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Soll der Köritz-Hof abgerissen werden?

Groß-Buchholz Soll der Köritz-Hof abgerissen werden?

Stadt und Eigentümer des 1619 erbauten und seit 30 Jahren leerstehenden Köritz-Hofs streiten um die Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes. Die Eigentümer argumentieren, der Erhalt des Gebäudes sei finanziell unzumutbar. Die Stadt hingegen möchte ein Schadensgutachten durchsetzen, um den Zustand des Gebäudes abzuklären.

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Seit zwei Jahren sorgt der Verfall des 1619 erbauten Fachwerkhauses an der Pinkenburger Straße für Verärgerung in Groß-Buchholz.

Quelle: Archiv

Hannover. Der Streit um die Sanierung des seit 30 Jahren ungenutzten Köritz-Hofes, einem der ältesten Bauernhäuser in Groß-Buchholz, geht in eine neue Runde: Eine Miteigentümerin ist vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) Ende Januar mit einer Beschwerde gegen Auflagen der Denkmalschutzbehörde gescheitert. Die Stadt hatte ein Sachverständigengutachten zum Zustand der Gebäude angefordert, das die beiden Eigentümer trotz Androhung eines Zwangsgelds von 3000 Euro verweigert hatten. Seit zwei Jahren sorgt der Verfall des 1619 erbauten Fachwerkhauses in der Pinkenburger Straße 3 und einer Scheune des Hofensembles „Hof Burzlaff“ am Kapellenbrink für Verärgerung im Stadtteil.

Wirtschaftlich unzumutbar?

Das Schadensgutachten, das die Stadt Anfang September von den Eigentümern verlangt hatte, sollte das Ausmaß der Sanierungsmaßnahmen abklären - sozusagen als Grundlage für weitere Verhandlungen über Erhalt oder Abbruch der Baudenkmäler. Als nichts geschah, setzte die Stadt Anfang November eine Strafzahlung von 3000 Euro fest und drohte mit einem zweiten Zwangsgeld von 5000 Euro. Eine Miteigentümerin zog vors Verwaltungsgericht und argumentierte, sie habe die Gebäude erst 2013 geerbt und könne nicht für den Verfall in Haftung genommen werden. Anscheinend plant sie, beide Gebäude abreißen zu lassen. Ein Sprecher der Stadt teilte auf Anfrage mit, dass noch keine „vollständigen Unterlagen“ für einen Abbruchantrag vorlägen. Zudem fehle bislang ein Nachweis der Besitzer, dass der Erhalt der Baudenkmäler für sie wirtschaftlich unzumutbar sei.

Auch das OVG weist finanzielle Einwände der Eigentümer zurück. Gutachterkosten von etwa 1200 bis 2000 Euro seien „kein Betrag, den die Grundstücke nicht mehr hergeben“, heißt es in der Entscheidung. Notfalls müsse verkauft werden. Auch die Höhe des Zwangsgelds von 3000 Euro sei in Ordnung. „Ein Zwangsgeld muss schmerzen“, damit die behördliche Anordnung auch befolgt werde, schreibt das OVG. Die Lüneburger Richter entschieden bereits am 24. Januar. Eine Woche später teilte die Verwaltung dem Bezirksrat Buchholz-Kleefeld noch mit, man rechne „täglich“ mit einem Urteil.

Eigentümer äußern sich nicht

Die Eigentümer wollten sich zum Urteil nicht äußern. In der Vergangenheit hatte der Sohn von Eigentümer Dieter Köritz immer wieder betont, dass er sich ohne finanzielle Unterstützung außerstande sehe, für den Erhalt zu sorgen. Die Denkmalschutzbehörde hatte im Gegenzug Hilfen abgelehnt. Friedrich-Wilhelm Busse, Bezirksratsmitglied und Vorsitzender des Heimatvereins „Pinkenburger Kreis“, wirft der Stadt vor, ihren Pflichten nicht nachzukommen und ein historisch einzigartiges Gebäude verfallen zu lassen.

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  • Stadtbezirk : Buchholz-Kleefeld, 4. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Kleefeld, Groß-Buchholz, Heideviertel
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  • Bevölkerungsdichte : 3.090 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
  • Geschichte : Groß-Buchholz gehört seit 1907 zu Hannover.
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