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Groß-Buchholz Schüler der IGS Roderbruch helfen Flüchtlingen
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz Schüler der IGS Roderbruch helfen Flüchtlingen
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02:15 08.01.2016
Von Saskia Döhner
Auf den Dienstagnachmittagfreuen sie sich alle: Einmal in der Woche kommen Flüchtlinge an die IGS Roderbruch, um gemeinsam mit den Schülern Theater zu spielen. Quelle: Katrin Kutter
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Groß-Buchholz

Jeden Dienstagnachmittag treffen sich rund 30 Schüler - der Jüngste aus der 7. Klasse, die Ältesten aus der 13. Klasse - und ebenso viele Flüchtlinge, die derzeit im früheren Oststadtkrankenhaus untergebracht sind, in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Roderbruch. Sie spielen zusammen Fußball, Karten oder Theater, hören Musik, backen Kekse oder klönen einfach nur. Sie waren auch schon gemeinsam bei einem Empfang im Neuen Rathaus und auf dem Weihnachtsmarkt, ein Zoobesuch steht ebenfalls bald an. „Das ist gelebte Integration“, sagt Geschichtslehrer Rene Mounajed, der den Wahlbereich, der an anderen Schulen Arbeitsgemeinschaft heißt, organisiert hat. Unterstützt wird der Lehrer dabei von Pastor Karsten Stank von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. „Die Menschen wachsen so besser zusammen“, sagt er.

Mit dem Angebot soll auch der Boden für die Sprachlernklasse bereitet werden, die im Februar an der IGS starten wird. Die Flüchtlinge sind häufig junge Männer um die 20 - Fußball mögen die meisten. Aber Ahmed (21) überrascht, als er in der Runde auf der Theaterbühne erzählt, dass er neben Kickboxen auch gern Schattentheater spielt. Bühnenerfahrung haben sonst nur wenige der jungen Männer, die aus Afghanistan, Tunesien oder Syrien geflohen sind. Doch die Stimmung wird schnell lockerer, als alle durch den Raum gehen, auf ein Kommando hin schneller werden oder stehen bleiben und ein Klatschspiel mit einem imaginären Ball machen.

Desireé Farabella vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) kennt mehrere Integrationsprojekte für Flüchtlinge aus dem Oststadtkrankenhaus. Doch dieses rage hervor: „Auf den Besuch in der IGS freuen sich die Migranten jede Woche aufs Neue besonders.“ Und sie ergänzt: „Sie kommen am Ende mit leuchtenden Augen heraus, die Atmosphäre ist immer toll - mal den Alltag hinter sich zu lassen ist für viele Flüchtlinge so wichtig.“

Manche reden Deutsch, andere lieber Englisch. Badar benötigt keine Worte, um auszudrücken, was ihm die Begegnung mit den Schülern bedeutet. Der 29-Jährige reckt einfach nur den rechten Daumen in die Luft. Deutsch kann er erst wenig, aber er hat seine Privatübersetzerin gefunden: Jasmin (17) kann Persisch, weil ihr Vater aus dem Iran stammt. „Es ist schön, dass wir zusammen etwas unternehmen“, sagt sie.

Hannes (18) ist an diesem Nachmittag gekommen, um zu helfen, wie er sagt, bevor er die nächste Uno-Karte ausspielt. Auch der zwölfjährige Maurizio findet die gemeinsame Zeit mit den Flüchtlingen wichtig. „Das macht einfach Spaß“, sagt er, und seine drei Mitspieler nicken dazu. Sie haben zwar nicht genau verstanden, was der Siebtklässler gesagt hat, wohl aber, was er mit seinen Worten gemeint hat.

Schulleiterin Brigitte Naber betont, dass es bei dem Projekt um Integrationshilfe geht, die im Stadtteil verankert ist - nicht bloß darum, den Flüchtlingen in der Sprachlernklasse Deutsch beizubringen. Der Dienstagnachmittag an der IGS Roderbruch ist also Nachbarschaftshilfe im besten Sinn.

Von Saskia Döhner

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