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Groß-Buchholz Nach 44 Jahren: Blumenauto verlässt Roderbruchmarkt
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz Nach 44 Jahren: Blumenauto verlässt Roderbruchmarkt
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00:15 03.01.2017
Abschied vom Roderbruchmarkt: Angela (links) und Giuseppa Privitera geben nach 44 Jahren ihren Blumenstand auf. Quelle: Anna Beckmann
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Hannover

1972 stand Guiseppa Privitera zum ersten Mal gemeinsam mit ihrem Mann Francesco auf dem Wochenmarkt. Einmal in der Woche verkaufte das Ehepaar Blumen an die Marktbesucher. 1997 beendete Tochter Angela ihre Ausbildung zur Floristin. „Etwa zu dieser Zeit hat in der Ladenpassage ein Blumenladen geschlossen“, erzählt sie.

Für ihren Vater sei damals schnell klar gewesen, dass ein neuer Blumenladen für den Roderbruchmarkt her müsse. So habe er bei der Stadt angefragt, ob sie täglich mit ihrem Blumenauto dort stehen dürfen. Die Stadt bewilligte zunächst eine Probephase. „Unser Stand wurde dann so gut angenommen, dass wir dann die Erlaubnis bekamen, täglich hier zu stehen“, erinnert sich Guiseppa Privitera.

Oft schwierige Zeiten

Doch damit ist bald Schluss. Das Blumenauto lässt die beiden Frauen immer öfter im Stich. Vor 20 Jahren wurde der Wagen spezialangefertigt. Angelas Mann Vito erfüllte sich damit einen Herzenswunsch. „Ich fahre jeden Tag fast 80 Kilometer und wenn ich zum Großmarkt muss, sind es sogar über 100. Das hält so ein Lkw natürlich nicht ewig aus“, erzählt Tochter Angela. Außerdem verabschiedet sich ihre Mutter in den Ruhestand. „Und allein stehe ich vor einer ungewissen Zukunft“, sagt Angela Privitera-Mangione.

Natürlich hätten sie schon oft schwierige Zeiten überstanden, beispielsweise als ihr Vater vor 16 Jahren starb. „Da haben wir auch erst einmal darüber nachgedacht, wie alles weitergehen soll“, erzählt sie.

Viele kennen sie persönlich

Heute greift auch Angelas Mann Vito den beiden Frauen immer wieder unter die Arme. Viele Kunden kennen sie persönlich. In den vielen Jahren seien sie zu einer richtigen Familie zusammengewachsen, sagt Giuseppa Privitera. Sogar bei hohem Schnee und Minustemperaturen verkaufen die beiden Weihnachtssterne und Adventsdeko. „Und wenn mal einer von uns fehlt, fragen die Leute sofort, ob alles in Ordnung ist“, sagt Angela Privitera-Mangione. Einmal hätte eine Kundin sie sogar im Sommerurlaub angerufen, weil sie den Stand auf dem Roderbruchmarkt vermisste. Das ist nur eines von vielen persönlichen Erlebnissen, die den Abschied für die Frauen schwer machen.

„Wir haben wirklich lange überlegt, wie es mit unserem Wagen weitergehen soll“, sagt Giuseppa Privitera. Schlussendlich sei aber die Entscheidung gefallen, den kleinen Familienbetrieb aufzugeben. „Unsere Kunden können noch gar nicht glauben, dass wir bald weg sind“, sagt Tochter Angela. Auch für sie sei es ein schwerer Schritt, da sie sich auf dem Roderbruchmarkt immer sehr wohlgefühlt habe. „Wir freuen uns über die jahrelange Treue unserer Kunden und möchten uns dafür bedanken“, sagt sie zum Abschied.

Von Anna Beckmann

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