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Vorfahrtsregeln sorgen für Verwirrung

Vogelsiedlung Vorfahrtsregeln sorgen für Verwirrung

In der Vogelsiedlung in Groß-Buchholz herrscht eine verwirrende Vielfalt an Vorfahrtsregeln – die Stadt sieht aber keinen Grund zum Handeln.

Milanstraße, Hannover 52.39405 9.82164
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Karl-Heinz Schnare an der Kreuzung Milanstraße mit dem rot gepflasterten Möwengrund und dem asphaltierten Elsternhag.

Quelle: Marcel Schwarzenberger

Hannover. Führerscheininhaber dürften folgende Situation locker meistern: Man denke sich die Einfahrt von der Schierholzstraße in die Milanstraße. Letztere verläuft schnurgerade durch die Vogelsiedlung und ist per Verkehrsschild als Tempo-30-Zone markiert. Was macht man dann als Autofahrer an den Straßeneinmündungen rechter Hand? Richtig, anhalten, denn hier herrscht schließlich die Regel rechts vor links. Oder? Falsch! In der Vogelsiedlung, so kommt es Anwohnern jedenfalls vor, sind wichtige Grundregeln außer Gefecht gesetzt. Das sorgt für ungute Momente.

Wer darf denn jetzt fahren?

Eine Nachbarin habe vor einigen Monaten bei der Stadtverwaltung nachgehakt, erzählt Anwohner Karl-Heinz Schnare. Sie wollte wissen, was man gegen Verkehrsrüpel tun könne, die die so schön lange und gerade Milanstraße als Rennstrecke nutzten. Und dabei habe die Anwohnerin auch darauf hingewiesen, dass diese Raser selten die Vorfahrtberechtigung für einmündende Straßen wie Girlitzpark beachteten. Die Stadt reagierte prompt - und vertiefte die in der Vogelsiedlung herrschende Verwirrung. Denn die Verwaltung ließ ein Vorfahrt-gewähren-Schild an der Straße Girlitzpark anbringen. Die Folge: Autofahrer auf der Milanstraße, die nach Lehrbuch fahren, halten an der rechts auftauchenden Einmündung. „Aber jene aus dem Girlitzpark warten jetzt auch“, sagt Schnare und schüttelt den Kopf.

Vorfahrt in der Theorie

Die Straßeneinmündung vom Girlitzpark in die Milanstraße ist mit rotem Pflaster belegt. Auch andere Einmündungen sind so gestaltet; der Bachstelzenweg zum Beispiel. Dort hängt ebenfalls ein Vorfahrt-gewähren-Schild. Andere Einmündungen, sie sind mit Asphalt belegt, wiederum haben das Schild nicht. Dann gilt auf der Milanstraße wieder rechts vor links. Verwirrend ist die Lage an der Stelle, wo der Elsternhag (Asphalt, kein Vorfahrt-gewähren-Schild) sowie auf der anderen Seite der Milanstraße der Möwengrund (rotes Pflaster, mit Schild) einmünden. „Was unterscheidet denn beide Straßen?“, fragen sich Anwohner wie Schnare. Keine der abgehenden Straßen sei eine reine Anliegerstraße, die in einer Sackgasse ende. Die Stadt hat einzelne Straßen rot gepflastert, andere mit einem durchgehenden Bord gekennzeichnet. Sie sind, theoretisch, als untergeordnete Straßeneinmündungen markiert. In der Praxis aber, kritisiert Schnare, sei für Autofahrer kaum einsehbar, warum welche Straße wie gestaltet ist. Vor allem Besucher hätten Probleme. Die an sich so einfache Regel rechts vor links in einer Tempo- 30-Zone ist scheinbar ausgehebelt. Der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld beantragte im Mai eine eindeutige Verkehrsregelung. Die Stadt wird sich vermutlich nicht darauf einlassen; auch eine Geschwindigkeitsmessung im Frühjahr ergab aus Verwaltungssicht wenig Handlungsbedarf. Zu den Hintergründen der gegenwärtigen Regelungen äußerte sich die Stadt auf Nachfrage nicht. Sie will im August zunächst dem Bezirksrat ihre Entscheidung mitteilen.

Verengung am Osterfelddamm

In Höhe des GDA-Stiftes hat Schnare ein weiteres Schilderproblem ausgemacht. Ende 2015 ließ die Stadt die Straße verengen, um Fußgängern eine bessere Querung zu ermöglichen. Eine Halteverbotszone wurde durch Schilder markiert. Die stünden nicht richtig, findet Schnare, weil sie nicht die gesamte Länge der Verengung einnähmen. Auf einer Fahrbahnseite ist genug Platz für parkende Fahrzeuge am Straßenrand. Dort staut sich in Fahrtrichtung Norden immer wieder der Verkehr. Busse und Autos passen nicht aneinander vorbei. Ein paar Meter nur müsste man die Schilder versetzen, sagt Schnare. Dorthin, wo es wieder breiter wird. Die Stadt sehe nach mehrfachen Verkehrsbeobachtungen indes keinen Handlungsbedarf, betonte Stadtsprecher Alexis Demos.

Von Marcel Schwarzenberger

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