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Hainholz Häuser stehen Straßenausbau im Weg
Hannover Aus den Stadtteilen Hainholz Häuser stehen Straßenausbau im Weg
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02:15 04.06.2016
Von Bärbel Hilbig
Die beiden Häuser auf der rechten Seite des Bildes sollen nach dem Plan der Stadt für die Umgestaltung der Schulenburger Landstraße weichen.Foto: Franson Quelle: Samantha Franson
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Hainholz

Stadt und Region planen eine umfangreiche Umgestaltung der Schulenburger Landstraße zwischen Sorststraße und Hainhölzer Markt. Doch der dafür notwendige Kauf und Abriss von drei Häusern ist noch keineswegs in trockenen Tüchern - der bisherige Zeitplan für die Bauarbeiten könnte sich deshalb deutlich verzögern. Dabei geht es um drei Gebäude an der Schulenburger Landstraße 93 bis 97, ein mehrstöckiges Wohnhaus und zwei niedrigere Nachbargebäude.

Die Infrastrukturgesellschaft der Region (Infra) bemüht sich nach eigenen Angaben um einen einvernehmlichen Kauf der Gebäude, nach Möglichkeit bereits vor Abschluss des noch laufenden Planfeststellungsverfahrens. Die Eigentümer des Mehrfamilienhauses berichten dagegen vom Stocken der Verhandlungen. „Es hat ein einziges Vorgespräch im Oktober 2014 stattgefunden“, sagt einer der Besitzer, der nicht namentlich genannt werden will. Seit Längerem läuft die Kommunikation offenbar nur noch über die Anwälte der beiden Parteien.

Dem Mann aus Burgdorf gehört das im Jahr 1902 von seiner Familie errichtete Mietshaus mit 650 Quadratmetern Wohnfläche gemeinsam mit seiner Schwester. Das kleine Nachbarhaus, das sich ebenfalls in Familienbesitz befindet, hatte der Urgroßvater des Geschwisterpaars 1885 bauen lassen. Im zweiten Weltkrieg ist es ausgebombt und danach wieder aufgebaut worden. „Wir wollen eigentlich, dass die Häuser stehen bleiben“, betont der Besitzer. Die Verkaufsverhandlungen stecken wohl vor allem deshalb fest, weil die Vorstellungen über den Kaufpreis weit auseinandergehen. Beide Seiten haben Gutachten anfertigen lassen. „Wir verlangen natürlich den Preis, den unser Gutachter nennt“, sagt der Haus-Miteigentümer. Dazu habe sich die Infra noch nicht geäußert.

Verärgert habe ihn aber vor allem ein anderer Punkt. Alle zehn Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus sind vermietet. „Die Infra dringt darauf, das Haus ohne Mieter zu kaufen. Die Forderung ist völlig absurd. Wir haben keinen Kündigungsgrund und wollen unseren Mietern auch nicht kündigen.“ Die Mieten für die Altbauwohnungen liegen relativ niedrig. „Unsere Mieter sind auch nicht in der Lage, anderswo 8 Euro pro Quadratmeter zu zahlen“, betont der Vermieter. Für einige Mieter bestehe zudem ein einjähriger Kündigungsschutz. Das könnte den Zeitplan der Infra durcheinanderbringen: Nach den aktuellen Planungen soll der vorbereitende Leitungsbau, für den die Häuser abgerissen werden müssten, kommendes Jahr starten. Die eigentlichen Gleis- und Straßenbauarbeiten sind für 2018 geplant.

Im Flächennutzungsplan sind die infrage stehenden Grundstücke als Verkehrs- und nicht als Wohnbaufläche ausgewiesen. Damit könnte den Besitzern nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens auch eine Enteignung mit Entschädigung drohen. Bei der Infra betonen Verantwortliche jedoch, man sei weiter an einer einvernehmlichen Einigung interessiert.

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