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13 Stockwerke: Investor plant Wohnturm für Studenten

Hainholz 13 Stockwerke: Investor plant Wohnturm für Studenten

Ein Wohnturm mit 13 Stockwerken soll künftig den Eingang zur Wohnbebauung in Hainholz markieren. Investor Steffen Dreßler plant auf dem alten Sorst-Gelände ein privates Studentenwohnheim mit 220 bis 250 Apartments, außerdem ein Gebäude mit rund 50 Mietwohnungen und eine Seniorenresidenz.

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Das gestufte Studentenwohnheim an der Schulenburger Landstraße bekommt an der höchsten Stelle 13 Stockwerke.

Quelle: Grafik Dreßler

Hannover. 13 Geschosse – so hoch hinaus wollte Dreßler, der die Pläne für die Neubauten an der Schulenburger Landstraße in Abstimmung mit der Stadtplanung entwickelt, zunächst nicht. „Ich habe mich überzeugen lassen, dass es besser aussieht.“ Wirtschaftlich sei der Bau eines Hochhauses wegen zusätzlicher Sicherheitsauflagen nicht. „Es lässt sich darüber streiten, ob so ein Hochhaus schön ist“, bemängelt SPD-Fraktionschef Robert Nicholls jetzt im Bezirksrat Nord. Stadtplanerin Edda Rabe betont, der Verwaltung sei an einem stimmigen Konzept für das gesamte Areal gelegen. Der Schweizer Architekt Max Dudler hat für die Gebäude moderne Backsteinfassaden entworfen.

Dreßler hat bereits Erfahrung in dem Gebiet. Vor zehn Jahren hat er in der Chamissostraße 20 Häuser mit 204 Mietwohnungen übernommen und saniert. 2007 kaufte er den historischen Marinebau auf dem Sorst-Gelände. 2015 hat er zur Abrundung die Flächen für seine neuen Bauvorhaben erworben.

Baustart 2018?

Die Erdarbeiten für die viergeschossige Seniorenwohnanlage an der Voltmerstraße haben bereits begonnen. Dort entstehen 27 Zwei-Zimmer-Apartments. Im rollstuhlgerechten Erdgeschoss sind Gemeinschaftsräume und ein Servicebüro geplant. „Die Bewohner können Pflegeleistungen buchen, wenn sie sie brauchen“, erläutert Stadtplanerin Rabe. Daneben lässt eine andere Firma eine zweite Altenwohnanlage bauen. An seiner bestehenden Wohnlage Chamissostraße will Dreßler auf einem alten Garagenhof ein Mietshaus mit Ein-, Zwei- und Vier-Zimmer-Wohnungen sowie Tiefgarage errichten.

Im Bezirksrat stößt auf Kritik, dass diese Gebäude über die Voltmerstraße erschlossen werden. „Die Straße sollte Anwohnerstraße bleiben, wird aber jetzt schon als Schleichweg genutzt“, bemängelt Grünen-Fraktionschef Stefan Winter – und schlägt vor, aus der Voltmerstraße eine Sackgasse zu machen. Michael Spatzker (FDP) fragt, ob der Verkehr nicht doch über die Schulenburger Landstraße abfließen kann. Für das Studentenwohnheim ist dies vorgesehen. Eine reduzierte Anzahl von Parkplätzen entsteht ebenerdig. „Dafür planen wir mit 170 Rad-Stellplätzen. Studenten bekommen auch alle ein Semesterticket bei der Einschreibung“, betont Dreßler. Die 21 bis 25 Quadratmeter großen Apartments sollen möbliert mit Küchenzeile und Internetzugang vermietet werden. Dreßler hofft auf einen Baustart 2018, wenn alles gut läuft. Der Bezirksrat hat eine frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Änderung des Bebauungsplans jetzt einstimmig befürwortet.

Neuer Wind für Hainholz

Für Hainholz ist es sicher eine gute Nachricht, wenn im Stadtteil ein Studentenwohnheim entsteht. Sollten die zukünftigen Bewohner nach dem Lernen und Jobben nicht nur zum Schlafen in ihre Apartments zurückkehren, könnten sie die eine oder andere neue Idee ins Quartier bringen. Für die Studenten selbst ist der Standort an der Schulenburger Straße nicht der schlechteste. Tatsächlich sind die Wege zur Leibniz-Uni mit dem Rad relativ kurz. Mit der Stadtbahn lassen sich andere Hochschulen zum Teil recht gut erreichen. Auch mit dem Bau von Mietwohnungen und Seniorenapartments setzt sich ein zarter Wandel langsam fort. Unansehnliche Brachen verschwinden, neue Bewohner aus anderen Bevölkerungsschichten mischen die Sozialstruktur des Stadtteils auf. Das kann sich am Ende für alle als Gewinn erweisen, wenn manche der Neuen sich später im Viertel engagieren.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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Hainholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Der Name Hainholz geht vermutlich auf eine vorchristliche Stätte zur Verehrung heidnischer Götter zurück. Das Dorf Heynholtz wird 1425 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1891 ist es ein Stadtteil von Hannover. 
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