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Hainholz Krökeln will gelernt sein
Hannover Aus den Stadtteilen Hainholz Krökeln will gelernt sein
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00:15 30.10.2016
Erfolgreiche Tischfußballspieler: Auf dem dritten Platz landeten (v. l.) Nina Kuschel und Bilal Kalyon, auf dem ersten Platz Lian S. und Benn Suttmann und auf dem zweiten Platz Selim D. und Marc Kuschel. Quelle: Moers
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Hannover

Dabei entstand die Idee zum ersten Jugend-Krökel-Cup, der in der vergangenen Woche im Bundesleistungszentrum für Tischfußball (BLZ) in Hainholz ausgetragen wurde. Mit dabei waren auch Flüchtlingskinder aus dem Spielpark Linden.

Wie funktioniert eigentlich die Nachwuchsförderung für einen Sport, der vorrangig in Kneipen gespielt wird? Darüber machten sich auch die Tischfußball-Profis des Fördervereins Krökelgemeinschaft Badenstedt Gedanken.

Die Vorrunde läuft besser als erwartet für den elfjährigen Sarjan. Platz 18 von 28, liest er mit gerecktem Kopf seinen Rang vom Monitor an der Decke ab. Nach jeder Spielrunde laufen die Teilnehmer eilig zu Spielleiter Fabian Gisder, dem Bundesligaspieler und Vorsitzenden des Fördervereins der KGB, um ihre Spielergebnisse mitzuteilen. „Es läuft ganz gut“, berichtet Sarjan stolz. Bis vor einem Jahr hat er mit seinen Freunden in einem Jugendzentrum in Mossul gekickert, jetzt krökelt er fast täglich im Jugendtreff Spielpark Linden. „Tischfußball funktioniert überall gleich“, findet Sarjan.

Schluss nach der Vorrunde

Nach der Vorrunde ist allerdings Schluss für die Kids aus dem Spielpark, gegen die Schüler aus der Krökel-AG des Berenbosteler Geschwister-Scholl-Gymnasiums haben sie keine Chance. „Unsere Jungs sind blutige Anfänger, aber sie sind ganz heiß darauf, auf den professionellen Tischen zu spielen“, sagt Spielpark-Erzieher Markus Rimkus. Anders als auf den robusten Spielparktischen „kleben“ die Bälle auf den Turniertischen im Bundesleistungszentrum geradezu an den Füßen der Kunststoffkicker. Beim erstenJugend-Krökel-Cup erleben die jungen Teilnehmer das beliebte Freizeitspiel von einer anderen, professionellen Seite. Die Begegnung und der Spaß ist die eine Seite, gezielte Nachwuchsförderung eine andere.

„Der Jugendbereich ist relativ übersichtlich“

„Der Jugendbereich ist relativ übersichtlich“, erklärt Fabian Gisder. Wenn nicht gerade ein Kindergeburtstag die rustikal-loungig eingerichtete Bar- und Spielanlage im Hainhölzer Helmkehof gemietet hat, findet der Nachwuchs bisher nur selten den Weg in das Bundesleistungszentrum für Tischfußball. Das will der Förderverein der Badenstedter Krökelgemeinschaft jetzt ändern. „Mit diesem Turnier als erstem Schritt streben wir eine langfristige Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendeinrichtungen an“, schildert Gisder den Masterplan Jugendförderung. Nachdem selbst Hannover 96 2015 eine Tischfußball-Sparte im BLZ eröffnet hat, rückt nun auch die Jugendförderung in den Fokus. 40 Institutionen in Hannover und der Region hatte Gisder im Vorfeld angeschrieben. 28 Teilnehmer zwischen 11 und 17 Jahren sind gekommen, aus Berenbostel, Langenhagen und Linden. „Wir hoffen, dass sich die Zahl nächstes Jahr verdoppelt“, verbucht Gisder die Premiere als Erfolg.

Spielstätte im Bundesleistungszentrum

Seit 2009 gibt es das Bundesleistungszentrum Tischfußball (BLZ) in Hainholz. In dem sanierten und umgenutzten Gummiwerk Helmkehof, Helmkestraße 5a, haben die beiden Vereine Krökelgemeinschaft Badenstedt (KGB) und Die Hannoverkicker eine Trainings- und Spielstätte eingerichtet. 2015 ging die KGB in einer neuen Tischfußballsparte von Hannover 96 auf, die nun ebenfalls im BLZ beheimatet ist. Das BLZ verfügt über alle Varianten der gängigen Turnier-Krökel-Tische, eine Bar und einen gemütlichen Aufenthaltsbereich. „Die sogenannte Krökelbar ist inzwischen die zentrale Anlaufstelle für Tischfußball in Hannover, nicht nur für die Leistungsklasse. Gäste können die Krökelbar werktags von 18 bis 22 Uhr bespielen. Jeden 1. und 3. Freitag im Monat findet ab 20 Uhr ein offenes Spaßturnier statt. Teilnehmen kann jeder, vollkommen unabhängig von der Spielstärke. Weitere Informationen unter www.kroekelbar.de im Internet.

Das Resultat gelungener Nachwuchsförderung demonstrierten die Schüler der Krökel-AG aus Berenbostel. Mit fünf von sechs ersten Plätzen erwiesen sich die geschulten Tischkicker der Konkurrenz als deutlich überlegen. „Wir sind vermutlich die einzige Schule, an der professionell Tischfußball trainiert wird“, erklärt AG-Leiter Reiner Dörr. Vor zwei Jahren gründete der krökelbegeisterte Lehrer die AG. Trainiert werden dort etwa spezielle Schüsse, die Ballbehandlung und das Regelwerk. „Wer die Krökel-AG durchlaufen hat, verfügt über das Rüstzeug, im Krökelbereich etwas zu erreichen“, so Dörr. Krökeln macht Schule sozusagen; ein Modell, ganz nach dem Geschmack des Fördervereins.

Von Mario Moers

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