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Groß-Buchholz In die Flüchtlingswohnung statt zum Sperrmüll
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz In die Flüchtlingswohnung statt zum Sperrmüll
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00:15 20.04.2017
Von Susanna Bauch
Abdulmajid Hemi (von links), Heide von Bernstorff, Lona Hussein und die Töchter Dilan und Awaz freuen sich über die Küche. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die sogenannte Küche war Heide von Bernstorff schon von Anfang an ein Dorn im Auge. „Eine neunköpfige Familie in einer Wohnung, deren Küche nur aus Herdplatten und einer kleinen Spüle besteht, das geht doch nicht“, sagt die Groß-Buchholzerin, die sich in einem Unterstützerkreis für Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft engagiert.

Vor eineinhalb Jahren sind Lona Hussein und Abdulmajid Hemi mit ihren sieben teilweise bereits erwachsenen Töchtern aus Syrien geflohen. In Hannover angekommen, wurde ihnen von der Stadt eine Wohnung an der Grenze zu Lahe zugewiesen. Bis auf die fehlende Küche sei auch alles in Ordnung gewesen, sagt Heide von Bernstorff. Dass die Großfamilie ihr Geschirr - ob sauber oder benutzt - auf dem Boden stapeln musste, fand sie indes mehr als unangemessen.

Abhilfe geschaffen haben der Zufall und ein engagierter Küchenhändler aus dem Läuferweg. Von Bernstorff sucht dort nach einem Gewürzregal, man kam ins Gespräch und so erfuhr die Hannoveranerin, dass Helmut Bülow im Zuge der Einbauten neuer Küchen die alten abmontiert und mitnimmt. „Viele sind nicht mehr modern, aber voll funktionstüchtig inklusive sämtlicher Elektrogeräte“, betont Bülow. Jedes Mal versuche er, eine noch intakte Küche an soziale Einrichtungen zu verschenken, „aber meist hat niemand Interesse und die Zeilen landen auf dem Sperrmüll“.

Heide von Bernstorff ergriff die Gelegenheit, „wir haben ausgemacht, dass die nächste ausgebaute Küche an Lona Hussein und ihre Familie geht“. Eine Simatic-Küche in hellgrauem Holz ist es geworden, so groß, dass Teile davon derzeit im Keller lagern. „Es ist schon etwas anderes, wenn man seine Utensilien sauber und ordentlich verstauen kann“, sagt die siebenfache Mutter. Küchenausstatter Bülow würde gern öfter helfen, er erwägt daher, sich mit der Stadt in Verbindung zu setzen, um gegebenenfalls leere Küchen für Flüchtlingsfamilien auszustatten. Auch die Stadt könne mit so einer Kooperation Geld sparen, mutmaßt von Bernstorff. „Bis zu zehn funktionsfähige Küchenzeilen pro Jahr könnte ich sicher vermitteln“, so Bülow. Lagern indes kann er sie nicht, dazu sind seine Räumlichkeiten zu klein. „Aber immer alles gleich wegzuwerfen, gefällt mir auch nicht besonders.“ Seit 30 Jahren ist er im Küchengeschäft, „viele ausrangierte Küchen sind gute Markenware, die auch nach 20 Jahren noch top funktionieren“.

Lona Hussein und Abdulmajid Hemi nehmen das gesponserte Modell jedenfalls mit, wenn sie im Sommer umziehen müssen. „Egal, wie die neue Unterkunft dann aussieht, eine komplette Küche steht dann jedenfalls zur Verfügung“, betont Unterstützerin von Bernstorff, die zudem hofft, dass es künftig noch mehr dieser unbürokratischen Hilfsaktionen gibt.

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