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Platz umstritten: Hier entsteht die neue Grundschule Wer hat Vorfahrt in der Milanstraße?

Groß-Buchholz Wer hat Vorfahrt in der Milanstraße?

An der Milanstraße – einer Tempo-30-Zone – wechselt die Vorfahrtberechtigung beinahe an jeder Einmündung von Seitenstraßen. Das habe seine Berechtigung, meint die Stadt. Das sei brandgefährlich, finden die Anwohner. Es bleibt dem neuen Bezirksrat Buchholz-Kleefeld vorbehalten, in der Sache etwas zu unternehmen. 

Dierk Schneider von den Grünen (links) und Mitglieder der Bürgerinitiative um Karl-Heinz Schnare (2. von rechts) beim Ortstermin am Girlitzpark.

Quelle: privat

Hannover. Der Bezirksrat tritt am Donnerstag erstmals zusammen und wird den amtierenden Bezirksbürgermeister Henning Hofmann vermutlich bestätigen. Dann will Hofmann auch die verwickelte Verkehrslage in der Siedlung aufgreifen. Dort hat sich eine Bürgerinitiative (BI) gegründet, die sich für mehr Verkehrssicherheit entlang der gut anderthalb Kilometer langen Trasse einsetzt. Und deren Vorstöße für eine neue Vorfahrtsregelung bislang an der Stadtverwaltung scheiterten.

Vor gut 15 Jahren wurden etliche Seitenstraßen zum Teil oder in Gänze mit roten Pflastersteinen belegt. Wer mit dem Auto auf der Milanstraße unterwegs ist, muss aufpassen: Passiert er rechter Hand eine asphaltierte Einmündung gilt die übliche Grundregel rechts vor links. Rot aufgepflasterte Einmündungen aber signalisieren ihm etwas anderes. „Dadurch wird den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern der Eindruck vermittelt, dass es sich um eine untergeordnete Straße handelt“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Dann haben Milanstraße-Nutzer Vorfahrt. Das habe bislang immer funktioniert, und so solle es auch bleiben, ließ jüngst das städtische Bauamt Anwohnern wie Karl-Heinz Schnare auf deren Anfragen mitteilen.

„Wir wollen eine echte Verkehrsberuhigung“, sagt BI-Mitinitiator Schnare. Über die Jahre hinweg hat sich zunehmend Unsicherheit im Viertel eingeschlichen. An welcher Kreuzung darf ich fahren, wo muss ich halten? Vor allem ortsfremde Besucher, in ähnlichen Situationen an die Grundregel rechts vor links gewöhnt, haben Probleme. Und manche Kraftfahrer nutzten die schnurgerade Milanstraße auch als Rennstrecke, weil sie hofften, „dass keiner von rechts kommt“, wie die BI in einer Stellungnahme moniert. Das ließe sich vermeiden, wenn durchgehend rechts vor links gilt.

„Es braucht eine konsequente Regelung“, findet auch Dierk Schneider von der Grünen-Fraktion. Schneider folgte jetzt einer Einladung Schnares zu einem Ortstermin. „Wir werden da einen entsprechenden Antrag machen“, sagt Schneider. Es wäre bereits der zweite; einen ähnlichen Vorschlag des Bezirksrats hat die Stadt in diesem Jahr bereits abgelehnt. Immerhin ließ die Verwaltung testweise das Tempo der Autofahrer messen. Im Schnitt lag es knapp oberhalb des Limits – also tolerierbar, befand die Stadt. Auch die Polizei sieht an der Milanstraße keine Gefahrenpunkte. „Wir wollen ja auch nicht, dass erst etwas passiert“, beharrt Schneider. Der Bezirksrat und die Anwohner sind sich durchaus darin einig, etwas vorsorglich unternehmen zu müssen.

Klaus Hahnemann lebt seit 1984 am Girlitzpark; die Straße mündet in die Milanstraße. Auch er ist daran gewöhnt, sich an der Kreuzung an rechts vor links zu halten – der Girlitzpark hat seiner Meinung nach Vorfahrt. Das stimmt aber aus Sicht der Stadt nicht: Die Einmündung ist rot gepflastert. Anfang dieses Jahres installierte die Stadt deshalb zusätzlich ein Schild, dass Autos vom Girlitzpark zum Warten zwingt. Aus reiner Gewohnheit warten aber auch Milanstraße-Nutzer. „Es fehlt dort das Gegenstück“, sagt Hahnemann. Das Verkehrszeichen 301, ein dreieckiges Schild mit dem Hauptstraßensymbol, nämlich. Das würde Missverständnisse beseitigen. So aber würden an der Kreuzung oft beide Autofahrer darauf warten, dass der andere endlich führe. Das Zeichen 301 gibt es nirgendwo an der Milanstraße. Die roten Pflastersteine seien Signal genug, argumentiert die Stadt. Absurd finden das Hahnemann und andere Anwohner. Bei der BI denkt man inzwischen über eine Klage vor dem Verwaltungsgericht nach.

Von Marcel Schwarzenberger

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Groß-Buchholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Buchholz-Kleefeld, 4. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Kleefeld, Groß-Buchholz, Heideviertel
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.135 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Groß-Buchholz (26.128 Einwohner), Kleefeld (12.045 Einwohner), Heideviertel (4.962 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 3.090 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
  • Geschichte : Groß-Buchholz gehört seit 1907 zu Hannover.
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