen Oststadtkrankenhaus als Täter infrage kommen. Dafür gibt es aus Sicht der Polizei allerdings keine Hinweise.

Auch bei Christina Rüseh stiegen die Diebe ein, zuletzt am Palmsonntag. Die Schlagbohrmaschine, acht Flaschen Wein und zwei Bundeswehr-Schlafsäcke sind nur drei der vielen Posten, die sie auf einer Liste für die Versicherung notiert hat. Ihren Fernseher hatte sie vorsichtshalber hinter dem Bettzeug im Wandschrank versteckt. „Wenn ich alleine in der Laube schlafe, stelle ich für alle Fälle einen Stock hinter die Tür“, erzählt die Kleingärtnerin. Sie hat Angst, beim nächsten Mal von den Einbrechern überrascht zu werden.

Viele Spuren, aber keine Täter

„Wir haben den Eindruck, dass sich irgendjemand in den Lauben quasi versorgt“, ärgert sich der Vereinsvorsitzende Wolfgang Wünsch. Seit etwa Mitte vergangenen Jahres sei ein frappierender Anstieg an Einbrüchen festzustellen. Der Verein selbst geht von vier Serien aus, die Polizei von zwei: jeweils zu Beginn der Oster- und Weihnachtsferien. Mal fehlen Schnapsflaschen, mal suchen die Täter offenbar gezielt nach Werkzeug und Wertgegenständen. Obwohl die Polizei in vielen Fällen Spuren sichern konnte, wurde bislang kein Täter ermittelt. „Wir versuchen, durch offene und verdecke Maßnahmen vorzugehen“, sagt Polizeisprecher Sören Zimbal.

Ein Anstieg der Kriminalität im Bereich der angrenzenden Flüchtlingsunterkunft sei nicht festzustellen, widerspricht Zimbal den Vermutungen einiger Kleingärtner, die Täter könnten möglicherweise aus dem Kreis der Bewohner des ehemaligen Oststadtkrankenhauses stammen. „Wo so viele Menschen auf einem Haufen sind, sind vielleicht auch einige dabei, die so etwas machen“, mutmaßt Wünsch. Gleichwohl hege man keineswegs einen Generalverdacht gegenüber den Flüchtlingen.

Bei einer Informationsveranstaltung zur der Aufstellung zusätzlicher Leichtbauhallen in der Milanstraße hatten sich im Februar Besucher im Vereinsheim der Kolonie kritisch gegenüber der Ansiedlung weiterer Flüchtlinge geäußert. Bezirksbürgermeister Henning Hofmann vermutet, dass sich die Ressentiments einiger Kleingärtner aus dem Frust über die Einbruchsserie speisen. Der Ärger darüber sei nachzuvollziehen. Gleichwohl gäbe es keine objektiven Hinweise darauf, dass die Einbrüche oder der Brand auf einem benachbarten Grundstück in irgendeinem Bezug zu den Bewohnern der Notunterkunft stünden. „Dem müssen wir entschieden entgegentreten“, so Hofmann, der gleichzeitig das Willkommensnetzwerk im Stadtbezirk koordiniert.

Von Mario Moers

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