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Mieter wollen um ihre Häuser kämpfen

Hainholz Mieter wollen um ihre Häuser kämpfen

Das niedersächsische Justizministerium liebäugelt mit einem Umzug seiner Abschiebehaftanstalt von Langenhagen an die Schulenburger Landstraße – auf Kosten einer Siedlung. Die Anwohner wollen sich nicht vertreiben lassen.

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Bereit, für sein Haus mit Garten zu streiten: Anwohner Wolfgang Schlinker wehrt sich gegen die Pläne des Justizministeriums.

Quelle: Christian Link

Hannover. Laut Justizministerium könnte für die Abschiebehaftanstalt ein Neubau direkt rechts vor dem Eingang der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover in Hainholz entstehen. Hier befindet sich allerdings eine kleine Siedlung, deren Bewohner ihr Zuhause nicht aufgeben wollen. „Keiner will hier raus, und wir werden auch alle bis zum Ende dafür kämpfen, dass wir es nicht müssen“, sagt Wolfgang Schlinker, der seit etwa 20 Jahren das frühere Wohnhaus des Anstaltsleiters bewohnt.

Nach Angaben des Landesliegenschaftsamts sollen einige der insgesamt 14 Einfamilien- und Reihenhäuser marode sein. Schlinker widerspricht dieser Darstellung. „Hier ist nichts marode, hier ist alles in Ordnung“, sagt der 53-Jährige. Ein anderer Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, droht mit rechtlichen Schritten. „Seit Dezember warte ich auf eine Kündigung, damit ich dagegen klagen kann“, sagt er. „Es kann nicht sein, dass zehn Familien rausgeschmissen werden, damit hier 25 illegale Flüchtlinge untergebracht werden.“

Am 14. Dezember 2015 hatten alle Siedlungsbewohner ein Schreiben des Landesliegenschaftsfonds bekommen, in dem es hauptsächlich um die ordnungsgemäße Müllentsorgung in dem Viertel ging. Am Ende des Briefs erlebten die Anwohner jedoch eine böse Überraschung: „In Bezug auf die Zukunft der Siedlung […] muss ich Ihnen mitteilen, dass eine Entscheidung gefallen ist. Ich kann Ihnen jedoch nur mitteilen, dass die Zukunft der Siedlung nicht mehr gesichert ist“, teilte der zuständige Sachbearbeiter den Anwohnern mit. Ausgerechnet zehn Tage vor Weihnachten kam diese Nachricht nicht gut an. „Dafür hatte der Sachbearbeiter eine Ohrfeige verdient“, ärgert sich ein Empfänger.

Früher wurden die Häuser vor der Hainhölzer Haftanstalt ausschließlich von Bediensteten der JVA als Dienstwohnungen genutzt. Inzwischen ist die Bewohnerschaft bunt gemischt: Familien, ältere Ehepaare, Rentner, Schwerbehinderte und auch einige JVA-Mitarbeiter wohnen zwischen der Stadtbahnhaltestelle Beneckeallee und dem Gefängnis. Sie alle haben unbefristete Mietverträge mit dem Land Niedersachsen abgeschlossen und hatten eigentlich auf eine Kaufoption gehofft. „Damals wurde uns versprochen, dass wir hier nie ausziehen müssen“, berichtet ein Mieter.

Vier Reihenhäuser in der Siedlung stehen derzeit leer. „Die Liegenschaften werden je nach Zustand weitervermietet“, sagt Bernd Heikes von der Oberfinanzdirektion Niedersachsen, die die Häuser verwaltet. Eine Renovierung der leer stehenden Wohneinheiten sei nicht geplant. „Das ist eine Kostenfrage“, sagt Heikes. Die Siedlungsbewohner können den Leerstand nicht nachvollziehen. „Es gab und gibt immer Interessenten, die diese Gebäude mit Kusshand nehmen würden“, sagt Schlinker. Auch andere Mieter bestätigen ein großes Interesse an den Wohneinheiten.

Über die weiteren Pläne zur Zukunft der Siedlung konnte Heikes auf Anfrage des Stadt-Anzeigers keine Angaben machen. Die Bewohner fordern dagegen endlich Klarheit. „Ich mache mir große Sorgen, ich bin davon ausgegangen, dass ich hier mal rausgetragen werde“, sagt Schlinker.

Von Christian Link

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Hainholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Der Name Hainholz geht vermutlich auf eine vorchristliche Stätte zur Verehrung heidnischer Götter zurück. Das Dorf Heynholtz wird 1425 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1891 ist es ein Stadtteil von Hannover. 
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