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Geldautomat am Roderbruchmarkt gesprengt

Groß-Buchholz Geldautomat am Roderbruchmarkt gesprengt

Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag einen Geldautomaten der Postbank am Roderbruchmarkt (Groß-Buchholz) gesprengt. Ob und wie viel Geld die flüchtigen Täter erbeuteten, ist bislang unklar. Die Bankfiliale wurde erheblich beschädigt.

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Gartenlaube brennt in Groß-Buchholz nieder

Zerborstene Fensterscheiben: Die Postbank-Filiale am Morgen nach der Tat.

Quelle: Elsner

Hannover. Ein lauter Knall hat am Sonntagmorgen schlafende Anwohner und einige Frühaufsteher am Roderbruchmarkt erschreckt. Gegen 5.30 Uhr hatten zwei bisher unbekannte Täter den Geldautomaten einer Postbankfiliale in Groß-Buchholz aufgesprengt. Zeugen beobachteten die mutmaßlichen Täter, die nach der Explosion auf einem roten Motorroller über die Straße Nußriede in unbekannte Richtung flüchteten. Es ist der erste Bankraub dieser Art im Stadtgebiet Hannovers. 

Unbekannte haben in der Nacht einen Geldautomaten der Postbank am Roderbruchmarkt (Groß-Buchholz) gesprengt. Die Bankfiliale wurde erheblich beschädigt.

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Laut Polizei hatten die beiden maskierten Männer Gas in das Gerät eingeleitet und so die Explosion herbeigeführt. Zwei leere Gasflaschen fanden die Beamten in unmittelbarer Nähe. Der Automatenraum der Bankfiliale wurde schwer beschädigt. Neben zerbrochenen Glasscheiben wurde auch der Automat zerstört. Der Schaden wird auf 50.000 Euro geschätzt. Ob und wie viel Geld die Täter erbeuteten, ist bisher unklar. Allerdings wurde bei der Sprengung eine Kartusche geöffnet, die Farbe auf die Geldscheine sprüht, um sie als gestohlen zu kennzeichnen. Farbe aus dem Sicherheitssystem wurde auch im Automatenraum entdeckt.   

Zweiter Fall in der Region Hannover

Der aktuelle Fall ist bereits der zweite in der Region Hannover binnen weniger Monate. Anfang Dezember hatten Unbekannte in Gehrden den Geldautomaten einer Commerzbank-Filiale gesprengt. Auch dort hatten die Täter Gas eingeleitet und so eine Explosion herbeigeführt. Das Gerät wurde zerstört, der Vorraum und der Schalterraum erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden belief sich auf 90.000 Euro. Der Fall in Gehrden war der erster dieser Art in der Region Hannover.

In einer Filiale der Commerzbank in Gehrden wurde ein Geldautomat gesprengt.

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Im vergangenen Jahr hatte es in Niedersachsen deutlich mehr Taten gegeben: So zählte das Landeskriminalamtes (LKA) 34 Taten, 2015 waren es noch 28. Schwerpunkt lag dabei im Nordwesten Niedersachsens. In Nordrhein-Westfalen wurden 2016 sogar mehr als 110 Automaten gesprengt.

Nach LKA-Erkenntnissen stammen die Täter meist aus den Niederlanden, viele sollen nordafrikanische Wurzeln haben. „Wir gehen von drei Tätergruppen aus“, sagte LKA-Sprecherin Stephanie Weiß beim Vorstellen der Bilanz. „Außer der niederländischen gibt es nach unseren Erkenntnissen eine Gruppe aus Polen. Bei einer dritten Gruppe handelt es sich um Nachahmungstäter.“

Das LKA hatte im Dezember vergangenen Jahres eine zehnköpfige Sonderkommission eingerichtet. Es habe schon Verurteilungen gegeben, weitere Ermittlungen liefen derzeit, sagte die LKA-Sprecherin. „Auch durch Präventivangebote wie die Beratung von Banken gehen wir davon aus, dass die polizeilichen Maßnahmen gewirkt haben.“ So seien seitdem mehrere Versuche einer Sprengung gescheitert.

Dass die Prävention nicht immer hilft, zeigt der Fall im Roderbruch. Die Polizei Hannover sucht nun nach weiteren Zeugen. Die beiden mutmaßlichen Täter wurden als etwa 1,75 Meter groß und schlank beschrieben. Sie waren schwarz gekleidet und trugen dunkle Skimasken. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Gas wird über Schlauch eingeleitet

Die Sprengung von Geldautomaten habe sich zu einer „zusätzlichen Methode des Bankraubs“ entwickelt, heißt es in den Landeskriminalämtern. Meist füllen die Täter das Gas über einen Schlauch ein, dazu nutzen sie den Geldausgabeschacht oder Kleinstöffnungen in den Automaten. Mit einer Zündschnur wird das Gas entflammt, zuweilen auch mit einer Benzinstrecke, die durch den Automatenraum gelegt wird: Die Täter brauchen Zeit, um den Raum zu verlassen, weil die Explosion gewaltig ist.
Das Geld wird von der Explosion meist nicht beschädigt, da es sich in stabilen Stahlkassetten befindet. Die Banken schützen sich mit der Beigabe von Farbkartuschen, die unter der Explosionswucht zerplatzen – offenbar bleiben aber genug Geldscheine unbefleckt, sodass sich der Aufwand für die Täter lohnt. Diese Art des Bankraubs sei spektakulär, aber relativ einfach, heißt es bei den Kriminalisten. Übung brauche man aber insbesondere bei der Dosierung der Gasmenge.     

Von Manuel Behrens

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Groß-Buchholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Buchholz-Kleefeld, 4. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Kleefeld, Groß-Buchholz, Heideviertel
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.135 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Groß-Buchholz (26.128 Einwohner), Kleefeld (12.045 Einwohner), Heideviertel (4.962 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 3.090 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
  • Geschichte : Groß-Buchholz gehört seit 1907 zu Hannover.
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