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Marode Kanalbrücke in Groß-Buchholz wird neu gebaut

Messeschnellweg über Mittellandkanal Marode Kanalbrücke in Groß-Buchholz wird neu gebaut

Die Messeschnellwegbrücke über den Mittellandkanal in Groß-Buchholz ist so marode, dass sie neu gebaut werden muss. Die Planer rechnen mit vier Jahren Bauzeit.

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Brücken-Alarm: Ein Sensor meldet eine Anhebung der Messeschnellwegbrücke über den Mittellandkanal in Höhe Pasteurallee von 8 Zentimetern. Daraufhin wird der Schnellweg voll gesperrt und ein Statiker hinzugezogen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Groß-Buchholz. Erst einmal wird vielen Anwohnern diese Nachricht wenig Freude bereiten: Die Schnellwegbrücke über den Mittellandkanal ist so marode, dass sie durch einen Neubau ersetzt werden muss. Das Planverfahren hat jetzt begonnen; 2019 könnte es mit dem Bau losgehen - volle vier Jahre plant die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSV) dafür ein. In Groß-Buchholz haben die Bürger schon eine gewisse Erfahrung mit der Sanierung von Mittellandkanalbrücken gemacht. Im August war wegen Reparaturen der Fahrbahn auf der Brücke der Eulenkamp gesperrt. Das Verkehrschaos wirkte sich bis nach Bothfeld und in den Sahlkamp aus. Und dort blieb die Brücke erhalten. Am Messeschnellweg sollen die Dinge besser laufen, verspricht die Landesbehörde.

Die Kanalbrücke, über die die Bundesstraße 3 führt, ist ein halbes Jahrhundert alt. Der im Jahr 1967 verbaute Stahl in den Spannbeton-Teilen trägt die Brücke nicht mehr gut genug. Als erste Brücke Hannovers wurde die Konstruktion vor Jahren mit Sensoren versorgt, um die Tragfähigkeit zu kontrollieren. Wie das System funktioniert, bekamen Autofahrer 2011 zu spüren: Wegen eines Alarms wurde die Brücke seinerzeit gesperrt. Die Warnung erwies sich als Fehlalarm. Die Überwachung blieb nötig. Andere Brückenkonstruktionen entwickeln zunächst feine Risse; das passiert etwa bei der ebenfalls zum Neubau anstehenden Südschnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße. In Groß-Buchholz aber könnte ein Materialversagen wesentlich raschere Folgen haben. Am Kanal gibt es laut NLSV keine unmittelbare Gefahr, aber es wird langsam Zeit für Abriss und Neubau. Rund 16,6 Millionen Euro werden investiert.

Die wichtigste Nachricht für Verkehrsteilnehmer: Das Projekt wird ohne Vollsperrung über die Bühne gehen. Land und Stadt wollen die wichtige Verbindung zwischen dem Autobahnnetz um Hannover und dem Messegelände nicht über einen längeren Zeitraum hinweg kappen. „Wir bauen in vier Teilen“, berichtete der NLSV-Ingenieur Marc Oliver Meng vergangene Woche dem Bezirksrat Buchholz-Kleefeld. Je Richtung wird eine eigene Straßenbrücke gebaut, hinzu kommen zwei seitliche Brücken, die jeweils Rad- und Gehwegen Platz bieten. Stahlbeton wird verbaut; optisch gleicht sich die neue Brücke den übrigen Bauwerken über den Mittellandkanal an. Sie gehört zur gleichen Bogenbrückenfamilie, wie sie in den Neunzigerjahren errichtet wurde. „Damals wurde der Mittellandkanal verbreitert“, sagte Meng. Die meisten Brücken wurden danach neu gebaut und erhielten das für Hannover so typische Design mit den weit geschwungenen Stahlbögen. Die neue Schnellwegbrücke schließt das Brückenbauprogramm über den Kanal in der Landeshauptstadt ab. Sie war bislang mit ihren 95 Metern lang genug; die neue Konstruktion wird 105 Meter lang. Wie auch jetzt soll sie wieder eine Lärmschutzwand erhalten. Die alte Brücke wird in mehreren Schritten abgerissen; Teile der neuen Konstruktion nach und nach errichtet. Am Ende werden die neuen Brückenteile auf ihre endgültigen Positionen geschoben. „Der Verkehr wird immer in beide Richtungen fließen können“, sagte Meng. Nur für Radfahrer und Fußgänger wird es eine Weile keine eigene Kanalüberquerung geben.

Aus Sicht des Bezirksrats müssen noch Detailfragen geklärt werden. Der Schwerlastverkehr für das Material führt unter anderem über die Pasteurallee. Es müsse sichergestellt werden, dass Anlieger im Falle einer späteren Straßensanierung nicht für dadurch entstandene Schäden an der Fahrbahn aufkommen müssten, betonte Bezirksbürgermeister Henning Hofmann. Große Verkehrsprobleme erwarte er durch den Bau jedenfalls nicht. Auch Meng ist zuversichtlich. Die Schwierigkeiten, die der Neubau der Südschnellwegbrücke mit sich bringt, gelten für die Mittellandkanalbrücke nicht. „Wir haben eine weniger dichte Wohnbebauung und mehr Platz“, sagte Meng. Zudem werde eine Brücke durch eine andere ausgetauscht - in Döhren soll die Brücke durch einen Tunnel unter der Hildesheimer Straße ersetzt werden. Das Planverfahren ist ungleich aufwendiger und beinhaltet auch einen Bürgerdialog. In Groß-Buchholz wird alles viel einfacher.

Von Marcel Schwarzenberger

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Groß-Buchholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Buchholz-Kleefeld, 4. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Kleefeld, Groß-Buchholz, Heideviertel
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.135 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Groß-Buchholz (26.128 Einwohner), Kleefeld (12.045 Einwohner), Heideviertel (4.962 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 3.090 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
  • Bezirksbürgermeister:  Henning Hofmann (SPD):
  • Stadtbezirksrat :  SPD: 8, CDU: 7, Grüne: 4, FDP: 1, Linke: 1
  • Geschichte : Groß-Buchholz gehört seit 1907 zu Hannover.
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