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Groß-Buchholz „Wir sind eben eine echte Talentschmiede“
Hannover Aus den Stadtteilen Groß-Buchholz „Wir sind eben eine echte Talentschmiede“
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16:33 25.05.2016
Erstmals eine Eigenproduktion: Gisela Banse und Werner Salewski bei der Premiere von „Oskar und die Teekiste“.Foto: Moers
Groß-Buchholz

Der Tisch ist gedeckt, die heiße Suppe steht bereit. Doch Lilly Barella wartet vergeblich auf ihren Oskar. Der probt stattdessen gedankenverloren mit seinem neuen Teekisten-Bass für das große Stadtfest. Eigentlich kein Drama, wäre da nicht dieser Brief aus Amerika. Die reiche Großtante kündigt einen Spontanbesuch an ... Es ist eine der Schlüsselszenen in „Oskar und die Teekiste“, dem neuen Stück der Seniorentheatergruppe des GDA-Wohnstifts, das in der vergangenen Woche Premiere feierte. Mit der musikalischen Komödie hat die GDA erstmals eine Eigenproduktion auf die Bühne gebracht. Und das Premierenpublikum im ausverkauften Saal am Osterfelddamm ist begeistert gewesen.

„So ein Mann, so ein Mann, zieht mich unwahrscheinlich an“. Ob Schlagerstar Margot Werner bei ihrem Hit an einen Kerl wie Oskar gedacht hat, ist nicht bekannt. Gleichwohl ist die Hauptfigur, gespielt von Herbert Dessau, ebenfalls ein sehr patenter Rentner. Aus einer Teekiste baut sich Oskar Barella in seiner Gartenlaube einen Bass, mit dem er dann den Schlager mit seiner Buxtehuder Skiffle Band anstimmt. Wie in der Handlung begleitet auch neben der Bühne eine Musikgruppe das humorvolle Stück mit schwungvollen Pop- und Schlagerklassikern.

Auf und neben, vor und hinter der Bühne wird das gesamte Theater ausschließlich von Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenwohnheims gestaltet. Vor Ingrid Berthold, einer pensionierten Musiklehrerin vom Gymnasium Langenhagen, steht ein Waschbrett. Die 92-Jährige hat sich Fingerhüte aufgesetzt, mit denen sie in Skiffle-Manier den Rhythmus reibt. „Die Musik hat mich mein Leben lang fit gehalten“, lächelt sie. Aufgewachsen mit klassischer Musik, spielt sie im Wohnheim auch gerne die Hits vergangener Jahrzehnte in der Musikgruppe. „Man könnte sagen, wir spielen hier uralte Popmusik“, erzählt sie in der Premierenpause. Die Musikgruppe unterstützt die Theatergruppe des GDA-Wohnstifts regelmäßig bei deren Produktionen. Das Bühnenbild, ein Dorf-Idyll mit Kirchturm, Gartenzaun und Fachwerkhäusern, hat die Malgruppe angefertigt. Das Theater ist in dem Wohnstift und Hotel für Senioren ein wichtiges Freizeitangebot.

„Wir sind hier vermutlich die älteste Theatergruppe der Stadt“, meint Albrecht von Blanckenburg. Der Musiktherapeut und Theaterpädagoge hat das Angebot vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Drei Damen des aktuellen Ensembles sind von Anfang an dabei. Einmal in der Woche wird geprobt. „Ich habe mir gedacht, statt Gedächtnistraining mache ich mal bei der Theatergruppe mit“, erzählt Gisela Wiese. Gerade spielt sie die Kriminalbeamtin Anderson. Mit einem Fahndungsbild sucht sie im Publikum und ganz Buxtehude nach Hauptfigur Oskar.

Weil sie alle Laien sind, kommt es auch schon mal vor, dass der Text hängt. Dann hilft Souffleuse Erika Düsenberg aus, ebenfalls eine Bewohnerin. Das Engagement und die positive Stimmung in der Gruppe sind auch auf der Bühne zu spüren. Inzwischen ist auch eine Filmproduktionsfirma auf die Schauspieler aufmerksam geworden. Einige Darsteller aus der Theatergruppe sind für die Filme „Los Veganeros“ und „Gangster, Geld und Rock ‘n’ Roll“ verpflichtet worden. „Wir sind eben eine echte Talentschmiede“, freut sich von Blanckenburg.

„Oskar und die Teekiste“ ist das nächste Mal am Dienstag, 31. Mai, zu sehen. Weitere Termine sind Sonnabend, 4. Juni und Sonnabend, 11. Juni. Die Vorstellung beginnt jeweils um 16 Uhr im GDA-Wohnstift, Osterfelddamm 12. Der Eintritt kostet 6,50 Euro inklusive Pausengetränk. Von Mario Moers

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