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Groß-Buchholz Kündigung für Kinderprojekt: Clown Fidolo muss ausziehen
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz Kündigung für Kinderprojekt: Clown Fidolo muss ausziehen
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02:15 08.07.2017
Beim Abschied von der Clownswohnung üben die Clownsschüler auch das Traurigsein. Das klappt zum Glück aber nicht so recht. Quelle: Sonja Steiner
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Hannover

Der Andrang beim Abschiedsfest von Clown Fidolo war groß. Zwölf Jahre lang wohnte der Kinderliebling am Osterfelddamm, jetzt muss er ausziehen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Fidolo zieht in das neue Flüchtlings-Quartier am Roderbruchmarkt ein. „Nachdem der Eigentümer die Wohnung gekündigt hatte, haben wir alles versucht, damit er hier bleiben kann, aber vergeblich. Und dann habe ich beim Spazierengehen gesehen, dass am Markt neu gebaut wird - da habe ich einfach gefragt, ob Clown Fidolo da nicht auch mit einziehen kann“, erzählt Petra Volk, Geschäftsführerin des Kulturtreffs Roderbruch beim Abschiedsfest im tristen Hochhaus am Osterfelddamm.

Info

Am Mittwoch, 16. August, und am Mittwoch, 13. September, kommen Clown Fidolo und Clown Fussel auf den Roderbruchmarkt - jeweils von 10 bis 11 und von 14.30 bis 17 Uhr. In den Herbstferien geht das kostenfreie Nachmittagsangebot für Kinder dann in der Nußriede 4c weiter: vom 9. bis 13. Oktober, von 15.30 bis 17.30 Uhr.

Ein kleiner Aufzug ruckelt in den dritten Stock, in dem sich Fidolos Wohnung befindet. Alles wirkt etwas schmuddelig. Die Wohnung selbst ist über einen Außengang zu erreichen. Drinnen gibt es viele Überraschungen: Ein Tisch ist auf eine schiefe Ebene gebaut, ein Raum wurde zum Schwarzlichttheater umgebaut, überall gibt es etwas zu entdecken.

Dass sich die Wohnung ausgerechnet in dieser Tristesse befindet, ist gewollt: Fidolo möchte alle Kinder erreichen, vor allem die, die sonst kaum Spielangebote wahrnehmen. Dafür geht er selbst durch die Flure und holt die Kinder ab - die meisten von ihnen, die das kostenfreie Nahmittagsangebot nutzen, haben einen Migrationshintergrund. Die Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH) stellte zu Beginn des Projekts die Drei-Zimmer-Wohnung zur Verfügung, für die nur die Nebenkosten zu zahlen waren. Als der niederländische Immobilienfonds Candlepower Investment das Hochhaus übernahm, blieb die Clownswohnung - bis jetzt die Kündigung kam. „Ich gehe hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge weg, denn immer, wenn ich hier morgens die Tür aufschließe, geht mir das Herz auf“, berichtet Fidolo und wirkt unter seiner Schminke sehr ernst. „Schließlich ist das alles über Jahre gewachsen und mithilfe vieler Menschen entstanden.“

Feste Gruppen aus Kindergärten und Grundschulen besuchen Clown Fidolo, am Nachmittag steht seine Tür allen Kindern offen. Bis zu 30 Mädchen und Jungen kommen dann zu Fidolo und seinem Clownkumpel Fussel. Unter ihnen sind viele Flüchtlingskinder. „Wir backen zum Beispiel Waffeln, das macht ihnen großen Spaß“, erzählt Anna Schneider, die Ehefrau und Mitstreiterin von Fidolo-Erfinder Horst Schneider. „Wir haben hier schon kurdische Lieder gesungen, mit 30 Kindern drumherum, die alle ganz fasziniert waren. Und nach einer Weile haben sich auch die Kinder aus Ghana getraut und gesungen“, erzählt sie und reicht einem kleinen Jungen einen Teller mit Waffeln, den er daraufhin stolz den Gästen anbietet.

Kleine Clowns übereifrig

Natürlich gibt es an diesem Tag auch eine Abschiedsvorstellung, bei der die Clownsschüler mit verblüffenden Tricks, lustigen Streichen wie „Stuhl wegziehen“ und einem wilden Lied ihr Können zeigen. Auch das ist ein Angebot von Fidolo: Er bildet Nachwuchs aus, denn es gibt für kleine Clowns kaum Angebote. Clown Grünapfel alias Carsten (11) und Jan (10), der als Clown Karott auftritt, sind mit Eifer dabei. „Es ist klasse und macht Spaß“. Das soll auch so bleiben: Auch in der neuen Wohnung wird sich der Theaterpädagoge, Schauspieler und Clown Schneider alias Fidolo wieder etwas Spannendes und Lustiges für seine kleinen Freunde ausdenken.

Von Sonja Steiner

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