Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Die Werft expandiert

Modellbau für Kinder Die Werft expandiert

Hier werden Kinder spielerisch an Handwerk und Technik herangeführt: Der Kinder-Modellbauverein Werft 64 füllt mit seinen Angeboten an Schulen und eigenen Gruppen eine Lücke, die vielerorts durch den Wegfall des Werkunterrichts entstanden ist. Jetzt ist das ehrenamtlich organisierte Angebot umgezogen.

Voriger Artikel
Stadtbahn kollidiert mit Auto
Nächster Artikel
Von der Plastizität der Hecke

Spielerisch an Handwerk und Technik herangeführt: Andre, Harun und Bilal in der Werft-Werkstatt.

Quelle: Moers

Hannover. Die Nachfrage nach dem Angebot der ehrenamtlichen Modellbauer ist so groß, dass „die Werft“ vor einem halben Jahr ein eigenes Vereinsheim in Hainholz bezogen hat. Das neue Domizil in der Bömelburgstraße bietet geräumigen Platz zum Werkeln und Löten. Für den kleinen Verein ist das kleine Häuschen aber auch eine große Verantwortung.

„Hier ist der Servo, da ein Relais.“ Der 15-jährige Andre Dönecke kennt die bunte Verkabelung seines ferngesteuerten Hot Rods ganz genau. Viele Nachmittage hat der technikbegeisterte Teenager im Conrad-Elektronik-T-Shirt an dem Model geschraubt. „Man könnte daraus auch leicht ein Allrad machen“, erklärt er interessierten Besuchern am Tag der offenen Tür eines seiner Projekte. Seit acht Jahren nimmt Andre regelmäßig an den Gruppen und Angeboten von Werft 64 teil. Damals hat er mit seinem älteren Bruder zusammen Nistkästen im Kinder- und Jugendhaus Hainholz gebaut. Inzwischen fertigen sie eigene Modellboote aus Holz oder eben ferngesteuerte Autos. Nic, der Ältere von beiden, hat gerade eine Elektriker-Ausbildung begonnen. Weil er immer noch gerne in der Werft bastelt, macht er gerade den Jugendgruppenleiter-Schein.

Fünf Schulen nutzen ehrenamtliches Angebot

Fünf Schulen nutzen derzeit das ehrenamtlich organisierte Angebot der Modellbauer. Mit dem Ausbau des Ganztagsbetriebs wächst die Nachfrage. „Wir haben noch vier Schulen in der Warteschleife“, berichtet der Vereinsvorsitzende Thomas Grote etwas stolz. „Die Kinder sind ganz begeistert und sauer, wenn sie keinen Platz in der Werk-AG ergattern können“, erzählt Ingetraut Schlund, Schulleiterin der Grundschule Auf dem Loh. Zuletzt haben die Schüler Holzboote gebaut. „Besonders die Mädchen sind ganz begeistert bei der Sache“, so Schlund. Kein Wunder, dass die Werft nun expandiert. In dem kleinen, noch etwas renovierungsbedürftigen, ehemaligen Jugendtreff treffen sich auch nach der Schule „Stammgruppen“ zum gemeinsamen Modellbauen. Jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr die Jungs und jeden Freitag ab 13.30 Uhr die Mädchen.

„Mit dem Vereinsheim hat das Projekt eine neue Dimension bekommen“, erklärt der Vorsitzende Grote. Die Werkräume müssen weiter eingerichtet und die Miete bezahlt werden. Der Verein hofft deshalb darauf, anerkannter Träger der Jugendhilfe zu werden. Eine volle Stelle, etwa ein Schlossermeister oder ein Tischler, könnte die zehn Ehrenamtlichen entlasten. Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke unterstützt die Entwicklung als Schirmherrin. „Das Projekt ist hier ein echter Lückenfüller“, findet sie. Die Stadt sei nun gefordert, dass Projekt langfristig, auch finanziell, zu unterstützten.

Werft 64 scheint Nische zu besetzen

Zum Tag der offenen Tür überreichte die St-Martin-Stiftung aus Bad Honnef 1000 Euro. Auch Vertreter der hiesigen ZAG-Stiftung, des Kinderschutzbunds und des Personaldienstleisters Akzent kündigten Unterstützung an. Tatsächlich scheint die Werft 64 eine Nische zu besetzen. „Die Unternehmen beklagen sich über mangelnden Nachwuchs in den Werkhallen“, so Bezirksbürgermeisterin Geschke. Die Werk-Angebote der Werft machen für die Kinder und Jugendlichen die Qualitäten des Handwerks erlebbar.

Modellbaufan Andre ist sich noch nicht sicher, ob er wie sein Bruder eine technische Ausbildung beginnen will. Als Hobby will er aber auf jeden Fall weiterwerkeln. Schließlich gibt es noch viel zu verbessern an den Elektro-Autos.

Von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hainholz
Hainholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Der Name Hainholz geht vermutlich auf eine vorchristliche Stätte zur Verehrung heidnischer Götter zurück. Das Dorf Heynholtz wird 1425 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1891 ist es ein Stadtteil von Hannover. 
Region
Hannover: Wiederaufbau aus Ruinen

Die Ausstellung "Stadtbilder - Zerstörung und Aufbau" im Historischen Museum zeigt historische Aufnahmen von Hannover in Trümmern – und den engagieren Wiederaufbau.