Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hainholz 13 Stockwerke: Investor plant Wohnturm für Studenten
Hannover Aus den Stadtteilen Hainholz 13 Stockwerke: Investor plant Wohnturm für Studenten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 10.06.2017
Von Bärbel Hilbig
Das gestufte Studentenwohnheim an der Schulenburger Landstraße bekommt an der höchsten Stelle 13 Stockwerke. Quelle: Grafik Dreßler
Anzeige
Hannover

13 Geschosse – so hoch hinaus wollte Dreßler, der die Pläne für die Neubauten an der Schulenburger Landstraße in Abstimmung mit der Stadtplanung entwickelt, zunächst nicht. „Ich habe mich überzeugen lassen, dass es besser aussieht.“ Wirtschaftlich sei der Bau eines Hochhauses wegen zusätzlicher Sicherheitsauflagen nicht. „Es lässt sich darüber streiten, ob so ein Hochhaus schön ist“, bemängelt SPD-Fraktionschef Robert Nicholls jetzt im Bezirksrat Nord. Stadtplanerin Edda Rabe betont, der Verwaltung sei an einem stimmigen Konzept für das gesamte Areal gelegen. Der Schweizer Architekt Max Dudler hat für die Gebäude moderne Backsteinfassaden entworfen.

Dreßler hat bereits Erfahrung in dem Gebiet. Vor zehn Jahren hat er in der Chamissostraße 20 Häuser mit 204 Mietwohnungen übernommen und saniert. 2007 kaufte er den historischen Marinebau auf dem Sorst-Gelände. 2015 hat er zur Abrundung die Flächen für seine neuen Bauvorhaben erworben.

Baustart 2018?

Die Erdarbeiten für die viergeschossige Seniorenwohnanlage an der Voltmerstraße haben bereits begonnen. Dort entstehen 27 Zwei-Zimmer-Apartments. Im rollstuhlgerechten Erdgeschoss sind Gemeinschaftsräume und ein Servicebüro geplant. „Die Bewohner können Pflegeleistungen buchen, wenn sie sie brauchen“, erläutert Stadtplanerin Rabe. Daneben lässt eine andere Firma eine zweite Altenwohnanlage bauen. An seiner bestehenden Wohnlage Chamissostraße will Dreßler auf einem alten Garagenhof ein Mietshaus mit Ein-, Zwei- und Vier-Zimmer-Wohnungen sowie Tiefgarage errichten.

Im Bezirksrat stößt auf Kritik, dass diese Gebäude über die Voltmerstraße erschlossen werden. „Die Straße sollte Anwohnerstraße bleiben, wird aber jetzt schon als Schleichweg genutzt“, bemängelt Grünen-Fraktionschef Stefan Winter – und schlägt vor, aus der Voltmerstraße eine Sackgasse zu machen. Michael Spatzker (FDP) fragt, ob der Verkehr nicht doch über die Schulenburger Landstraße abfließen kann. Für das Studentenwohnheim ist dies vorgesehen. Eine reduzierte Anzahl von Parkplätzen entsteht ebenerdig. „Dafür planen wir mit 170 Rad-Stellplätzen. Studenten bekommen auch alle ein Semesterticket bei der Einschreibung“, betont Dreßler. Die 21 bis 25 Quadratmeter großen Apartments sollen möbliert mit Küchenzeile und Internetzugang vermietet werden. Dreßler hofft auf einen Baustart 2018, wenn alles gut läuft. Der Bezirksrat hat eine frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Änderung des Bebauungsplans jetzt einstimmig befürwortet.

Neuer Wind für Hainholz

Für Hainholz ist es sicher eine gute Nachricht, wenn im Stadtteil ein Studentenwohnheim entsteht. Sollten die zukünftigen Bewohner nach dem Lernen und Jobben nicht nur zum Schlafen in ihre Apartments zurückkehren, könnten sie die eine oder andere neue Idee ins Quartier bringen. Für die Studenten selbst ist der Standort an der Schulenburger Straße nicht der schlechteste. Tatsächlich sind die Wege zur Leibniz-Uni mit dem Rad relativ kurz. Mit der Stadtbahn lassen sich andere Hochschulen zum Teil recht gut erreichen. Auch mit dem Bau von Mietwohnungen und Seniorenapartments setzt sich ein zarter Wandel langsam fort. Unansehnliche Brachen verschwinden, neue Bewohner aus anderen Bevölkerungsschichten mischen die Sozialstruktur des Stadtteils auf. Das kann sich am Ende für alle als Gewinn erweisen, wenn manche der Neuen sich später im Viertel engagieren.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

Sieben Männer, die acht Zentner Marihuana in einer Hainhölzer Lagerhalle gelagert und mit dem Rauschgift gehandelt haben sollen, haben vor dem Landgericht Geständnisse abgelegt. Als Drahtzieher will jedoch keiner der Angeklagten gelten. Alle spielen ihre Rolle herunter. 

Michael Zgoll 11.05.2017

Nach langer Suche hat der Obdachlosentreff Nordbahnhof ein neues Domizil gefunden: Die Tageseinrichtung öffnet am 10. April ihre Türen in einer ehemaligen Sparkassenfiliale an der Schulenburger Landstraße 34.

Bärbel Hilbig 14.04.2017

Studenten und Flüchtlinge unter einem Dach? Spruchreif ist es noch nicht. Doch die Flüchtlingsunterkunft in der Helmkestraße könnte sich mittelfristig zu einer gemeinsamen Adresse für beide Gruppen entwickeln.

Bärbel Hilbig 13.04.2017
Anzeige