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Hainholz Kulturdinner bringt Menschen zusammen
Hannover Aus den Stadtteilen Hainholz Kulturdinner bringt Menschen zusammen
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00:15 07.08.2016
Ali (11 Monate, l.) hat großen Spaß an den Seifenblasen, die der sechsjährige Mohammed für ihn macht. Quelle: Steiner
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Hannover

„Mein Hainholz - Perle vom Leinestrand. Mein Hainholz - in Hannover gut bekannt“, singt Wolfgang Leonhardt mit etwas zittriger, aber tonsicherer Stimme. Applaus vom Publikum im Teegarten am Prußweg. Er ist einer der sechs Gärten in Trägerschaft des Vereins Internationale Stadtteilgärten Hannover, der sich zum Ziel gesetzt hat, ein Stück Heimat für Menschen mit Migrationshintergrund und Deutsche zu schaffen. Hier treffen sich am Wochenende Bewohner und Gäste des Stadtteils, um zusammen zu feiern, sich zu unterhalten oder wie kürzlich beim Kulturdinner spontan Lieder und Geschichten vorzutragen. Ein Mikro und ein Lautsprecher, mehr braucht es für die spontanen Darbietungen nicht.

"Mir gefällt sehr gut, wie man hier harmoniert"

Dunkelhäutige kleine Kinder tollen gemeinsam mit hellhäutigen über den Rasen, Frauen in langen Mänteln und mit Kopftuch bieten den Gästen Snacks aus ihrer Heimat an. Kanan Hassan (51) ist aus Linden gekommen, sie schätzt die Atmosphäre im Teegarten. „Ich kenne einige der Frauen, deshalb bin ich heute hier. Mir gefällt sehr gut, wie man hier miteinander harmoniert und Interesse aneinander zeigt“, meint die Dolmetscherin, die vor gut 30 Jahren aus Eritrea nach Deutschland kam. Aus Eritrea stammt auch Genet Negash (52). Sie organisiert die Treffen mit Frauen verschiedener Nationalitäten. „Wir treffen uns jeden Freitag und unternehmen etwas gemeinsam. Wir kochen, wir nähen Taschen aus gebrauchten Materialien. Oder lernen Fahrrad fahren, das konnten viele Frauen noch nicht“, erzählt sie stolz. „Viele Frauen sitzen zu Hause, und das ist doch langweilig. Sie sollen Hainholz doch kennenlernen!“ Genet Negash ist seit acht Monaten mit dabei, initiiert wurden die Treffen vom Quartiersmanagement Hainholz. Seitdem finden wöchentlich Frauen aus Somalia, dem Sudan, Eritrea, Algerien, Tunesien und Marokko zusammen. Und so verschieden ihre Herkunft ist, so abwechslungsreich sind die Speisen, die sie beim Kulturdinner anbieten. Die etwa fünfzig Gäste können sich Leckereien wie frittiertes Gemüse, Maultaschen und Falafel, gebackenen Fisch und Rindfleisch oder Salate und Zaziki aussuchen, dazu gibt es neben Kaffee auch Gewürztee.

"Toll, was die Frauen auf die Beine stellen"

Das Projekt der internationalen Stadtteilgärten wird von der Stadt Hannover gefördert, Sozialarbeiterin Julia Handke organisiert die Veranstaltungen von städtischer Seite aus. „Das ist schon toll, was die Frauen hier auf die Beine stellen“, lobt sie Genet und ihre multikulturelle Gruppe. Und Autor Harald Vincent, seit gut drei Jahren Hainhölzer, liest passend zum Treffen so vieler Nationen die launige Geschichte einer ungewöhnlichen Kioskbesitzerin namens Lady Gaja aus Antigua mit einem orangefarbenen Zwanzigerjahre-Hut, die selbst entscheidet, was sie ihren Gästen verkauft. Und dann heißt es noch mal: „In Hainholz habe ich mein Herz verloren - das macht mir gar nichts aus“. Wolfgang Leonhardt schmettert die Zeilen. Und alle schunkeln mit.

Der Teegarten ist freitags, samstags und sonntags von 17 bis 20 Uhr geöffnet. Gäste sind herzlich willkommen.

Von Sonja Steiner

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