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Groß-Buchholz Unterkünfte bieten Obdach für Hunderte neue Flüchtlinge
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz Unterkünfte bieten Obdach für Hunderte neue Flüchtlinge
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00:15 06.02.2016
Bereits bezogen: Das Flüchtlingsheim am Annateich in Kleefeld. Quelle: (Foto: Katrin Kutter)
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Groß-Buchholz/Kleefeld

Im vergangenen Sommer verkündete die Stadt, dass sieben neue Flüchtlingsunterkünfte im Stadtbezirk entstehen sollen - ein achter Standort kommt jetzt noch dazu. Inzwischen wird auch deutlich, in welchem Umfang neue Plätze für Asylsuchende geschaffen werden. Die alten Pläne, wonach die Stadt an keinem Standort auf Dauer mehr als 50 Menschen unterbringen will, sind angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise endgültig vorbei.

Jüngst stellte die Stadtverwaltung ein neues Bauprogramm vor: Insgesamt 2000 Menschen sollen demnach in fünf Leichtbauhallen untergebracht werden. Eine solche Halle wird auch an der Milanstraße - zwischen Leddinweg und Gimpelsteg - in der Vogelsiedlung in Groß-Buchholz errichtet. Wie viele Flüchtlinge dort künftig wohnen werden, steht noch nicht fest. Bis zum Sommer soll die Anlage in Betrieb gehen.

Modulbauten: Außer der neuen Halle sind bereits seit Längerem drei Standorte bekannt, die in Modulbauweise errichtet werden. Dazu zählt die Wohnanlage mit 110 Plätzen, die voraussichtlich Mitte April an der Feodor-Lynen-Straße eröffnet. „Die Anlage kann vor der Eröffnung von interessierten Anwohnern besichtigt werden”, kündigte Stadtbezirksmanagerin Kathrin Rembecki in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld an. Einen Termin gebe es noch nicht. Eine ähnliche Anlage aus Fertigmodulen baut die Stadt am Osterfelddamm, in Höhe der Baumschulenallee. Sie wird mit voraussichtlich 150 Plätzen noch größer geplant. Im Sommer beginnen die Bauarbeiten, vermutlich wird die Anlage im Herbst 2017 eröffnet. Eine Modulanlage wird auch an der Kreuzung Podbielskistraße/Corinthstraße gebaut. Zum Bautermin und zu der Anzahl der Plätze kann die Stadt aber noch keine Angaben machen.

GBH-Bauten: Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GBH arbeitet ihr eigenes Programm für den Bau fester Wohnhäuser für Flüchtlinge weiter ab. Am Nikolaas-Tinbergen-Weg wird ein Neubau rund 80 Menschen ein Obdach bieten, an der Nußriede sollen es bis zu 90 Plätze sein. Beide Gebäude entstehen auf städtischen Flächen. Die GBH habe die Bauanträge gestellt, sagte Rembecki. „Noch 2016 wird mit dem Bau begonnen.“ Etwa neun Monate Bauzeit plane man ein. Flüchtlingswohnungen soll es auch am Dorfmarkhof im Heideviertel geben. Auch dort dürfte etwas Größeres geplant sein. 2017, spätestens aber 2018 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Investoren-Projekt: An der Lathusenstraße in Kleefeld ist etwas Neues vorgesehen: Die Stadt verkauft dort eine ehemalige Kleingartenkolonie an einen Investor; ein kleines Wohngebiet ist geplant. Noch dauerten die Kaufverhandlungen mit der Zusatzversorgungskasse (ZVK) an, betonte Rembecki. Das Konzept sehe aber vor, dass die ZVK voraussichtlich bis 2019 rund 70 Wohnungen baut. Die würden dann über mehrere Jahre zunächst für die Unterbringungen von Flüchtlingen und Asylsuchenden genutzt. Erst dann kommen die Neubauwohnungen auf den Wohnungsmarkt.

Bezirksmanagerin Rembecki zählte auch auf, wer in den beiden schon bestehenden Einrichtungen lebt. Insgesamt sind dort rund 780 Menschen untergebracht. Der GBH-Neubau am Annateich bietet rund 60 Plätze. Etwa die Hälfte der Bewohner sei weiblich, sagte Rembecki. Sie kommen aus 24 Nationen, die meisten stammen aus Ghana, Somalia und dem Kosovo. Das frühere Oststadtkrankenhaus ist die größte Unterkunft in Hannover und dient als Provisorium, bis die Klinikgebäude abgerissen werden und Platz für ein Neubaugebiet geschafft wird. Derzeit leben dort Menschen aus 34 Nationen, die meisten aus dem Irak, Algerien und dem Sudan. Aber auch viele Syrer wohnen in der früheren Klinik. Ein Siebtel der Bewohner ist weiblich.

Wie all die Menschen integriert würden, wollte ein Besucher der Bezirksratssitzung wissen. Jede Unterkunft werde von Sozialarbeitern betreut, betonte Rembecki. Zudem gibt es ehrenamtliche Unterstützerkreise, die Deutschkurse und andere Hilfen anbieten. Das Willkommensnetzwerk der Oststadtklinik sammelt Spenden. Die dortige Kleiderkammer nehme aktuell etwa Wintersachen für Männer und Kinder an, sagte Bezirksbürgermeister Henning Hofmann - abzugeben mittwochs von 10 bis 12 Uhr.

Auch die Stadt startet Bildungsinitiativen für Flüchtlinge. In Kleefeld hat sie mit der Werkstatt-Süd an der Hölderlinstraße einen Partner gefunden. Die Einrichtung qualifiziert Jugendliche und betreut seit Anfang des Jahres neun Flüchtlinge. Die Männer zwischen 18 und 30 Jahren lernen Deutsch und arbeiten in verschiedenen Bereichen der Werkstatt mit. „Das geht ein Jahr lang“, berichtete Geschäftsführerin Helia Geller-Fehling.

Von Marcel Schwarzenberger

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