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Sind zehn Flüchtlingsheime zu viel?

Unterkünfte in Buchholz-Kleefeld Sind zehn Flüchtlingsheime zu viel?

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen reißen die Vorwürfe an die Stadt nicht ab. Im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld sollen zehn Unterkünfte entstehen. Vor allem Anlieger des zuletzt ausgewählten Standorts Milanstraße in der Vogelsiedlung machten ihrem Ärger in einer Bürgerversammlung jetzt Luft. 

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Das Oststadtkrankenhaus dient nicht auf Dauer als Unterkunft; das Gelände soll in einigen Jahren zum Wohngebiet werden.

Quelle: dpa

Hannover. Oberbürgermeister Stefan Schostok und Bezirksbürgermeister Henning Hofmann warben in der IGS Roderbruch um Verständnis. Und sie stellten Besserung in Aussicht. Denn nicht jede Unterkunft soll gleich lang genutzt werden. „Da war auch Entspannung im Publikum zu spüren“, meinte OB Schostok im Anschluss. Mit den Einrichtungen im ehemaligen Oststadtkrankenhaus (als Notunterkunft) und am Annabad (ein festes Haus für viele Jahre) gibt es derzeit zwei Unterkünfte für rund 800 Menschen im Stadtbezirk.

Buchholz-Kleefeld stehe jetzt an vierter Stelle jener hannoverschen Stadtbezirke, die die meisten Flüchtlinge beherbergen. Vor allem aus den Reihen der CDU-Opposition kommt dennoch Kritik, weil in den nächsten Jahren acht weitere Unterkünfte errichtet werden. Da fehle die „regionale Ausgewogenheit“, bemängelte CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt. Er befürchte, dass Buchholz-Kleefeld zu den Bezirken zählt, die die Hauptlast zu tragen hätten.

Geplante Flüchtlingsheime in Großfeld Buchholz

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Die Stadt muss bis Ende Juli knapp 6000 neue Plätze schaffen und wird die bislang geplanten Unterkünfte errichten, auch wenn in der nächsten Zeit wegen der Schließung der sogenannten Balkanroute – ein wichtiger Fluchtkorridor vor allem für Syrer, Afghanen und Iraker – möglicherweise weniger Menschen nach Hannover kommen.

Es bleibt auch bei den Leichtbauhallen für bis zu 160 Menschen an der Milanstraße. Das sei auch nötig, erläuterte Schostok, weil von den 5000 bereits jetzt in Hannover lebenden Flüchtlingen mehr als 60 Prozent in Notunterkünften untergebracht seien. Die Unterkünfte sollen nach und nach aufgelöst werden. Bis zum Sommer will die Stadt unter anderem umgenutzte Turnhallen wieder für den Sportbetrieb freigeben. Das Oststadtkrankenhaus dient nicht auf Dauer als Unterkunft; das Gelände soll in einigen Jahren zum Wohngebiet werden. Im nördlichen Teil des früheren Klinikareals will die Strabag Real Estate schon in diesem Jahr mit dem Bau von Büros und rund 90 Mietwohnungen beginnen. „Das ist auch ein wichtiges Signal für eine unproblematische Nachbarschaft mit dem ja noch bestehenden Flüchtlingsheim“, betonte Bezirksbürgermeister Hofmann.

Werden überhaupt alle Standorte gebraucht?

Auch an anderen Standorten sieht Schostok mittelfristig Entspannung. „Die Leichtbauhallen sind allenfalls für zwei bis drei Jahre gedacht. Danach wird die Grünfläche wieder hergerichtet.“ Mit anderen Worten: Dieser Standort wird vielleicht nicht mehr gebraucht, wenn die Zusatzversorgungskasse ihre 70 Wohnungen, die zunächst von Flüchtlingen genutzt werden, an der Lathusenstraße fertiggestellt hat. Das soll bis 2019 geschehen.

Auch die kommunale Wohnungsbaugesellschaft plant am Nikolaas-Tinbergen-Weg, an der Nußriede und am Dorfmarkhof feste Häuser, die später als Mietwohnungen oder Studentenheime genutzt werden sollen. Modulbauten, etwas mehr als fünf Jahre nutzbar, entstehen an Corinthstraße, Feodor-Lynen-Straße und am Osterfelddamm.

von Marcel Schwarzenberger

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