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So schmeckt der Roderbruch

Rezepte aus dem Stadtteil So schmeckt der Roderbruch

Wolfgang Heckeroth hat im Roderbruch Rezepte der Bewohner gesammelt und ein internationales Kochbuch herausgebracht. Der Erlös kommt den Aktivitäten im Stadtteil zugute.

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Wolfgang Heckeroth beim Zubereiten des Payesh.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Groß-Buchholz. Milchreis hat Wolfgang Heckeroth nie gemocht. Zu klebrig und pampig. Doch dann probierte er den Milchreis von Aysha - und verliebte sich auf Anhieb in die Süßspeise. Denn Aysha serviert den Milchreis, wie es in ihrer Heimat Bangladesh üblich ist: mit Kardamom, Rosinen, Mandelstiften und ganz viel Milch. Kennengelernt hat Heckeroth das Gericht, als er das erste internationale Kochbuch für und aus dem Roderbruch zusammenstellte.

Über 9000 Menschen, die aus rund 100 verschiedenen Nationen kommen, leben im Roderbruch. Jede Familie hat ihre eigene Kultur mit in die neue Heimat gebracht und pflegt eigene Bräuche. Dieses Merkmal des Roderbruchs wollte der Verein Stadtteilgespräch in einem Produkt zusammenfassen. Ein Fanartikel quasi. Nur was für einer? „Am Anfang wollten wir einen Kalender machen“, sagt Heckeroth, „aber das macht ja jeder.“ Dann kam er auf die Idee mit dem Kochbuch. „Kochen und Essen mag jeder. Und kulturell vielfältig ist es auch.“

Auf einen Aufruf reagierten die Menschen im Stadtteil erst verhalten, doch als der Verein Plakate in Kitas und Schulen aushängte, häuften sich die Anfragen. Zwölf Köche haben nun ihre Rezepte zum 60-seitigen Buch „Der Roderbruch is(s)t international“ beigesteuert. Heckeroth als verantwortlicher Redakteur und Gestalter besuchte jede Familie, schoss Fotos und lernte nicht nur neue Gesichter, sondern auch neue Gerichte kennen. Wie Payesh, den Milchreis von Aysha aus Bangladesh. „Ich habe in der Zeit bestimmt ein Kilo Gewicht zugelegt“, sagt Heckeroth und lächelt verschmitzt.

Er steht auch selbst gern am Herd und kocht. „Die beiden russischen Gerichte und die türkische Aubergine aus dem Buch habe ich zum Beispiel schon selbst ausprobiert. Und natürlich den Milchreis.“ Ein kulinarisches Lieblingsland hat er nicht. „Ich mag jede Küche, solange sie Leckeres zu bieten hat.“ Nur ganz skurril oder fischig sollten die Gerichte nicht sein. Doch die Vorschläge im Buch sind alle bodenständig. Auch er hat eins beigesteuert: Kürbissuppe. „Kürbis liebe ich in allen Varianten“, schwärmt er.

5 Euro kostet das Ringbuch im DIN-A5-Format mit den Rezepten. Nicht nur der Verein, sondern auch die Stadtteilbibliothek und einige Händler verkaufen es. Ein Großteil des Erlöses soll in die Projekte des Stadtteilgesprächs fließen. „Wir verkaufen ganz gut“, sagt Heckeroth, der für den Anfang 500 Exemplare drucken ließ. „Ich bin auch schon gefragt worden, wann es einen zweiten Teil gibt.“ Doch damit will er sich noch etwas Zeit lassen.

Rezept: Payesh (Milchreis aus Bangladesh)

Zutaten:

1 Liter Milch

3/4 Tasse Basmati-Reis

1 Tasse Zucker

1/2 Tasse Mandelstifte

3 Kardamom-Kapseln

8 bis 10 Rosinen

Zimt

Zubereitung:

Den Reis einweichen und einige Male durchkneten. Die Milch erhitzen und auf kleiner Flamme etwas einkochen lassen. Den Reis unter Rühren hinzugeben und Zimt und Kardamom zufügen. Wenn der Reis gar ist, den Zucker dazugeben. Alles weiterköcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf die Hälfte reduziert ist. Jetzt noch die Rosinen und Mandeln hinzugeben und den Topf vom Herd nehmen. Abkühlen lassen und servieren.

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